Aktuelles


Aufruf zur Kartierung von Callitriche palustris agg. im mittleren Neckarraum

von Monika Voggesberger und Steffen Hammel

 

Die Arten des Wasserstern-Aggregats (Callitriche palustris agg.) sehen sich nicht nur sehr ähnlich, die vegetativen Merkmale der einzelnen Arten sind außerdem sehr variabel und deshalb für eine sichere Ansprache wenig hilfreich. Daher ist der Kenntnisstand über Verbreitung und Häufigkeit der einzelnen Arten noch sehr lückenhaft. Besondere Schwierigkeiten macht im Gebiet die Trennung der drei nahe verwandten Arten C. stagnalis, C. cophocarpa und C. platycarpa. Zur Bestimmung werden blühende und fruchtende Pflanzen benötigt.

Die Pflanzen finden sich in Bächen, an Flussufern und vor allem im Wald in flachen Teichen, Tümpeln und in Fahrspuren von Rückegassen.

Mehr zu den Wassersternen in Baden-Württemberg siehe:

Voggesberger M. 1996: Callitrichaceae – Wassersterngewächse. – In: Sebald, O., Seybold, S., Philippi, G. & A. Wörz (Hrsg.): Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs, Band 5: 233-246.

und

http://www.flora.naturkundemuseum-bw.de/BestimmungCallitriche.pdf.

 

Im Rahmen der Fortschreibung der Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs beschäftigen sich Monika Voggesberger (Remseck a.N.) und Steffen Hammel (Erligheim) derzeit verstärkt mit Vorkommen der Arten im Großraum Stuttgart. Das Untersuchungsgebiet umfasst die Topografischen Karten 6819 bis 6822, 6919 bis 6922, 7019 bis 7022, 7119 bis 7122 und 7219 bis 7222.

In den letzten Jahren wurde bereits einiges an Material zusammen­getragen. Dennoch sind noch einige Lücken vorhanden. Vor allem aus den Flusstälern von Enz und Neckar, den Bereichen süd- und südöstlich von Heilbronn; auch aus den Wäldern zwischen Sindelfingen und Leonberg fehlen sicher noch aktuelle Angaben bzw. zuverlässige Bestimmungen. Aus dem Strohgäu westlich von Ludwigsburg sind aufgrund des Waldmangels traditionell wenige Funde bekannt. Auch von hier wären Meldungen bedeutsam.

Wir bitten darum, im Sommer 2020 verstärkt nach Wassersternen in der beschriebenen Region Ausschau zu halten. Wird ein Callitriche-Nachweis erbracht, sollte eine Schnellmeldung an S. Hammel unter Hammel-Erligheim@t-online.de erfolgen. Die Angabe des Rechts-Hochwerts und der ungefähren Lage des Fundorts (z.B. Schwarzwilpark Stuttgart, kleiner Tümpel) ist dabei ausreichend. Der Fundort wird umgehend überprüft und ein Herbarbeleg genommen. Nach der Artbestimmung erfolgt eine Rückmeldung an den Finder.

Alternativ kann durch den Finder gleich ein Herbarbeleg genommen und dieser an das Staatliche Museum für Naturkunde Stuttgart, Rosenstein 1, 70191 Stuttgart (STU) übersandt werden. Der Beleg geht dann in die Sammlung STU ein. Dorthin können auch Pflanzenbelege aus ganz Baden-Württemberg übermittelt werden. Zum Pressen eignet sich Back- oder Butterbrotpapier. Auf Zeitungpapier dagegen kleben Wassersterne fest und können nicht mehr gut gelöst werden.


30. Südwestdeutscher Floristentag 2020

Der 30. Südwestdeutsche Floristentag 2020 findet in Kalrsruhe am Samstag, den 17. Oktober statt.

Zur Feier des 30-jährigen Jubiläums gibt es für die Mitglieder der BAS ein kostenloses Mittagsbuffet. Wer einen Vortrag halten möchte, wendet sich bitte an die Geschäftsstelle der Botanischen Arbeitsgemeinschaft Südwestdeutschland,
Tel. 0721-9379386, E-Mail: info@botanik-sw.de

Teilnahmebeitrag:
Mitglieder 10,- EUR, Nichtmitglieder 15,- Euro, Studenten beitragsfrei

Nach Bestätigung der Anmeldung bitten wir um Überweisung auf das Konto der Botanischen Arbeitsgemeinschaft Südwestdeutschland:

IBAN: DE36 6601 0075 0607 1127 55

BIC: PBNKDEFF

Stichwort: Floristentag 2020. Anmeldeschluss ist der 2. Oktober 2020.

Im Anschluss an den Floristentag findet wie gewohnt die jährliche Mitgliederversammlung statt.


Aufruf zur Kartierung von Prunus cerasifera

von Thomas Breunig

Die Kirschpflaume (Prunus cerasifera) ist eine häufig gepflanzte und ebenso häufig verwilderte und inzwischen auch wild auftretende Gehölzart.

Man findet Prunus cerasifera auch abseits von Obstbaumanpflanzungen in Hecken, Gebüschen und Feldgehölzen sowie an Wald- und Wegrändern. Solche spontan aufgewachsenen Exemplare sollten bei floristischen Kartierungen mit dem Status „verwildert“ erfasst werden.

Als Download finden Sie nachfogend den Beitrag  von Thomas Breunig zur Kirschpflaume (Prunus cerasifera) mit den Unterscheidungsmerkmalen zu Prunus domestica.

–> download Beitrag Prunus cerasifera

Die BAS würde sich freuen, wenn im Jahr 2020 besonders auf diese Art geachtet wird und Fundmeldungen über unser Meldeformular gemeldet werden.


Aufruf zur Erfassung von Mahonia-Sippen

von Annemarie Radkowitsch

Wintergrüne neophytische Gehölze können im Winter besonders gut bei floristischen Kartierungen erfasst werden, da sie auch als kleine noch unauffällige Jungpflanzen in blattlosen Gehölzbeständen deutlicher erkennbar sind als während der Vegetationsperiode.

Mahonien werden sehr häufig in Gärten und öffentlichen Anlagen kulti­viert. Ihre immergrünen Blätter, duftende langlebige gelbe Blüten, blau bereifte essbare Früchte und anspruchslose Kulturbedürfnisse machen sie zu attraktiven Zierpflanzen, von denen in Baumschulen unterschied­liche Kultivare angeboten werden. Nicht nur im Umfeld von Anpflan­zungen verwildert, wandern diese Arten mittlerweile auch in stadtnahe Wälder, Feldhecken und Feldgehölze ein und gehören zu den regelmäßig außerhalb von Siedlungen auftretenden neophytischen Gehölzen.

Mahonien wurden bisher in der floristischen Kartierung in Baden-Wür­ttemberg als Mahonia aquifolium (Pursh.) Nutt. erfasst. Neben weiteren auffälligen und gut von dieser Sippe abgrenzbaren Arten wie Mahonia bealei (Fort.) Carr. gibt es die Mahonia repens (Lindl.) G. Don., die in Baden-Württemberg kartierungsrelevant ist. In den Gehölzfloren von Roloff & Bärtels (4. Aufl., 2014) und Schmidt & Schulz („Fitschen -Gehölzflora“, 13. Aufl., 2018) wird sie durch die Ausläuferbildung sowie Blattmerkmale wie die nach vorne gerichteten Zähne, die geringere Anzahl Zähne (5-9 gegenüber 5-15 abstehenden Zähne bei M. aquifolium) sowie Papillen auf der Blattunterseite von M. aquifolium unterschieden. In beiden Floren gibt es Detailzeichnungen zu den Blatt­merkmalen. Die Ausläuferbildung ist als alleiniges Unterscheidungs­merkmal zwischen den beiden Arten ungeeignet, da sie häufig erst bei Altpflanzen deutlich erkennbar auftritt. Die beiden Sippen bilden außerdem den Hybrid M. aquifolium x repens, der in Wuchsform und Merkmalen zwischen beiden Elternarten steht.

Für Fundmeldungen sind daher Herbarbelege oder zumindest aussage­kräftige Fotos der Blattmerkmale sowie Anmerkungen zum Alter bzw. Größe (bedeckte Fläche) der vorgefundenen Pflanzen und zum Vorhandensein von Papillen auf der Blattunterseite sowie erkennbaren Ausläufern wichtig.

Fundmeldungen bitte an: Annemarie Radkowitsch, Hohenwarterstr. 1, 75181 Pforzheim, a.radkowitsch[at]t-online.de

Download Vortrag Mahonia-Sippen [pdf]


Herbarwettbewerb der BAS

Herbarwettbewerb der BAS – Vorankündigung

von Annemarie Radkowitsch

Kinder und junge Menschen an botanische Themen heranzuführen ist ein wichtiges Anliegen der Botanischen Arbeitsgemeinschaft Südwest­deutschland e.V. Daher bietet die BAS in Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Museum für Naturkunde in Karlsruhe im kommenden Jahr eine Einführung ins Sammeln und Kennenlernen von Pflanzen sowie ins Herbarisieren und Kartieren an. Dieses Projekt „Mit wilden Pflanzen durchs Jahr“ ist verbunden mit einem Herbarwettbewerb und richtet sich an interessierte junge Menschen ab 8 Jahren, Schulkassen und sonstige Biologie-/ Botanik- oder Naturschutz-AGs.

Am Samstag, den 9. Mai 2020 findet die Auftaktveranstaltung dazu statt.

Weitere Information erhalten Sie in der nächsten Pflanzenpresse Nr. 41 (März 2020).

Wer an einer Teilnahme interessiert ist und nähere Informationen erhalten möchte, kann sich wenden an:

  • Annemarie Radkowitsch, Hohenwarterstr. 1, 75181 Pforzheim, a.radkowitsch[at]t-online.de oder
  • Josef Simmel, Staatliches Museum für Naturkunde Karlsruhe, Erbprinzenstraße 13, D-76133 Karlsruhe, josef.simmel[at]smnk.de

Erich-Oberdorfer-Stiftung: Ausschreibung 2019

Stipendien-Ausschreibung 2019 der Erich-Oberdorfer-Stiftung

Die Stiftung dient der Förderung von Wissenschaft und Forschung im Bereich der Vegetationskunde, insbesondere in Südwestdeutschland.

Prof. Dr. Dr. h.c. Erich Oberdorfer gründete 1991 die nach ihm benannte Stiftung mit Sitz in Karlsruhe. Da ihm die Förderung der Forschung in den Bereichen Vegeta­tions­kunde und Vegetationsgeschichte besonders wichtig war, sollen aus den Erträgen der Stiftung Zuschüsse für entsprechende Projekte gewährt werden. Die Förderung richtet sich insbesondere an Forschungsprojekte in Südwestdeutschland. Wunsch des Stifters war es außerdem, dass die Stipendiaten Mitglieder im Natur­wissenschaftlichen Verein Karlsruhe e.V. sind. Mitglied kann jede/r Interessierte zum Jahresbeitrag von derzeit 15,- € bzw. 7,50 € für Studierende werden (www.nwv-karlsruhe.de).

 

Der Antrag auf eine Förderung soll folgende Angaben enthalten:

  • Name, Vorname und Adresse (auch E-Mail) des Antragstellers.
  • Genaue Schilderung des geplanten Projekts; ggf. Name der Institution, an der die Arbeit angefertigt wird.
  • Voraussichtliche Dauer der Arbeit. Die Förderung erfolgt als einmaliger Zuschuss; bei längerfristigen Projekten kann auf Antrag ein weiterer Zuschuss gewährt werden.
  • Genaue Angabe der geplanten Verwendung des Zuschusses mit Kosten­aufstellung (z.B. für Geräte oder Fahrtkosten).

 

Die Förderung beträgt maximal 4.000,- €. Mit dem positiven Bescheid zur Förderung werden 25 % der Fördersumme ausgezahlt, der Rest nach Erhalt eines Berichts zu den Ergebnissen oder einer Veröffentlichung. Unter Umständen können Zwischen­auszahlungen je nach Projektfortschritt und entstandenen Kosten vereinbart werden.

 

Anträge sind bis zum 15.11.2019 zu richten an:

Dr. Josef Simmel

Staatliches Museum für Naturkunde Karlsruhe

Referat Botanik

Erbprinzenstraße 13

76133 Karlsruhe

E-Mail: josef.simmel@smnk.de