{"id":2401,"date":"2019-12-06T23:18:19","date_gmt":"2019-12-06T22:18:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.botanik-sw.de\/BAS\/module\/wordpress\/?p=2401"},"modified":"2019-12-06T23:30:24","modified_gmt":"2019-12-06T22:30:24","slug":"bas-exkursion-am-26-mai-2019-rund-um-schoental-hohenlohekreis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.botanik-sw.de\/BAS\/module\/wordpress\/?p=2401","title":{"rendered":"BAS-Exkursion rund um Sch\u00f6ntal 26. Mai 2019"},"content":{"rendered":"<p>von Steffen Hammel und Bernd Haynold<\/p>\n<p>Die Region des westlichen Landkreises Hohenlohe ist derzeit etwas unterkartiert. Daher brachen am 26. Mai 2019 Mitglieder und Freude der BAS auf, um vor allem in Magerrasen und den randlich anschlie\u00dfenden Biotopen des Jagsttals neue und aktualisierte Pflanzenfundpunkte zu erbringen.<\/p>\n<p>Die Exkursion startete in einem Trockenhang oberhalb des Ortsrandes von Westernhausen (TK 6623\/3 \u2013 Grenzbereich mittlerer\/oberer Muschelkalk). Der Biotop besteht aus einem eng miteinander verzahnten Mosaik aus Feldhecken, Feldgeh\u00f6lzen, Magerrasen, Geb\u00fcschen trocken\u00adwarmer Standorte, Steinriegel und Trockenmauern (ehemalige Weinberg\u00adnutzung). Am \u201eOberen Berg\u201c waren vor allem die gro\u00dfen Best\u00e4nde von <em>Himantoglossum hircinum<\/em> bedeutsam (z.T. bereits abgem\u00e4ht). Ferner <em>Melampyrum arvense<\/em> und typische Magerrasenarten wie <em>Ranunculus bulbosus<\/em>, <em>Rhinanthus alectorolophus<\/em>, <em>Veroncia austriaca <\/em>agg. und \u2013 aus angrenzenden Ackerunkrautgesellschaften eingewandert \u2013 <em>Fumaria vaillantii<\/em> s. l. Im Gewann \u201eKreuzsteige\u201c erregten umherfliegende Libellen-Schmetterlingshafte (<em>Libelloides coccajus<\/em>) das Interesse der Exkursionsteilnehmer. Die Ackerr\u00e4nder waren botanisch wenig auff\u00e4llig. Nachweise von <em>Centaurea cyanus<\/em> sollen erw\u00e4hnt werden. An einer B\u00f6schung fand sich <em>Hylotelephium telephium <\/em>agg. Geb\u00fcschr\u00e4nder erbrachten <em>Humulus lupulus <\/em>und am Wegesrand lie\u00df sich <em>Papaver confine<\/em> und in den Streuobstwiesen drei Exemplare von <em>Orchis militaris <\/em>entdecken.<\/p>\n<p>Die Exkursion fand ihre Forstsetzung am Fu\u00dfe des \u201eHohenbergs\u201c westlich von Bieringen (TK 6623\/3 \u2013 Oberer Muschelkalk), einem steilen S\u00fcdosthang mit l\u00fcckiger bis geschlossener Geh\u00f6lzsukzession (<em>Ulmus glabra<\/em>, <em>Sorbus tominalis<\/em>). Am Waldsaum und im angrenzenden Wald konnte u.a. <em>Fragaria viridis<\/em>, <em>Stachys recta<\/em>, <em>Lathyrus sylvestris<\/em>, <em>Helleborus foetidus<\/em>, <em>Papaver dubium<\/em> subsp. <em>dubium<\/em>, <em>Epipactis helleborine<\/em> subsp. <em>helleborine<\/em> und einige Exemplare von <em>Cephalanthera damasonium<\/em> kartiert werden. In Magerrasen des angrenzenden \u201eStetz\u201c fanden sich dann wieder viel <em>Himantoglossum hircinum<\/em>, \u00fcber 20 Exemplare von <em>Ophrys holoserica<\/em> sowie <em>Anacamptis pyramidalis<\/em>, <em>Orchis militaris<\/em>, <em>Dianthus carthusianorum<\/em> subsp. <em>carthusianorum<\/em> und <em>Carlina vulgaris<\/em>. Auf freigestellten Steinriegeln lie\u00df sich <em>Crepis pulchra <\/em>nachweisen, in einem Fall am Fu\u00dfe auch mit einem gr\u00f6\u00dferen Bestand von <em>Sambucus ebulus<\/em>. Unter B\u00e4umen fand sich wieder <em>Cephalanthera damasonium<\/em>.<\/p>\n<p>Weiter ging es zu Trockenh\u00e4ngen \u00f6stlich vom Kloster Sch\u00f6ntal (TK 6623\/3 \u2013 Oberer Muschelkalk). Die Rasen des Benediktusberges sind nur z.T. mager ausgepr\u00e4gt. Nachgewiesen werden konnten zwei Exemplare von <em>Himantoglossum hircinum <\/em>sowie <em>Stachys germanica<\/em>, am Wegesrand<em> Cephalanthera damasonium <\/em>und<em> Epipactis helleborine<\/em> subsp. <em>helleborine<\/em>. Der in der Offenlandbiotopkartierung von Wilfried Gerlinger f\u00fcr das Jahr 2000 aufgef\u00fchrte <em>Gentiana cruciata<\/em> konnte nicht festgestellt werden.<\/p>\n<p>Zum Abschluss der Kartierungsexkursion ging es in ein kleines Seitental der Jagst westlich Berlichingen (TK 6622\/4 \u2013 Oberer Muschelkalk). In der Jagst selbst konnte <em>Nuphar lutea<\/em> gefunden werden. Das Waldgebiet \u201eLange Steige\u201c erbrachte neben <em>Pulmonaria obscura<\/em> und <em>Epipactis helleborine<\/em> subsp. <em>helleborine<\/em> den invasiven Neophyt <em>Fallopia japonica<\/em>. In Magerrasen am \u201eKatharinenberg\u201c wurden u.a. <em>Leucanthemum ircutianum<\/em> und <em>Primula veris<\/em> subsp. <em>veris <\/em>entdeckt. Die im Wald (mit <em>Sorbus torminalis <\/em>und nochmals<em> Epipactis helleborine<\/em> subsp. <em>helleborine<\/em>) am s\u00fcdwestexponierten Steilhang eingestreuten Wacholderheidenreste erbrachten <em>Ononis repens<\/em>, <em>Polygala comosa<\/em>, <em>Helleborus foetidus<\/em>, ein paar Exemplare von <em>Orchis militaris<\/em> und drei Exemplare von <em>Ophrys holoserica<\/em>. Der Fund eines weiblichen Hirschk\u00e4fers (<em>Lucanus cervus<\/em>) wurde der Landesanstalt f\u00fcr Umwelt Baden-W\u00fcrttemberg gemeldet.<\/p>\n<p>Einige Pflanzen-Erstnachweise f\u00fcr einzelne TK und f\u00fcr Quadranten konnten erbracht werden. Zahlreiche neue Funde ab dem Jahr 2000 wurden der zentralen Kartierungsstelle beim Naturkundemuseum Stuttgart (Dr. Arno W\u00f6rz) \u00fcbermittelt.<\/p>\n<p>Die Benennung der Pflanzen erfolgte entsprechend der Liste der Gef\u00e4\u00df\u00adpflanzen Deutschlands (Butler, May &amp; Metzing 2018, BfN-Skripten 519).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Steffen Hammel und Bernd Haynold Die Region des westlichen Landkreises Hohenlohe ist derzeit etwas unterkartiert. Daher brachen am 26. Mai 2019 Mitglieder und Freude der BAS auf, um vor allem in Magerrasen und den randlich anschlie\u00dfenden Biotopen des Jagsttals neue und aktualisierte Pflanzenfundpunkte zu erbringen. 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