Jährliche Archive: 2007


Verbreitungsatlas der Moose Deutschlands – das neue Standwerk der Bryologie

Besprechung von ANNEMARIE RADKOWITSCHVerbreitungsatlas der Moose Deutschlands

Mit dem „Verbreitungsatlas der Moose Deutschlands“ von LUDWIG MEINUNGER und WIEBKE SCHRÖDER setzt die Regensburger Botanische Gesellschaft als Herausgeberin ihre bryologische Tradition fort, die bereits der Gründer David Hoppe im 18. Jahrhundert begonnen hat. In diesem neuen Standardwerk liefern die Autoren zu jeder der 1.159 im Gebiet vorkommenden Moosarten eine kurze Beschreibung zu Morphologie, Standortansprüchen, Soziologie, Verbreitung im Gebiet mit wichtigen Literaturhinweisen, sowie eine regionalisierte Gefährdungseinschätzung. Am Ende jedes Bandes ist für jede Art eine ganzseitige, farbige Verbreitungskarte abgedruckt, die im Quadrantenraster den Ist-Zustand (Angaben seit 1980) und die historischen Angaben (vor 1980) in zwei Kategorien (mit und ohne Beleg) darstellt. Die Bücher sind mit 164 teilweise farbigen Fotos und Zeichnungen illustriert. Bei der Auswahl der Bilder wurde Wert darauf gelegt, dass die Arten nicht in anderen gängigen Floren abgebildet sind. Zehn Fotografen lieferten Fotos für den Atlas. Die meisten Bilder stammen von Michael Lüth und dem Herausgeber. Die Bestimmungsschlüssel zu einigen schwierigen Gattungen werden viel Aufmerksamkeit erregen.
Das Werk erscheint in 3 Bänden:

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Neues Programm zur schnellen Eingabe von Artenlisten und Einzelfunden

Die Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW) hat in Zusammenarbeit mit
Artenerfassungsprogramm Pflanzen unserer Arbeitsgemeinschaft ein Programm entwickelt, mit dem Artenlisten, Vegetationsaufnahmen und Einzelfunde mit den dazugehörenden Fundortdaten auf einfache Weise in eine Datenbank eingegeben werden können. Die Eingabe der Arten erfolgt mit achtstelligen Kürzeln. Für die Eingabe steht die Standardliste Baden-Württemberg zur Verfügung, die außer den gültigen Namen auch zahlreiche Synonyme enthält (BUTTLER, K. P. & HARMS, K. 1998: Florenliste von Baden-Württemberg. Liste der Farn- und Samenpflanzen (Pteridophyta et Spermatophyta). – Fachdienst Naturschutz, Artenschutz 1 (Hrsg.: Landesanstalt für Umweltschutz Baden-Württemberg). – 486 S.; Karlsruhe). Zur Erleichterung der Eingabe der Fundortdaten sind für etliche Felder ebenfalls Standardlisten hinterlegt, z.B. für Naturraum, Gemeinde und Landkreis.
Das Programm verfügt über eine Recherchefunktion. Mit dieser können nach verschiedenen Kriterien wie Artname oder Naturraum die Fundorte zusammengestellt werden. Bei der Ausgabe der Einzelfunde, Artenlisten und Vegetationsaufnahmen besteht die Möglichkeit, die einzelnen Felder der Fundortdaten und der Populationsangaben zu den Arten auszuwählen. Die Ausgabe erfolgt bei der aktuellen Version 1.0.1 im HTML-Format.
Bezogen werden kann das Programm derzeit von der Geschäftsstelle der BAS. Zukünftig wird es möglich sein, das Programm von der Internetseite der LUBW herunterzuladen.


Gesucht – erloschene Pflanzenvorkommen

ARNO WÖRZ

Für die Weiterführung der floristischen Kartierung von Baden-Württemberg ist es nicht nur wichtig, neue Funde zu dokumentieren, sondern auch das Verschwinden von Arten an ihren Wuchsorten.
Wir bitten daher alle Floristen und Naturschützer uns Mitteilung von seltenen Arten, Arten des Anhangs II der FFH-Richtlinie und Arten der Roten Liste Baden-Württemberg (v.a. RL-Status 1, 2 und R) zu machen, die an ihrem Fundort nachweislich erloschen sind. Die Angaben sollten möglichst vollständig sein: TK/Quadrant, R/H-Wert, Datum, Beobachter etc.; eventuell mit Karte). Zusätzlich bitte wir, soweit bekannt, den Grund für das Verschwinden der Art anzugeben.
Mitteilungen bitte an MARTIN ENGELHARDT oder DR. ARNO WÖRZ, Staatliches Museum für Naturkunde Stuttgart, Rosenstein 1, 70191 Stuttgart, E-Mail: woerz.smns(at)naturkundemuseum-bw.de oder engelhardt.smns(at)naturkundemusem-bw.de

Anmerkung der Redaktion: Verlustmeldungen können nach wie vor auch in unserer Zeitschrift „Berichte der Botanischen Arbeitsgemeinschaft Südwestdeutschland“ in der Rubrik „Neue Fundorte – Bestätigungen – Verluste“ veröffentlicht werden – Zusendung von Meldungen bitte an die Redaktion.


17. Südwestdeutscher Floristentag 2007

12. – 13. Mai 2007, Karlsruhe

Referenten: Dorothee Benkowitz (Karlsruhe), Thomas Breunig (Karlsruhe), Dr. Karl Peter Buttler (Frankfurt/M.), Dr. Thomas Gregor (Vechta), Dr. Carl Höcke (Freiburg), Prof. Dr. Volker Hoffmann (Neckartenzlingen), Dr. Karlheinz Köhler (Karslruhe), Sdravko V. Lalov (Ludwigshafen), Dr. Dagmar Lange (Landau), Dr. Markus Peintinger (Radolfzell), Annemarie Radkowitsch (Pforzheim), Dr. Markus Röhl (Nürtingen), Thomas Stalling (Lörrach)

Exkursionsziel: Rheinaue bei Karlsruhe

Tagungsprogramm: –>Download


Pflanzen des Monats

Kartierung der Flora von Karlsruhe und Umgebung

Annemarie Radkowitsch

Die „Pflanzen des Monats“ zeigen einige ausgewählte Farn- und Blütenpflanzen der Montagsexkursionen zur Erfassung der Flora von Karlsruhe und Umgebung. Sie sollen an der Flora interessierten Personen Anregung geben für eigene Beobachtungen und Kartierungen von Pflanzen. Die links zu den aktuellen Verbreitungskarten des staalichen Museums für Naturkunde Stuttgart geben Hinweise auf derzeit bekannte Vorkommen der Arten. Falls neue Funde gemacht werden, können diese bei den Fundortmeldungen angegeben werden.

April

Purpur-Storchschnabel – Geranium purpureum
(Verbreitungskarte *)

geraniumpurpureum.jpg
War der Purpur-Storchschnabel vor 10 Jahren nur gelegentlich an den Bahnhöfen Südwestdeutschlands zu finden, so hat er sich bis heute sehr stark ausgebreitet. Dieser Neophyt kommt seit ca. 1890 in Deutschland vor. Er kann mit dem Rupprechtskraut (Geranium robertianum) verwechselt werden. Der Purpur-Storchschnabel unterscheidet sich v.a. durch die nur 0,5-1mm lange Granne an der Spitze der Kelchblätter vom Rupprechtskraut sowie die fehlenden langen Drüsenhaare an den Kelchblättern. Er besitzt nur eine gleichmäßige kurze dichte Behaarung an den Kelchen. Auffallend sind auch die nicht rot verfärbten, sondern frisch grün bleibenden Kelchblätter, wenn die Pflanze fruchtet. Blütenmerkmale sind besonders im Laufe des Sommers nur mit Vorsicht zu betrachten.
Fundort: TK 7115/21 – Muggensturm, Bahnhof.

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Berichte der Botanischen Arbeitsgemeinschaft Südwestdeutschland Band 4

Zum Download der Einzelartikel klicken Sie im Inhaltsverzeichnis hinter dem jeweiligen Artikel auf [pdf].
2007berichte04.jpg
Berichte der botanischen Arbeitsgemeinschaft Südwestdeutschland Band 4
April 2007
128 S.
Karlsruhe
ISSN 1617-5506

 

INHALTSVERZEICHNIS

Originalarbeiten

Karl Kiffe: Die Carex-Hybriden Baden-Württembergs [pdf]

Günter Gottschlich:Hieracium glomeratum Froel. – Beginn einer lokalen Ausbreitung? [pdf]

Heinrich E. Weber: Beitrag zur Kenntnis der Brombeerflora des Südschwarzwalds mit angrenzenden Bereichen [pdf]

Jens Freigang & Günther Zenner: Die Verbreitung von Dryopteris affinis (Lowe) Fraser-Jenkins (Pteridophyta, Dryopteridaceae) im baden-württembergischen Alpenvorland mit einer Anleitung zur Bestimmung ihrer hier aufgefundenen Sippen [pdf]

Kurzmitteilungen

Siegfried Demuth & Christina Romer: Ein Neufund der Sumpf-Fetthenne (Sedum villosum) im Schwarzwald [pdf]

Eberhard Koch: Viola canina subsp. schultzii im Hegau [pdf]

Eberhard Koch: Die Entwicklung einer Population von Lythrum hyssopifolia im Hegau [pdf]

Monika J. Peukert: Lein-Seide (Cuscuta epilinum) – in Baden-Württemberg ausgestorben? [pdf]

Annemarie Radkowitsch: Über ein adventives Vorkommen des Goldtröpfchens (Chiastophyllum oppositifolium (Ledeb. ex Nordm.) A. Berger) in Pforzheim [pdf]

Franz Schuhwerk: Neufunde aus dem Südschwarzwald [pdf]

Aksel Uhl: Das Frischgrüne Zypergras (Cyperus eragrostis) in Baden-Württemberg [pdf]

Peter Vogel: Ein Wiederfund der Wasser-Braunwurz (Scrophularia auriculata) in Baden-Württemberg [pdf]

Martin Weckesser: Die Folge eines Jahrhundertsommers? – Zur außergewöhnlichen Häufigkeit von Adonis aestivalis im Taubergebiet und Bauland im Jahr 2004 [pdf]

Ralf Worm: Feld-Mannstreu (Eryngium campestre) auf der Schwäbischen Alb – erster Fund seit 1882 [pdf]

Veröffentlichungen zu Flora und Vegetation von Südwestdeutschland 2002-2003
Zusammengestellt von Andreas Kleinsteuber unter Mitarbeit von Thomas Breunig und Thomas Wolf [pdf]

Neue Fundorte – Bestätigungen – Verluste (387 – 532)

Zusammengestellt von Thomas Breunig [pdf]

Thomas Breunig (Nr. 387 – 396), Franz G. Dunkel (Nr. 397), Gerold Franke (Nr. 398 – 400), Steffen Hammel (Nr. 401 – 412), Helmut Herwanger (Nr. 413 – 438), Heike Horstmann (Nr. 439), Uwe Raabe (Nr. 440 – 444), Siegfried Schlesinger (Nr. 445 – 468), Dr. Wolfgang Schütz (Nr. 469 – 471), Oskar Sebald (Nr. 472), Dr. Hans W. Smettan (Nr. 473 – 486), Markus Sonnberger (Nr. 487 – 493), Franz Stern (Nr. 494 – 503), Martin Weckesser & Christine Woda (Nr. 504 – 513), Stephen Ziegler (Nr. 514 – 532)

 

Impressum

Berichte der Botanischen Arbeitsgemeinschaft Südwestdeutschland
Band   4 April 2007   Karlsruhe
ISSN 6 7-5506

Herausgeberin:
Botanische Arbeitsgemeinschaft Südwestdeutschland e.V.
Geschäftsstelle:        Bahnhofstr. 38, 76137 Karlsruhe
Telefon:                      072 /937938
Internet:                     http://www.botanik-sw.de
E-Mail:                       info[at]botanik-sw.de

Redaktion:
Thomas Breunig, Bahnhofstr. 38, D-76137 Karlsruhe, breunig[at]botanik-sw.de
Siegfried Demuth, Bahnhofstr. 38, D-76137 Karlsruhe, demuth[at]botanik-sw.de
Michael Koltzenburg, Weilerburgstraße 4, D-72072 Tübingen, mail[at]saxifraga.de
Dr. Dagmar Lange, Universität Koblenz-Landau, Campus Landau, Abteilung Biologie, Im Fort 7, D-76829 Landau, lange[at]uni-landau.de
Résumés: Benoît Sittler

Manuskripte, die zur Veröffentlichung in den Berichten der Botanischen Arbeitsgemeinschaft Südwest-deutschland vorgesehen sind, bitten wir an die Geschäftsstelle zu senden.

Herstellung: medien & werk, Karlsruhe

© Botanische Arbeitsgemeinschaft Südwestdeutschland e.V.


Ein neuer Beirat stellt sich vor

Annemarie Radkowitsch

Vorstand der BAS mit Beirat in Karlsruhe:

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Vordere Reihe von links: Uwe Fessenbecker, Rita Hofbauer, Annemarie Radkowitsch, Thomas Breunig, Norbert Höll, Reinhardt Böcker. Hintere Reihe von rechts Helmut Herwanger, Adam Hölzer, Jürgen Vögtlin, Eberhardt Koch, Siegfried Demuth, Markus Sonnberger. Nicht im Bild Walter Lang, Dagmar Lange.

Der Beirat ist in der Vereinsarbeit der Botanischen Arbeitsgemeinschaft Südwestdeutschland e.V. (BAS) ein wichtiges Bindeglied zwischen dem Vorstand und den Mitgliedern. Als regionale Vertreter unterstützen die Beiräte in ihrem Tätigkeitsumfeld die floristische Kartierung, führen Exkur­sionen durch, beteiligen sich an der Öffentlichkeitsarbeit und stehen als Ansprechpartner für botanisch Interessierte vor Ort zur Verfügung. Unter­stützt werden sie dabei durch den Vorstand. Außerdem trägt der Beirat wesentlich zum vielfältigen Angebot der BAS für ihre Mitglieder bei durch Übernahme spezieller Aufgaben wie Aufbau und Pflege der Homepage, die Betreuung der Linksammlung, die Entwicklung einer Datenbank zur Eingabe und Verwaltung floristischer Daten sowie der Unterstützung beim Aufbau der Vereinsherbarien. (mehr …)


Gesucht wird die Deutsche Mispel (Mespilus germanica L.) –Wildvorkommen und alte Obstbäume

Sdravko Vesselinov Lalov

Die Deutsche Mispel kommt ursprünglich wohl nur im Schwarzmeer- und Kaukasusgebiet wild vor, wurde aber seit der Römerzeit in ganz Süd- und in Teilen Mitteleuropas als Obstbaum angebaut und bürgerte sich stellen­weise ein. Die Art kommt bevorzugt in Wäldern, in aufgelassenen Wein­bergen und Obstgärten, in Hecken und Gebüschen, an Weg- und Waldrändern sowie in Hohlwegen vor. Insgesamt ist die Mispel deutschlandweit als selten einzustufen, die Vorkommen sind vor allem durch direkte Zerstörung bei Flurbereinigungen, Baumaßnahmen sowie Randstreifenpflege gefährdet, aber auch durch die Umwandlung von Niederwäldern und landwirtschaftlichen Flächen in schattige Hochwälder.

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Kartierung der Torfmoose in Südwestdeutschland

Adam Hölzer

Torfmoose werden oft auch von Bryologen als schwierige Gruppe eingestuft, was aber hauptsächlich daran liegt, dass man zu ihrer sicheren Bestimmung meist zum Mikroskop greifen muss und die Variabilität der Arten entsprechend den ökologischen Bedingungen sehr groß ist. Allerdings ist auch gerade diese Eigenschaft das besonders reizende Element an ihnen. Hat man sich eingearbeitet und die Anfangsschwierigkeiten überwunden, dann lässt sich an wenigen Pflanzen sehr viel über den Standort ablesen. Dies gilt selbst noch für ihre Reste in Jahrtausende alten Torfen.

Im Rahmen der Arbeiten an den „Moosen Baden-Württembergs“ wurden die Kartierungsarbeiten an den Torfmoosen stark intensiviert. Allerdings gibt es immer noch Lücken in den Verbreitungskarten. Auch war das MTB-Raster für weitergehende Aussagen zu grob. Deshalb wurden die Arbeiten fortgesetzt und auch über die Grenzen von Baden-Württemberg hinaus ausgedehnt.

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