{"id":1402,"date":"2016-06-29T15:01:27","date_gmt":"2016-06-29T14:01:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.botanik-sw.de\/BAS\/module\/wordpress\/?p=1402"},"modified":"2016-07-05T09:26:50","modified_gmt":"2016-07-05T08:26:50","slug":"kartiermethodik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.botanik-sw.de\/BAS\/module\/wordpress\/?p=1402","title":{"rendered":"Kartiermethodik"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"text0\"><strong>Empfohlene Methodik f\u00fcr Kartierexkursionen<\/strong> von Thomas Breunig (2004)<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p>Im folgenden werden, vor allem f\u00fcr diejenigen, die sich mit eigenen Kartierexkursionen an der floristischen Kartierung beteiligen m\u00f6chten, die wesentlichen Punkte der Kartiermethodik dargestellt.<\/p>\n<p><strong>1. Kartiergebiet<\/strong><\/p>\n<p>Das Kartiergebiet einer Exkursion liegt innerhalb eines Viertelquadranten der TK 25 (= Unterteilung der TK 25 in 16 Teile). Die Nummerierung der Quadranten erfolgt in folgender Weise: NW-Quadrant = 1, NE-Quadrant =2, SW-Quadrant = 3, SE-Quadrant = 4. Die weitere Unterteilung in Viertelquadranten erfolgt analog. Es ergeben sich daraus die Nummerierungen 11, 12, 13, 14, 21, 22, 23, 24, 31, 32 usw (z.B. 6916\/34).<\/p>\n<p>Das Kartiergebiet einer Exkursion liegt innerhalb eines Radius von 300-400 m, damit keine zu gro\u00dfe geographische Unsch\u00e4rfe entsteht. Bei gro\u00dfen Waldgebieten und stark ausger\u00e4umten, strukturarmen Feldfluren kann der Radius auch bis zu 500 m betragen. Das konkrete Ausma\u00df der Unsch\u00e4rfe ist auf dem Erhebungsbogen anzugeben.<br \/>\nDie naturr\u00e4umliche Gliederung soll nach M\u00f6glichkeit ber\u00fccksichtigt werden. Die einzelnen Kartiergebiete sollen offensichtliche Naturraumgrenzen nicht \u00fcberschreiten. Ergeben sich durch die Landschaftsgliederung innerhalb eine Naturraums gro\u00dfe einheitliche Fl\u00e4chen, zum Beispiel eine 300-400 Meter breite Talaue, gro\u00dfe Hochfl\u00e4chen oder gro\u00dfe Hangbereiche, so soll ein Kartiergebiet m\u00f6glichst innerhalb einer solchen Fl\u00e4che liegen.<\/p>\n<p>\u00c4hnliches gilt f\u00fcr gro\u00dffl\u00e4chige Landnutzungen. Bei klarer Gliederung der Landschaft ist es g\u00fcnstig, wenn die Kartiergebiete entweder vollst\u00e4ndig im Wald, im Offenland oder in einem Siedlungsbereich liegen. G\u00fcnstiger als ein Kartiergebiet, das zum Teil in einem Dorf, zum Teil in der Feld- und Wiesenflur und zum Teil in einem Wald liegt (das ergibt f\u00fcr die eine Exkursion zwar die h\u00f6chste Artenzahl), ist es, das Kartiergebiet auf einen dieser drei Bereiche zu beschr\u00e4nken, wenn dieser Bereich gro\u00df genug f\u00fcr eine mindestens halbt\u00e4gige Exkursion ist.<br \/>\nDie Route der Kartierexkursion wird auf einer Kopie der TK 25 festgehalten werden.<\/p>\n<p><strong>2. Unterteilung des Kartiergebiets<\/strong><\/p>\n<p>Das Kartiergebiet kann in Teilstrecken unterteilt werden. Diese Teilstrecken sind durch kleine Buchstaben (a, b, c usw. ) zu kennzeichnen, die in das linke K\u00e4stchen vor der beobachteten Sippe (siehe Erhebungsbogen) gesetzt werden. Bitte keine Unterteilung des Kartiergebiets nach stand\u00f6rtlichen oder vegetationskundlichen Kriterien (z.B. Wald, Wiese, Ackerland, Feucht- und Trockenstandorte), weil dadurch Fundorte nicht n\u00e4her lokalisiert werden und meist nur Triviales dokumentiert wird, z.B. dass Fagus sylvatica im Wald w\u00e4chst. Bitte darauf achten, dass die Kennzeichnung eindeutig ist, deshalb leicht verwechselbare Kleinbuchstaben nicht verwenden, zum Beispiel i\/j und m\/n.<\/p>\n<p><strong>3. Zu erfassende Sippen<\/strong><\/p>\n<p>Erfasst werden alle Sippen an wildwachsenden Farn- und Samenpflanzen. Dies sind neben den spontan auftretenden Sippen auch Verwilderungen von kultivierten Sippen. Nicht erfasst werden dagegen Sippen, die im Gebiet nur kultiviert auftreten. Notiert werden nur Sippen, die sicher angesprochen werden k\u00f6nnen. Angestrebt wird eine Erfassung zumindest auf Artebene, wo m\u00f6glich und sinnvoll auch auf Ebene von Unterarten. Die Erfassung auf Aggregatebene soll so weit als m\u00f6glich vermieden werden, in Einzelf\u00e4llen wird sie aber nicht zu vermeiden sein. Angaben auf Ebene der Gattung sind nur ausnahmsweise sinnvoll bei Gattungen, die bei uns nur durch relativ seltene Arten vertreten sind (z. B. Platanthera spec.).<br \/>\nVon bestimmungskritischen Sippen sollen Herbarbelege gesammelt werden.<\/p>\n<p><strong>4. Erhebungsbogen<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr die Kartierung verwendet wird der <a href=\"http:\/\/www.botanik-sw.de\/BAS\/module\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Artenanstreichliste-komplett.pdf\">Erhebungsbogen<\/a> (= Anstreichliste) der Botanischen Arbeitsgemeinschaft S\u00fcdwestdeutschland e.V. Dieser besteht aus einem beidseitig bedruckten DIN-A3-Blatt, das gefaltet in eine DIN-A4-Klemmhefter als Schreibunterlage passt. Die beobachteten Sippen werden dadurch gekennzeichnet, dass das linke K\u00e4stchen vor dem Sippennamen angekreuzt wird, oder dass \u2013 bei Unterteilung in Teilstrecken \u2013 dort der entsprechende Kleinbuchstaben eingetragen wird (siehe oben). Das rechte K\u00e4stchen kann f\u00fcr weitere, vom Benutzer selbst definierte Angaben (z.B. H\u00e4ufigkeitsklassen: 1 = selten, 2 = zerstreut, 3 = h\u00e4ufig) verwendet werden. Sippen, die nicht auf dem Erhebungsbogen vorgedruckt sind, werden am Ende der Liste in den leeren Zeilen, vor denen ebenfalls zwei K\u00e4stchen zum ankreuzen stehen, handschriftlich erg\u00e4nzt.<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich sollen zu den erhobenen Sippen im Bedarfsfall die folgenden Anmerkungen hinter dem Sippennamen gemacht werden:<br \/>\nStatusangaben immer dann,wenn die Art nicht mit dem Normalstatus (I = Indigen oder E = Etabliert ) auftritt. Es werden die auf dem Erhebungsbogen aufgelisteten Abk\u00fcrzungen verwendet.<br \/>\nBei Sippennamen, die im engen oder weiten Sinne verstanden werden k\u00f6nnen, ist anzugeben, in welchem Sinne der Eintrag gemeint ist. In der Mehrzahl dieser F\u00e4lle sind die entsprechenden Sippennamen durch einen nachgestellten Kreis gekennzeichnet. Ist der Name im weiten Sinne gemeint [s.l.] (z.B. bei Vicia villosa einschlie\u00dflich der subsp. varia), wird der Kreis ausgef\u00fcllt. Ist der Name im engen Sinne gemeint [s.str.] (z.B. bei Vicia villosa die subsp. villosa), wird ein \u201e+\u201c hinter den Namen gestellt. Sippen, von denen ein Herbarbeleg gesammelt wurde, werden durch ein nachgestelltes \u201eH\u201c gekennzeichnet.<\/p>\n<p>Bei bemerkenswerten Beobachtungen k\u00f6nnen Anmerkungen zu den entsprechenden Sippen auf der letzten Seite des Erhebungsbogens unter den Kopfdaten gemacht werden, zum Beispiel Mengenangaben und Beschreibungen des Wuchsortes. Erw\u00fcnscht sind zu bemerkenswerten Artvorkommen erg\u00e4nzende Einzelfundortkarten mit Angabe der genauen Koordinaten des Fundortes.<\/p>\n<p>Von den Kopfdaten, die zur Lokalisierung und Identifizierung der erstellten Artenliste dienen, sind mindestens die folgenden anzugeben:<\/p>\n<ul>\n<li>R\/H-Werte: Gau\u00df-Kr\u00fcger-Koordinaten des Mittelpunkts des Kartiergebiets, auf sechs Stellen genau.<\/li>\n<li>TK: Angabe der TK-Nummer und des Viertelquadrants.<\/li>\n<li>Nr.: Nummer der Artenliste, von den Kartierer\/innen selbst zu vergeben. Die Nummer muss eindeutig sein.<\/li>\n<li>Bearbeiter\/in: Name des Kartierers oder des f\u00fcr die Liste verantwortlich Zeichnenden bei mehreren Kartierern. Die Mitkartierer sollen ebenfalls angegeben werden.<\/li>\n<li>Datum: auf den Tag genau.<\/li>\n<li>Gemeinde: Angabe der politischen Gemeinde (nicht des n\u00e4chst gelegenen Orts!).<\/li>\n<li>Unsch\u00e4rfe: Gr\u00f6\u00dfte Entfernung des Kartiergebiets vom Mittelpunkt des Kartiergebiets (R\/H-Wert), Angabe in 25m-Schritten (= 1 mm auf der TK 25).<\/li>\n<li>Aufnahmegebiet: Kurze Beschreibung der Lage des Kartiergebiets, zum Beispiel \u201eGoldberg NW Rotfelden und s\u00fcdlich davon gelegenes Tal\u201c.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Das Ausf\u00fcllen der \u00fcbrigen Felder des Erhebungsbogens ist erw\u00fcnscht, aber nicht zwingend notwendig.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Empfohlene Methodik f\u00fcr Kartierexkursionen von Thomas Breunig (2004) Im folgenden werden, vor allem f\u00fcr diejenigen, die sich mit eigenen Kartierexkursionen an der floristischen Kartierung beteiligen m\u00f6chten, die wesentlichen Punkte der Kartiermethodik dargestellt. 1. Kartiergebiet Das Kartiergebiet einer Exkursion liegt innerhalb eines Viertelquadranten der TK 25 (= Unterteilung der TK 25 in 16 Teile). Die Nummerierung [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":true,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[31,30],"tags":[],"class_list":{"0":"post-1402","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","6":"category-11-1-kartiermethodik","7":"category-kartiermaterialien","8":"czr-hentry"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.botanik-sw.de\/BAS\/module\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1402","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.botanik-sw.de\/BAS\/module\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.botanik-sw.de\/BAS\/module\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.botanik-sw.de\/BAS\/module\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.botanik-sw.de\/BAS\/module\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1402"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.botanik-sw.de\/BAS\/module\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1402\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1403,"href":"https:\/\/www.botanik-sw.de\/BAS\/module\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1402\/revisions\/1403"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.botanik-sw.de\/BAS\/module\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1402"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.botanik-sw.de\/BAS\/module\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1402"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.botanik-sw.de\/BAS\/module\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1402"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}