{"id":11,"date":"2003-07-27T22:21:14","date_gmt":"2003-07-27T21:21:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.botanik-sw.de\/BAS\/module\/wordpress\/?p=11"},"modified":"2003-07-27T22:21:14","modified_gmt":"2003-07-27T21:21:14","slug":"2003-kartierungsexkursion-im-vorderen-odenwald-am-27-juli-2003","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.botanik-sw.de\/BAS\/module\/wordpress\/?p=11","title":{"rendered":"(2003) Kartierungsexkursion im Vorderen Odenwald am 27. Juli 2003"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"text0\"><strong>Enno Schubert<\/strong><br \/>\nDer Einladung zur ganzt\u00e4gigen Exkursion waren 9 Mitglieder und  Freunde der BAS gefolgt, so dass es vermutlich nur wenigen Sippen entlang des  Exkursionsweges gelungen sein d\u00fcrfte, unerkannt zu \u201eentkommen\u201c. Allerdings hatte  die auch zu diesem Zeitpunkt schon seit Wochen anhaltende Trockenheit das  Erkennen der Arten erheblich erschwert, was auch durch die Regenschauer nicht  wettgemacht werden konnte, die w\u00e4hrend der Mittagspause und gegen Ende der  Exkursion f\u00fcr etwas Erfrischung sorgten.<\/span><\/p>\n<p><!--more--><span class=\"text0\"><br \/>\nDas Exkursionsgebiet liegt am  Westrand des Odenwaldes bei Weinheim und umfasst das Rasterfeld 134 im  Messtischblatt 6418. Es zeichnet sich aus durch seine Lage zwischen 140-250 m  \u00fc.N.N. am s\u00fcdwestlichen Ausgang des Weschnitztales (Naturraum 145.3  Weschnitztal) an der Grenze zum Naturraum 226 Bergstra\u00dfe. Die bodenbildenden  Gesteine \u2013 Granit und Quarzporphyr \u2013 sind mehr oder weniger sauer, zum Teil  jedoch mit L\u00f6ss bedeckt. An diesen Stellen zeigt die Vegetation Ankl\u00e4nge an die  der nahen Bergstra\u00dfe. So z\u00e4hlt das Gebiet zu den floristisch vielf\u00e4ltigsten im  Odenwald. Durch zwei in j\u00fcngerer Zeit gelaufene bzw. noch laufende  Erfassungsprojekte, in deren Schnittpunkt es liegt, ist es auch verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig  gut bearbeitet. Es sind dies zum einen die in den 1980er und 1990er Jahren von  S. Demuth durchgef\u00fchrte Erfassung der Flora von Weinheim und Umgebung (Demuth  2001), zum andern durch eine noch laufende Kartierung des Naturraumes  Weschnitztal und seiner Umgebung. Um so erstaunlicher ist die hohe Zahl neu  erfasster Sippen, von denen im Folgenden nur einige der bemerkenswerten genannt  seien.<br \/>\nVormittags wurde ein Waldgebiet n\u00f6rdlich der Weschnitz aufgesucht, das  von Waldmeister-Buchenwald auf L\u00f6ss dominiert wird, aber auch Einsprengsel  anderer Waldgesellschaften enth\u00e4lt. Hier konnten einige eher f\u00fcr die Bergstra\u00dfe  als f\u00fcr den Odenwald typische Arten best\u00e4tigt werden wie Euphorbia dulcis,  Pulmonaria obscura und Sanicula europaea. Neu gefunden wurden u.a. Calamagrostis  arundinacea, Carex umbrosa, Duchesnea indica, Glyceria notata, Rosa arvensis,  Tilia cordata und Viola hirta. S\u00fcdlich der Weschnitz versprachen zwei  Lebensr\u00e4ume gute Ausbeute:<br \/>\nDie Eichh\u00f6he, ein ausgedehntes (Obst-)Wiesengebiet  s\u00fcdwestlich von Birkenau (Hessen) mit eingestreuten \u00c4ckern und Geb\u00fcschen, deren  Vegetation sich leider als stark d\u00fcrregesch\u00e4digt erwies. Trotzdem konnten hier  einige f\u00fcr den Odenwald bemerkenswerte Sippen neu nachgewiesen werden, so  Euphorbia virgata (auf Hinweis von M. Sonnberger), Securigera varia, Verbascum  lychnitis und V. nigrum.<br \/>\nDas interessantere der beiden s\u00fcdlich der Weschnitz  aufgesuchten Gebiete war ein noch in Betrieb befindlicher  Quarzporphyr-Steinbruch, der nicht nur eine ansehnliche Ausbeute an adventiven  Sippen erbrachte, sondern auch Funde heimischer Pflanzen, die auf weniger  gest\u00f6rten, teilweise schon mit einer Humsschicht versehenen Schotterfl\u00e4chen  Zuflucht gefunden hatten: Chenopodium album subsp. pedunculare, Ch. hybridum,  Ch. strictum, Epilobium lanceolatum, Fumaria vaillantii, Misopates orontium,  Papaver dubium, Setaria verticillata, Solanum nigrum subsp. schultesii, Vulpia  myuros. Von den hier adventiv auftretenden Arten seien genannt Amaranthus  powellii, Atriplex sagittata, Datura stramonium, Papaver somniferum, Psyllium  arenarium, Satureja hortensis.<br \/>\nWie wenig scharf die Grenzlinie zwischen  Naturr\u00e4umen in der Praxis oft festzulegen ist, zeigt der Fund der B\u00fcschel-Nelke  (Dianthus armeria) auf einer Mauerkrone in der Talsohle, neben Origanum vulgare  und unweit des Waldes mit Lungenkraut (Pulmonaria obscura) und anderen  basenliebenden Arten. Die B\u00fcschel-Nelke gilt in der Region als typische  \u201eOdenwaldart\u201c, an der Bergstra\u00dfe nimmt ihre Stelle die basenliebende  Karth\u00e4user-Nelke (Dianthus carthusianorum) ein, die auf unserer Exkursion aber  nicht gefunden wurde. Insgesamt konnt<\/span><span class=\"text0\">en im  Kartierungsfeld 339 Sippen notiert und die Gesamtzahl der aktuell nachgewiesenen  Sippen damit auf 472 erh\u00f6ht werden.<br \/>\nLiteratur: DEMUTH S. 2001: Die  Pflanzenwelt von Weinheim und Umgebung. \u2013 416 S.; Verlag Regionalkultur,  Ubstadt-Weiher.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Enno Schubert Der Einladung zur ganzt\u00e4gigen Exkursion waren 9 Mitglieder und Freunde der BAS gefolgt, so dass es vermutlich nur wenigen Sippen entlang des Exkursionsweges gelungen sein d\u00fcrfte, unerkannt zu \u201eentkommen\u201c. 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