Allgemein


29. Südwestdeutscher Floristentag 2019

In Zusammenarbeit mit der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg fand am Samstag, den 19. Oktober 2019, in Freiburg der 29. Floristentag statt. Die Veranstaltung diente dazu, neue Ergebnisse und Untersuchungen zur Flora und Vegetation Südwestdeutschlands vorzustellen.

Veränderungen in der Moosflora von Baden am Beispiel von Dicranum viride und Orthotrichum rogeri, eine Auswertung der BAS-Internet-Fundmeldungen, Biologische Vielfalt und Artenschutz im Wandel von Landschaft und Nutzung und viele weitere interessante Themen wurden den 72 Teilnehmern präsentiert.

Vorträge des Floristentags:

–> Auswertung der BAS-Internet-Fundmeldungen (T. Breunig)

–> Neues zu Oenothera im Südwesten Deutschlands (M. Hassler)

–> Potentiell natürliche Traubeneichenbestände auf Silikat (G. Hys  und  A. Reif)

–> Die Gattung Vulpia im Oberrheingebiet (U. Amarell)

 

Während des Floristentags bestand auch die Möglichkeit, Herbarbelege von beachtenswerten Funden vorzustellen.

Im Anschluss an den Floristentag fand wie gewohnt die jährliche Mitgliederversammlung statt.

 

Programm des Floristentags und Mitgliederversammlung:

–> Programm Floristentag

–> Mitgliederversammlung BAS


BAS-Jahresexkursion Balinger Alb 30. Juni 2019

von Martin Engelhardt

Die diesjährige Jahresexkursion führte auf die südlich von Balingen gelegenen Berge des Schwäbischen Alb. Am Sonntag, den 30. Juni – einem ausgesprochen heißen Tag – trafen sich die 13 hartgesottenen Teilnehmer um 10.00 Uhr am Parkplatz auf der Passhöhe am Lochen zwischen Weilstetten und Tieringen (TK 7719/3).

Die Exkursion, unter Leitung von Martin Engelhardt aus Tübingen, führt vom Parkplatz zuerst zur „Lochenkanzel“, einem gewaltigen Malmfelsen (Malm ?-Lochenfazies), der wohl 30 m senkrecht in die Tiefe stürzt. Bereits auf dem Weg dorthin wurden die ersten floristischen Beson­derheiten entdeckt, so die Crassulacee Jovibarba globulifera. Der Fund gab Anlass für rege Diskussion: Ist das Vorkommen autochton? Nach welchen Kriterien kann man sich bei einer Einschätzung richten? In der Nähe fanden sich auch Saxifraga paniculata, Sedum rupestre, Sedum album, Rosa spinosissima und Melica ciliata. Auf dem Rückweg wurde am Fuß der südlich Felsen auch die Gänsesterbe (Erysimum crepidi­folium) in einem fruchtenden Exemplar gefunden. Direkt an der Kante der Hochfläche fand sich ein größerer Bestand von Phleum phleoides. Offenbar ist der Boden an der Felskante hier oberflächlich ein wenig entkalkt. Entlang des Weges fanden sich nebeneinander sowohl die „behaarte“, als auch die “unbehaarte“ Sippe des Feld-Thymians. Je nach Auffassung (ob Unterarten oder Arten) heißen diese Thymus pulegioides subsp. carniolicus / Thymus froelichianus bzw. Thymus pulegioides subsp. pulegioides / Thymus chamaedrys. Unmittelbar neben diesen fand sich Onobrychis montana.

Am Aussichtspunkt der Lochenkanzel (962,9 m NN) konnte die typische Felsvegetation mit Festuca pallens, Sesleria albicans, Carex humilis, Allium lusitanicum, Saxifraga paniculata, Leucanthemum adustum, u.a.m.. beobachtet werden. Hier wurde als Seltenheit auch Athamanta cretensis in einigen Exemplaren gefunden. Diese Sippe kommt in Baden-Württem­berg nur auf Schwammfelsen an der Südseite des Eyachtals bei Balingen autochton vor. Ein Vorkommen bei Dettingen an der Erms geht offenbar auf eine Ansalbung um 1930 zurück. In einer Felsspalte am Fuße des Felsens fand sich Taraxacum rubicundum, die auf der Alb am weitesten verbreitete Sippe aus der Gruppe der Rotfrüchtigen Löwenzähne. Die Blattform war typisch „bügelförmig“. Leider war Taraxacum lacistophyllum nicht zu finden, dass eher typisch „pagodenartige“ Blätter besitzt. In der Umgebung des Felsens fand sich auch Seseli libanotis und Pulsatilla vulgaris. Hier war Gelegenheit bei guter Aussicht die geologische Struktur des Albtrauf zu besprechen.

Danach führt die Exkursionsroute vorbei am „Lochengründle“ (klassische Fossillienfundstelle) und dann an der Jugendherberge am Lochenpass vorbei, am Albtrauf entlang durch das Naturschutzgebiet „Hülenbuch­wiesen“ zum „Hörnle“. Auf der Balinger Alb kommt – im Gegensatz zu den meist von Rotbuchen (Fagus silvatica) dominierten Traufwäldern (Kalkbuchenwald) der Schwäbischen Alb – hauptsächlich Ahorn-Eschen-Ulmen-Wald vor, mit bemerkenswert alten, über 50 m hohen Weißtannen (Abies alba) und hier wohl einem natürlichem Auftreten der Fichte (Picea excelsa). Hier kommen Arten der Wälder, der Magerwiesen und der Saumvegetation oft kleinräumig nebeneinander vor. Folgende Arten, die beobachtet wurden, seien erwähnt: Amelanchier embergeri, Cotoneaster integerrimus, Ribes alpinum, Sorbus aria s.str., Buphthalmum salicifolium, Filipendula vulgaris, Galium boreale, Genista sagittalis, Gentiana lutea, Laserpitium latifolium, Orchis mascula, Phyteuma orbiculare, Platanthera bifolia agg., Polygonatum verticillatum, Polystichium aculeatum, Thesium bavarum, Trifolium montanum und Trifolium rubens.

Leider sind große Bereich der mageren Bergwiesen offenbar am Tag vor der Exkursion gemäht worden wohingegen einige Bereich im Kernbereich deutlich überständig waren und mitunter riesige Klappertopfbestände trugen. Die Teilnehmer hatten daher Anlass über die Ziele des Natur­schutzes, Mähzeitpunkte, die Verwertung des Mähguts und andere Themen ausführlich zu diskutieren und Erfahrungen auszutauschen.

Das „Hörnle“ ist wie die „Lochenkanzel“ eine Malm-Felsnase in 956,4 m u. NN, die hier in spitzem Winkel ins Eyachtal vorspringt. Die wenig gedüngten, großflächigen und einschürig genutzten, artenreichen Holzwiesen, über die der Weg zum „Hörnle“ führt, sind Refugien von Muscari botryoides, Gentiana verna, Centaurea montana und anderen Arten. Leider sind früher hier bzw. an den Lochen vorkommende Arten wie z.B. Anemonastrum narcissiflora, Arnica montana, Coeloglossum viride, Herminium monorchis, Traunsteinera globosa längst durch nicht angepasste Nutzung erloschen.

Am „Hörnle“ wurde im Schatten Mittagspause gemacht und die Gruppe machte sich dann wieder auf den Rückweg zum Parkplatz am Lochen­pass, wo die Exkursion pünktlich um 16 Uhr endete.


BAS-Exkursion rund um Schöntal 26. Mai 2019

von Steffen Hammel und Bernd Haynold

Die Region des westlichen Landkreises Hohenlohe ist derzeit etwas unterkartiert. Daher brachen am 26. Mai 2019 Mitglieder und Freude der BAS auf, um vor allem in Magerrasen und den randlich anschließenden Biotopen des Jagsttals neue und aktualisierte Pflanzenfundpunkte zu erbringen.

Die Exkursion startete in einem Trockenhang oberhalb des Ortsrandes von Westernhausen (TK 6623/3 – Grenzbereich mittlerer/oberer Muschelkalk). Der Biotop besteht aus einem eng miteinander verzahnten Mosaik aus Feldhecken, Feldgehölzen, Magerrasen, Gebüschen trocken­warmer Standorte, Steinriegel und Trockenmauern (ehemalige Weinberg­nutzung). Am „Oberen Berg“ waren vor allem die großen Bestände von Himantoglossum hircinum bedeutsam (z.T. bereits abgemäht). Ferner Melampyrum arvense und typische Magerrasenarten wie Ranunculus bulbosus, Rhinanthus alectorolophus, Veroncia austriaca agg. und – aus angrenzenden Ackerunkrautgesellschaften eingewandert – Fumaria vaillantii s. l. Im Gewann „Kreuzsteige“ erregten umherfliegende Libellen-Schmetterlingshafte (Libelloides coccajus) das Interesse der Exkursionsteilnehmer. Die Ackerränder waren botanisch wenig auffällig. Nachweise von Centaurea cyanus sollen erwähnt werden. An einer Böschung fand sich Hylotelephium telephium agg. Gebüschränder erbrachten Humulus lupulus und am Wegesrand ließ sich Papaver confine und in den Streuobstwiesen drei Exemplare von Orchis militaris entdecken.

Die Exkursion fand ihre Forstsetzung am Fuße des „Hohenbergs“ westlich von Bieringen (TK 6623/3 – Oberer Muschelkalk), einem steilen Südosthang mit lückiger bis geschlossener Gehölzsukzession (Ulmus glabra, Sorbus tominalis). Am Waldsaum und im angrenzenden Wald konnte u.a. Fragaria viridis, Stachys recta, Lathyrus sylvestris, Helleborus foetidus, Papaver dubium subsp. dubium, Epipactis helleborine subsp. helleborine und einige Exemplare von Cephalanthera damasonium kartiert werden. In Magerrasen des angrenzenden „Stetz“ fanden sich dann wieder viel Himantoglossum hircinum, über 20 Exemplare von Ophrys holoserica sowie Anacamptis pyramidalis, Orchis militaris, Dianthus carthusianorum subsp. carthusianorum und Carlina vulgaris. Auf freigestellten Steinriegeln ließ sich Crepis pulchra nachweisen, in einem Fall am Fuße auch mit einem größeren Bestand von Sambucus ebulus. Unter Bäumen fand sich wieder Cephalanthera damasonium.

Weiter ging es zu Trockenhängen östlich vom Kloster Schöntal (TK 6623/3 – Oberer Muschelkalk). Die Rasen des Benediktusberges sind nur z.T. mager ausgeprägt. Nachgewiesen werden konnten zwei Exemplare von Himantoglossum hircinum sowie Stachys germanica, am Wegesrand Cephalanthera damasonium und Epipactis helleborine subsp. helleborine. Der in der Offenlandbiotopkartierung von Wilfried Gerlinger für das Jahr 2000 aufgeführte Gentiana cruciata konnte nicht festgestellt werden.

Zum Abschluss der Kartierungsexkursion ging es in ein kleines Seitental der Jagst westlich Berlichingen (TK 6622/4 – Oberer Muschelkalk). In der Jagst selbst konnte Nuphar lutea gefunden werden. Das Waldgebiet „Lange Steige“ erbrachte neben Pulmonaria obscura und Epipactis helleborine subsp. helleborine den invasiven Neophyt Fallopia japonica. In Magerrasen am „Katharinenberg“ wurden u.a. Leucanthemum ircutianum und Primula veris subsp. veris entdeckt. Die im Wald (mit Sorbus torminalis und nochmals Epipactis helleborine subsp. helleborine) am südwestexponierten Steilhang eingestreuten Wacholderheidenreste erbrachten Ononis repens, Polygala comosa, Helleborus foetidus, ein paar Exemplare von Orchis militaris und drei Exemplare von Ophrys holoserica. Der Fund eines weiblichen Hirschkäfers (Lucanus cervus) wurde der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg gemeldet.

Einige Pflanzen-Erstnachweise für einzelne TK und für Quadranten konnten erbracht werden. Zahlreiche neue Funde ab dem Jahr 2000 wurden der zentralen Kartierungsstelle beim Naturkundemuseum Stuttgart (Dr. Arno Wörz) übermittelt.

Die Benennung der Pflanzen erfolgte entsprechend der Liste der Gefäß­pflanzen Deutschlands (Butler, May & Metzing 2018, BfN-Skripten 519).


Erich-Oberdorfer-Stiftung: Ausschreibung 2019

Stipendien-Ausschreibung 2019 der Erich-Oberdorfer-Stiftung

Die Stiftung dient der Förderung von Wissenschaft und Forschung im Bereich der Vegetationskunde, insbesondere in Südwestdeutschland.

Prof. Dr. Dr. h.c. Erich Oberdorfer gründete 1991 die nach ihm benannte Stiftung mit Sitz in Karlsruhe. Da ihm die Förderung der Forschung in den Bereichen Vegeta­tions­kunde und Vegetationsgeschichte besonders wichtig war, sollen aus den Erträgen der Stiftung Zuschüsse für entsprechende Projekte gewährt werden. Die Förderung richtet sich insbesondere an Forschungsprojekte in Südwestdeutschland. Wunsch des Stifters war es außerdem, dass die Stipendiaten Mitglieder im Natur­wissenschaftlichen Verein Karlsruhe e.V. sind. Mitglied kann jede/r Interessierte zum Jahresbeitrag von derzeit 15,- € bzw. 7,50 € für Studierende werden (www.nwv-karlsruhe.de).

 

Der Antrag auf eine Förderung soll folgende Angaben enthalten:

  • Name, Vorname und Adresse (auch E-Mail) des Antragstellers.
  • Genaue Schilderung des geplanten Projekts; ggf. Name der Institution, an der die Arbeit angefertigt wird.
  • Voraussichtliche Dauer der Arbeit. Die Förderung erfolgt als einmaliger Zuschuss; bei längerfristigen Projekten kann auf Antrag ein weiterer Zuschuss gewährt werden.
  • Genaue Angabe der geplanten Verwendung des Zuschusses mit Kosten­aufstellung (z.B. für Geräte oder Fahrtkosten).

 

Die Förderung beträgt maximal 4.000,- €. Mit dem positiven Bescheid zur Förderung werden 25 % der Fördersumme ausgezahlt, der Rest nach Erhalt eines Berichts zu den Ergebnissen oder einer Veröffentlichung. Unter Umständen können Zwischen­auszahlungen je nach Projektfortschritt und entstandenen Kosten vereinbart werden.

 

Anträge sind bis zum 15.11.2019 zu richten an:

Dr. Josef Simmel

Staatliches Museum für Naturkunde Karlsruhe

Referat Botanik

Erbprinzenstraße 13

76133 Karlsruhe

E-Mail: josef.simmel@smnk.de


Exkursionsbericht zum Südwestdeutschen Floristentag 2018

von Georg Schepers

 

Die Exkursion 2018 führte in den Kaiserstuhl, einem kleinen, ca. 100 qkm großen Gebirge vulkanischen Ursprungs im Oberrheingraben unweit von Freiburg im Breisgau. Die 11 Teilnehmer trafen sich um 9:15 Uhr mit den beiden Exkursionsleitern Georg Schepers (Waldkirch) und Wolfgang Bammert (Gottenheim) am Vogelsangpass zwischen Bötzingen und Alt-Vogtsburg. Nach einer kurzen Einführung in die Entstehungsgeschichte von Oberrheingraben und Kaiserstuhl wurden einige für den Naturraum typische Standorte in der näheren Umgebung des Vogelsangpasses aufgesucht (z. B. Halbtrockenrasen und Lössböschungen). Aus der gro­ßen Anzahl der hierbei gezeigten Pflanzen seien hier besonders erwähnt: Anacamptis pyramidalis, Digitalis lutea, Euphorbia seguieriana, Globularia bisnagarica, Orobanche arenaria (auf Artemisia campestris), Orobanche elatior (auf Centaurea scabiosa) und Peucedanum oreoselinum.

Auf Grund der leider recht geringen Teilnehmerzahl wurden Fahrgemein­schaften gebildet; so konnten bei bestem Kaiserstuhlwetter (bis 32 °C) einige weitere Fundorte mit bemerkenswerten Pflanzenvorkommen aufge­sucht werden. Beim „Badloch“ am Südhang des Badberges wurde der dortige Karbonatit-Steinbruch besucht und nach kurzer Erläuterung zu dessen interessanter Geologie wurden zwei bemerkenswerte Pflanzen­vorkommen gezeigt: Tanacetum macrophyllum (diese Art wurde dort vor ca. 90 Jahren adventiv eingebracht und hat sich seitdem lokal etabliert) sowie Daphne laureola. Das dortige Vorkommen wurde erstmals vor sechs Jahren erwähnt, die Herkunft – vermutlich ebenfalls synanthrop? – ist leider nicht bekannt.

Weiter ging es zu einigen Fundstellen in der Umgebung von Schelingen mit dem wohl letzten Vorkommen von Iberis amara im Kaiserstuhl, auf einer Böschung mit reichlich Linum tenuifolium und zu einem Weinberg, in dem seit einigen Jahren ein großer Bestand von Calendula arvensis wächst (wohl synanthrop). In dessen Nähe wuchsen am Fuß einer Böschung wenige Exemplare von Dianthus deltoides, für die der letzte schriftlich dokumentierte Nachweis für den Kaiserstuhl aus dem Jahr 1819 stammt (von Fr. v. Ittner – leider jedoch ohne nähere Ortsangabe!).

Das Mittagsvesper wurde an einem kleinen schattigen Platz in Schelingen eingenommen, bei dem sich in den Pflasterfugen ein Massenvorkommen von Minuartia hybrida subsp. tenuifolia befand. In unmittelbarer Umge­bung konnte eine den meisten Exkursionsteilnehmern bis dahin unbe­kannte Art, Tanacetum partheniifolium, gezeigt werden.

Ein „Highlight“ der Exkursion war zweifelsohne der Lützelberg bei Sas­bach mit den Vorkommen von zahlreichen Raritäten in seinen Weinber­gen, Trockenrasen, Gebüschrändern und Trockenmauern. Gezeigt wer­den konnten hier u. a. Ajuga chamaepitys, Allium sphaerocephalum, Alyssum montanum, Amaranthus graecizans subsp. sylvestris, Cynodon dactylon, Echinops sphaerocephalus, Festuca csikhegyensis, Melica ciliata, Nepeta cataria, Orobanche amethystea (auf Eryngium campestre), Potentilla cinerea subsp. incana, Potentilla inclinata, Potentilla x subaren­aria, Rumex pulcher, Seseli hippomarathrum und Teucrium montanum.

Die Exkursionsroute führte weiter über den Büchsenberg bei Niederrot­weil mit seinem Flaumeichenwald (Quercus pubescens sowie Quercus x calvescens) und einem großen Vorkommen von Buglossoides purpuro­caerulea und Dictamnus albus, beide  leider bereits verblüht. Am Weg­rand standen u. a. die wärmeliebenden Arten Colutea arborescens, Hippocrepis emerus, Physalis alkekengi var. alkekengi  und Tanacetum corymbosum.

Nach einem kurzen Abstecher zum Böhmischberg bei Achkarren mit Leonurus cardiaca subsp. cardiaca wurde ein Vorkommern von  Equise­tum ramosissimum am Bahnhof Achkarren aufgesucht. Unklarheit herrschte bei den Exkursionsteilnehmern über morphologisch auffällige Equisetum-Pflanzen, die eine Höhe von fast einen Meter erreichten und eine extrem große Zentralhöhle (ca. 90% des Stängel-Duchmessers) aufwiesen. Es bestand der Verdacht, dass es sich hierbei womöglich um Hybriden – evtl. mit Equisetum hyemale – handeln könnte. Eine Überprü­fung von gesammelten Belegen durch Marcus Lubienski (Hagen) ergab jedoch, dass es sich auch bei diesen Pflanzen um Equisetum ramosissi­mum handelt!

Zum Abschluß der Exkursion wurde der eindrucksvolle Lösshohlweg „Eichgasse“ bei Bickensohl besichtigt (mit Prunus cerasus subsp. acida in der Lößwand), und in einem benachbarten Weinberg wurde noch Bromus catharticus gefunden, bevor es zum Ausgangspunkt am Vogelsangpass zurückging, wo die Exkursion gegen 17.20 Uhr endete.

Zwei weitere Besonderheiten konnten bei dieser Exkursion gezeigt werden: ein recht großes, wenig bekanntes Vorkommen von Limodorum abortivum und ein seit einigen Jahren bekanntes Vorkommen des  Farns Asplenium ceterach, der im Kaiserstuhl schon als „ausgestorben“ gegol­ten hatte. Aus Naturschutzgründen wird auf die Fundorte dieser beiden Arten nicht näheren eingegangen.

Die Benennung der Pflanzen erfolgte entsprechend der Nomenklatur in Rothmaler‘s Exkursionsflora von Deutschland, 20. Aufl. (2011).


28. Südwestdeutscher Floristentag 2018

Der 28. Südwestdeutsche Floristentag 2018 findet am Samstag, den 20. Oktober, 10:00 Uhr, im Staatlichen Museum für Naturkunde Karlsruhe statt.

Anfragen und Anmeldung bitte an die Geschäftsstelle der Botanischen Arbeitsgemeinschaft Südwestdeutschland,
Tel. 0721-9379386, E-Mail: info@botanik-sw.de

Teilnahmebeitrag:
Mitglieder 10,- EUR, Nichtmitglieder 15,- Euro, Studenten beitragsfrei

Nach Bestätigung der Anmeldung bitten wir um Überweisung auf das Konto der Botanischen Arbeitsgemeinschaft Südwestdeutschland:

IBAN: DE36 6601 0075 0607 1127 55

BIC: PBNKDEFF

Stichwort: Floristentag 2018.

Programm Floristentag 2018:  –>Download

 

Mitgliederversammlung der Botanischen Arbeitsgemeinschaft Südwestdeutschland e. V.

Samstag, 20. Oktober, 17.00 Uhr, im Anschluss an den 28. Südwest­deutschen Floristentag im Max-Auerbach-Hörsaal im Staatlichen Museum für Naturkunde Karlsruhe, Erbprinzenstraße 13, 76133 Karlsruhe.

 

 


Erich-Oberdorfer-Stiftung: Ausschreibung 2018

Stipendien-Ausschreibung 2018 der Erich-Oberdorfer-Stiftung

Die Stiftung dient der Förderung von Wissenschaft und Forschung im Bereich der Vegetationskunde, insbesondere in Südwestdeutschland.

Prof. Dr. Dr. h.c. Erich Oberdorfer gründete 1991 die nach ihm benannte Stiftung mit Sitz in Karlsruhe. Da ihm die Förderung der Forschung in den Bereichen Vegeta­tions­kunde und Vegetationsgeschichte besonders wichtig war, sollen aus den Erträgen der Stiftung Zuschüsse für entsprechende Projekte gewährt werden. Die Förderung richtet sich insbesondere an Forschungsprojekte in Südwestdeutschland. Wunsch des Stifters war es außerdem, dass die Stipendiaten Mitglieder im Natur­wissenschaftlichen Verein Karlsruhe e.V. sind. Mitglied kann jede/r Interessierte zum Jahresbeitrag von derzeit 15,- € bzw. 7,50 € für Studierende werden (www.nwv-karlsruhe.de).

 

Der Antrag auf eine Förderung soll folgende Angaben enthalten:

  • Name, Vorname und Adresse (auch E-Mail) des Antragstellers.
  • Genaue Schilderung des geplanten Projekts; ggf. Name der Institution, an der die Arbeit angefertigt wird.
  • Voraussichtliche Dauer der Arbeit. Die Förderung erfolgt als einmaliger Zuschuss; bei längerfristigen Projekten kann auf Antrag ein weiterer Zuschuss gewährt werden.
  • Genaue Angabe der geplanten Verwendung des Zuschusses mit Kosten­aufstellung (z.B. für Geräte oder Fahrtkosten).

 

Die Förderung beträgt maximal 4.000,- €. Mit dem positiven Bescheid zur Förderung werden 25 % der Fördersumme ausgezahlt, der Rest nach Erhalt eines Berichts zu den Ergebnissen oder einer Veröffentlichung. Unter Umständen können Zwischen­auszahlungen je nach Projektfortschritt und entstandenen Kosten vereinbart werden.

 

Anträge sind bis zum 31.10.2018 zu richten an:

Prof. Dr. Norbert Lenz

Staatliches Museum für Naturkunde Karlsruhe

Erbprinzenstraße 13, 76133 Karlsruhe

E-Mail: norbert.lenz@smnk.de


Pflanzenpresse Nr. 37 vom März 2018

Veranstaltungen und Termine

Neue Namen in der Florenliste Baden-Württemberg

Verbreitungskarten ausgewählter Arten im Internet

Exkursions- und Veranstaltungsberichte

Literaturbesprechung

Erich-Oberdorfer-Stiftung

Sammelaufruf: verwilderte Bambus-Vorkommen

Vorstand der BAS

Impressum

ISSN 1864-4864, 51 Seiten

 

Pflanzenpresse Nr. 37:      –> Download