{"id":10,"date":"2003-06-21T23:05:21","date_gmt":"2003-06-21T22:05:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.botanik-sw.de\/BAS\/module\/wordpress\/?p=10"},"modified":"2003-06-21T23:05:21","modified_gmt":"2003-06-21T22:05:21","slug":"kartierertreffen-am-2021-juni-2003-in-wildberg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.botanik-sw.de\/BAS\/module\/wordpress\/?p=10","title":{"rendered":"Kartierertreffen am 20\/21. Juni 2003 in Wildberg"},"content":{"rendered":"<p>Am 20. und 21. Juni 2003 trafen sich 14 Mitglieder des Arbeitskreises Geobotanik in Wildberg (Nagoldtal). Im Mittelpunkt des Treffens stand die geplante Fortf\u00fchrung der floristischen Kartierung in Baden-W\u00fcrttemberg. Der erste Tag diente dem Erfahrungsaustausch und der Diskussion \u00fcber eine Projektskizze von Th. Breunig, N. H\u00f6ll, M. Koltzenburg, A. Radkowitsch und M. Sonnberger. Am zweiten Tag wurde die vorgesehene Kartiermethodik einem Gel\u00e4ndetest unterzogen.<br \/>\n\u201eKlein aber fein\u201c ist das Motto f\u00fcr die vorgesehenen Erhebungen: Klein, weil wir als Arbeitsgemeinschaft allein keine fl\u00e4chendeckende floristische Kartierung durchf\u00fchren k\u00f6nnen und uns daher auf Auswahlfl\u00e4chen beschr\u00e4nken. Fein, weil wir genauer kartieren werden als bisher, einer verbindlichen Kartiermethodik folgen, bemerkenswerte Funde genau lokalisieren und von bestimmungskritischen Sippen Belege sammeln. Jedes Jahr wird es zu Beginn der Kartiersaison eine Schulung f\u00fcr interessierte Mitglieder unserer Arbeitsgemeinschaft geben. Im Winterhalbjahr sollen dann die interessantesten Ergebnisse der vorangegangenen Kartiersaison in Verbindung mit einer Herbarschau vorgestellt werden.<br \/>\nDiskutiert wurde bei dem Kartierertreffen unter anderem \u00fcber die sinnvolle Gr\u00f6\u00dfe des Kartiergebiets je Artenliste. Dies ist eine wichtige methodische Vorgabe, die nicht nur \u00fcber die Genauigkeit der geographischen Verortung der Funde entscheidet, sondern auch Einfluss hat auf die Art und Weise, wie kartiert wird. Die Exkursionen am zweiten Tag zeigten, dass in einer durchschnittlich strukturierten \u201eNormallandschaft\u201c bei gr\u00fcndlicher Kartierung einschlie\u00dflich des Sammelns kritischer Sippen bei einer Halbtagesexkursion maximal ein Landschaftsausschnitt innerhalb eines Radius von 300-350 m nach Arten abgesucht werden kann.<br \/>\nEine entsprechende Fl\u00e4chengr\u00f6\u00dfe wollen wir deshalb den Kartierexkursionen des Arbeitskreises Geobotanik zu Grunde legen. Ber\u00fccksichtigt werden sollen bei der Abgrenzung der Kartierfl\u00e4chen au\u00dferdem offensichtliche Naturraumgrenzen und das Viertelquadranten-Raster der Topographischen Karte 1:25.000.<br \/>\nDiskutiert wurde weiterhin dar\u00fcber, welche zus\u00e4tzliche Daten zu den Artenlisten erfolgen sollen, ob die H\u00e4ufigkeit der Arten im Kartiergebiet notiert werden soll, und welche Statusangaben zum Etablierungsgrad erfolgen sollen. Bis zu Beginn der Kartiersaison 2004 werden wir nun eine kleine Kartieranleitung erstellen, die \u2013 auf das Wesentliche beschr\u00e4nkt \u2013 die methodischen Vorgaben f\u00fcr die floristische Kartierung enth\u00e4lt.<br \/>\nAm zweiten Tag wurde s\u00fcdwestlich von Wildberg im Quadrantenfeld 7318\/3 in drei Gruppen halbt\u00e4gige Kartierexkursionen durchgef\u00fchrt. In diesem Quadrant wurden bisher etwa 580 Sippen nachgewiesen, die Artenlisten erhielten wir freundlicherweise von der Zentralstelle f\u00fcr floristische Kartierung in Regensburg und vom Staatlichen Museum f\u00fcr Naturkunde in Stuttgart.<br \/>\nUnsere halbt\u00e4gigen Exkursionen beschr\u00e4nkten sich auf den Viertelquadranten 7318\/33. In drei Gruppen waren wir nordwestlich von Rotfelden unterwegs, je Gruppe wurden zwischen 250 und knapp 300 Sippen erfasst. Zusammen ergab dies ein Nachweis von 398 einheimischen und eingeb\u00fcrgerten sowie von 34 unbest\u00e4ndigen Sippen, und damit fast 75 % der bis dahin erfassten Artenzahl. Von den festgestellten Sippen waren 84 neu f\u00fcr den Quadranten, darunter regional seltene Arten wie Berberitze (Berberis vulgaris), Breitbl\u00e4ttrige Wolfsmilch (Euphorbia platyphyllos), Echtes und Unechtes T\u00e4nnelleinkraut (Kickxia elatine, K. spuria) und Echter Fichtenspargel (Monotropa hypopitys), aber auch weit verbreitete Arten wie Bleiche Segge (Carex pallescens), Flaumiger Wiesenhafer (Helictotrichon pubescens), Hasenbrot (Luzula campestris), Wald-Veilchen (Viola reichenbachiana) und Tannen-Mistel (Viscum album subsp. abietis). Zahlreich waren auch die Best\u00e4tigungen von Sippen, deren letzte Nachweise vor 1970 lagen, zum Beispiel f\u00fcr die Arten Wegwarte (Cichorium intybus), Wirbeldost (Clinopodium vulgare), Gr\u00fcner Pippau (Crepis capillaris), Berg-Weidenr\u00f6schen (Epilobium montanum), Schlitzbl\u00e4ttriger Storchschnabel (Geranium dissectum) und Wiesen-Leinblatt (Thesium pyrenaicum).<br \/>\nBereits diese wenigen Angaben zeigen, wie viele Kartierl\u00fccken und welchen Kartierbedarf es noch gibt. Zudem hat sich die Flora S\u00fcdwestdeutschlands in den letzten Jahrzehnten vor allem aufgrund anthropogener Ursachen in einem bisher kaum bekannten Ma\u00dfe gewandelt. Die Dokumentation dieses Florenwandels ist eines der wichtigen und reizvollen Ziele der vorgesehenen floristischen Kartierung. So wurden durch die Nachweise des Zweiknotigen Kr\u00e4henfu\u00dfes (Coronopus didymus) und des Faden-Ehrenpreises (Veronica filiformis) die Einwanderung dieser beiden Arten im Gebiet dokumentiert.<br \/>\nAnfang November findet ein Gespr\u00e4ch mit Vertretern der beiden Staatlichen Museen f\u00fcr Naturkunde statt, bei dem gekl\u00e4rt wird, in welchem Ma\u00dfe sich die Museen an dem Projekt beteiligen. Wir hoffen, dass die Mitarbeit der Museen \u00fcber die bereits zugesagte ideele Unterst\u00fctzung hinausgeht, und wir ein gemeinsames Projekt auf den Weg bekommen.<\/p>\n<p>TeilnehmerInnen des Kartierertreffens am 20.\/21. Juni 2003 in Wildberg waren: Thomas Breunig, Peter Fath, Gerold Franke, Thomas Grund, Steffen Hammel, Norbert H\u00f6ll, Eberhard Koch, Gunter M\u00fcller, Annemarie Radkowitsch, Tina Roth, Peter Sack, Markus Sonnberger, Harald Streitz und Stephen Ziegler.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 20. und 21. 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