{"id":213,"date":"2009-03-09T19:09:16","date_gmt":"2009-03-09T18:09:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.botanik-sw.de\/BAS\/module\/wordpress\/?p=213"},"modified":"2013-12-02T18:40:31","modified_gmt":"2013-12-02T17:40:31","slug":"exkursion-am-26-juli-2008-in-den-naturraum-schwarzwald-randplatten-bei-neuweiler-tk-73171","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.botanik-sw.de\/BAS\/module\/wordpress\/?p=213","title":{"rendered":"Exkursion am 26. Juli 2008 in den Naturraum Schwarzwald-Randplatten bei Neuweiler (TK 7317\/1)"},"content":{"rendered":"<p>THOMAS BREUNIG<\/p>\n<p>Artenliste Thomas Breunig Nr. 2399, TK 7317\/14, R 3467820 H 5391570, Unsch\u00e4rfe 300 m, 717-742 m \u00fc. NN; Kartierstrecke 1750 m, Kartierdauer: 3 h 45 min. Mitkartierer: Dieter K\u00fchnen, Helmut M\u00e4rtz, Martin Sommerfeld, Manfred Wander.<\/p>\n<p>Was erwartet man von einem Exkursionsziel in einem zu \u00fcber 95 % bewaldeten, schwach reliefierten Buntsandsteingebiet am Nordostrand des Schwarzwaldes? Zumindest keinen besonderen Artenreichtum. Andererseits lie\u00df die geringe Zahl von 341 bisher nachgewiesenen Sippen einige Neufunde f\u00fcr den Quadranten 7317\/1 erwarten. Auf diese mussten wir dann auch nicht lange warten. Am Ostrand des f\u00fcr die Exkursion ausgesuchten Stichproben-Quadratkilometers mit den Gau\u00df-Kr\u00fcger-Koordinaten R 3467 H 5391 wuchsen auf der neu angelegten B\u00f6schung der Stra\u00dfe nach Zwerenberg Leer\u2019s Segge (Carex polyphylla), Niederliegendes Johanniskraut (Hypericum humifusum), Stumpfliches Johanniskraut (Hypericum dubium) sowie die Pontische Quecke (Elymus obtusiflorus). Letztgenannte Art d\u00fcrfte mit der B\u00f6schungsansaat hierher gekommen sein. Sie tritt in S\u00fcdwestdeutschland vielerorts und oft in gro\u00dfer Menge auf stra\u00dfenbegleitenden Gr\u00fcnfl\u00e4chen auf, obwohl ihre Aussaat als gebietsfremde Art in der freien Landschaft nach dem Naturschutzgesetz verboten ist. Trotz ihrer vielen Vorkommen ist die Pontische Quecke in Baden-W\u00fcrttembeg aber bislang noch nicht etabliert: Bisher blieben ihre Wuchsorte weitestgehend auf die anges\u00e4ten Fl\u00e4chen beschr\u00e4nkt. Dort kann sie sich zwar lange halten, zeigt aber keine Zeichen einer dar\u00fcber hinausgehenden eigenst\u00e4ndigen Arealbildung.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nEine Reihe weiterer f\u00fcr den Quadranten neuer Arten wuchs in dem frisch angelegten Stra\u00dfengraben und auf der Stra\u00dfenbankette: Fioringras (Agrostis gigantea), Kleinbl\u00fctiges Weidenr\u00f6schen (Epilobium parviflorum), Rosenrotes Weidenr\u00f6schen (E. roseum), Milder Kn\u00f6terich (Persicaria dubia) sowie einige Exemplare des Gew\u00f6hnlichen Salzschwadens (Puccinellia distans). Auch die nahe gelegene Stra\u00dfenbankette der von Hofstett ins Tal der Kleinen Enz hinabf\u00fchrenden Stra\u00dfe beherbergte einige Neufunde. Hier wuchsen Floh-Kn\u00f6terich (Persicaria maculosa), Acker-G\u00e4nsedistel (Sonchus arvensis) und Mittlerer Klee (Trifolium medium), direkt am Stra\u00dfenrand au\u00dferdem die salztolerante Platthalm-Binse (Juncus compressus). Im n\u00f6rdlich angrenzenden Nadelwald sowie an den Waldr\u00e4ndern fiel ein gro\u00dfer Bestand des Gefleckten Knabenkrauts (Dactylorhiza maculata) auf, w\u00e4hrend die Pf\u00fctzen der Waldwegspuren vom Flutenden Schwaden (Glyceria fluitans s.str.), einer f\u00fcr den Quadranten ebenfalls neuen Art, besiedelt waren.<br \/>\nAls wenige interessant erwiesen sich die zwei kleinen Wiesenbereiche, die am Ostrand gerade noch in den zu kartierenden Quadratkilometer hinein reichten. Die gut ged\u00fcngten Best\u00e4nde auf m\u00e4\u00dfig feuchtem Standort waren artenarm, nur an den Wiesenr\u00e4ndern hielten sich noch wenige Magerkeitszeiger; hier wuchs mit dem Bergwiesen-Frauenmantel (Alchemilla monticola) die einzige f\u00fcr den Quadrant neue Art.<br \/>\nEine bemerkenswerte Artenvielfalt besa\u00df dagegen der an dem Wasser-beh\u00e4lter s\u00fcdwestlich von Hofstett vorbeif\u00fchrende Waldweg. Auf seiner unbefestigten, feuchten und nur selten befahrenen Wegsohle wuchsen die Igel-Segge (Carex echinata) sowie die f\u00fcr den Quadranten neuen Arten Hunds-Strau\u00dfgras (Agrostis canina), Aufsteigende Gelbsegge (Carex demissa), Winkel-Segge (Carex remota), Sumpf-Weidenr\u00f6schen (Epilobium palustre), Falt-Schwaden (Glyceria notata), Spitzbl\u00fctige Binse (Juncus acutiflorus), Acker-Minze (Mentha arvensis) und Quendel-Kreuzblume (Polygala serpyllifolia).<br \/>\nAnsonsten wurden an weiteren Waldwegr\u00e4ndern noch die Hochstauden Gold-K\u00e4lberkropf (Chaerophyllum aureum), Wasserdost (Eupatorium cannabinum) und Blutweiderich (Lythrum salicaria) neu nachgewiesen und mit der Breitbl\u00e4ttrigen St\u00e4ndelwurz (Epipactis helleborine) eine zweite Orchideenart gefunden. Auch bei den weit verbreiteten Waldarten Wald-Zwenke (Brachypodium sylvaticum), Gew\u00f6hnliches Hexenkraut (Circaea lutetetiana) und Draht-Schmiele (Deschampsia flexuosa) handelt es sich um Neunachweise, was zeigt, dass der Quadrant 7317\/1 bisher nicht sehr intensiv kartiert wurde. Ohne gro\u00dfe M\u00fche d\u00fcrften hier noch zahlreiche weitere Arten nachgewiesen werden.<br \/>\nWir freuten uns aber auch an den Best\u00e4tigungen vieler bisher schon aus dem Gebiet bekannten Arten, namentlich an den Funden naturraum-typischen Sippen. Das waren vor allem S\u00e4ure- und Magerkeitszeiger wie Heidekraut (Calluna vulgaris), Pillen-Segge (Carex pilulifera), Dreizahn (Danthonia decumbens), Berg-Platterbse (Lathyrus linifolius), Ohr-Weide (Salix aurita), Kleiner Baldrian (Vaeriana dioica) und Sumpf-Pippau (Crepis paludosa), montan verbreitete Arten wie Berg-K\u00e4lberkropf (Chae\u00acrophylum hirsutum), Wald-Storchschnabel (Geranium sylvaticum), Wald-Witwenblume (Knautia maxima), Hasenlattich (Prenanthes purpurea), Bergfarn (Thelypteris limbosperma) und Preiselbeere (Vaccinium vitis-idaea), Arten des Extensivgr\u00fcnlands an Waldwegr\u00e4ndern wie Zittergras (Briza media), Wiesen-Glockenblume (Campanula patula) und Blutwurz (Potentilla erecta), sowie Arten, die kennzeichnend f\u00fcr das subozeanische Klima des Schwarzwaldes sind, etwa Rippenfarn (Blechnum spicant), Hain-Flockenblume (Centaurea nigra subsp. nemoralis) und Stechpalme (Ilex aquifolium). Insgesamt wurden bei der Exkursion 212 Sippen nachgewiesen.<\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend wurden bei einer einst\u00fcndigen Exkursion n\u00f6rdlich der Rehm\u00fchle im nahe gelegen Kleinen Enztal noch 43 weitere Arten festge-stellt (Artenliste Thomas Breunig Nr. 2400, ebenfalls TK 7317\/14, R 3466800 H 5392100, 595-610 m \u00fc. NN, Unsch\u00e4rfe 125 m, Kartierstrecke 600 m), so dass f\u00fcr den Viertelquadranten an diesem Tag insgesamt 255 Sippen registriert wurden. Aufgesucht wurden eine brachliegende Wiesenmulde, ein zum Teil ebenfalls brachliegender Magerrasen auf einem s\u00fcdexponierten Hang sowie Ruderalstandorte am Rand eines Parkplatzes und entlang von Wegen. Bemerkenswert waren die Vorkommen von Grauem Alpendost (Adenostyles alliariae) an der Kleinen Enz sowie von Turmkraut (Arabis glabra) und Heide-Nelke (Dianthus deltoides) im Bereich des Magerrasens. Neu f\u00fcr den Quadrant 7317\/1 waren Pairas Segge (Carex muricata subsp. lamprocarpa), Zottiges Weidenr\u00f6schen (Epilobium hirsutum), Moor-Labkraut (Galium uliginosum), Kleiner Storchschnabel (Geranium pusillum), Gew\u00f6hnliches Leinkraut (Linaria vulgaris), Brenn-Pastinak (Pastinaca sativa subsp. urens), Fahl-Weide (Salix rubens), Korb-Weide (Salix viminalis) sowie Kanadische Goldrute (Solidago canadensis).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>THOMAS BREUNIG Artenliste Thomas Breunig Nr. 2399, TK 7317\/14, R 3467820 H 5391570, Unsch\u00e4rfe 300 m, 717-742 m \u00fc. NN; Kartierstrecke 1750 m, Kartierdauer: 3 h 45 min. Mitkartierer: Dieter K\u00fchnen, Helmut M\u00e4rtz, Martin Sommerfeld, Manfred Wander. 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