{"id":258,"date":"2009-12-28T18:00:07","date_gmt":"2009-12-28T17:00:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.botanik-sw.de\/BAS\/module\/wordpress\/?p=258"},"modified":"2013-06-16T16:56:40","modified_gmt":"2013-06-16T15:56:40","slug":"mazomeit-j-2009-pflanzenraritaten-am-oberrhein-beispiele-aus-ludwigshafen-und-mannheim-%e2%80%93-pollichia-sonderveroffentlichung-nr-15-160-s-neustadt-an-der-weinstrase-isbn-978-3-925754-56","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.botanik-sw.de\/BAS\/module\/wordpress\/?p=258","title":{"rendered":"Mazomeit, J. 2009: Pflanzenrarit\u00e4ten am Oberrhein. Beispiele aus Ludwigshafen und Mannheim. \u2013 Pollichia, Sonderver\u00f6ffentlichung Nr. 15. 160 S.; Neustadt an der Weinstra\u00dfe. ISBN 978-3-925754-56-2 (\u20ac 21,80)"},"content":{"rendered":"<p>Besprechung von THOMAS JUNGHANS<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-thumbnail wp-image-259 alignnone\" title=\"mazomeit2009\" alt=\"Pflanzenrarit\u00e4ten am Oberrhein\" src=\"http:\/\/www.botanik-sw.de\/BAS\/module\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/mazomeit2009-150x150.gif\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/p>\n<p>Um es gleich zu sagen: Der Autor hat mit dieser Buchver\u00f6ffentlichung sein Ziel \u2013 den an Natur interessierten B\u00fcrgern im Raum Ludwigshafen\/ Mannheim einen Einblick in die bemerkenswerte Pflanzenwelt der Region zu geben \u2013 voll erreicht. Das sch\u00f6n gebundene Buch bietet auf rund 160 Seiten ebenso viele sehr gute Pflanzenfotos, durchweg in Farbe und zu einem moderaten Preis. Da es nicht nur dem botanischen Laien eine erste Orientierung, sondern dar\u00fcber hinaus auch dem Regionalfloristen durchaus manches Neue bietet, ist dem Werk eine weite Verbreitung zu w\u00fcnschen. Somit k\u00f6nnen in der sicher bald n\u00f6tig werdenden zweiten Auflage auch einige kleinere Fehler korrigiert werden: So eignet sich Pulicaria vulgaris etwa nicht als Beispiel f\u00fcr ein \u201eeigent\u00fcmliches Verbreitungsbild\u201c, weil die Art \u201ein unserem Raum nur vom Neckarufer bekannt ist\u201c (S. 12), da das Kleine Flohkraut (zumindest in Mannheim) auch an Rhein und Altrhein vorkommt. Etwas unklar bleibt auch der Status von Juglans regia, auf deren seit der Steinzeit erfolgte Nutzung hingewiesen wird (also ist die Art ein Arch\u00e4ophyt), w\u00e4hrend es kurz darauf hei\u00dft, dass die Sippe bei einer Untersuchung \u201edas am st\u00e4rksten verbreitete neophytische Geh\u00f6lz\u201c war (S. 110\/111).<br \/>\nDa so manche Daten wohl erst nach Redaktionsschluss publiziert wurden, konnten diese nicht mehr in das Buch aufgenommen werden (eine aktualisierte Literaturliste kann beim Rezensenten per E-Mail ange-fordert werden). Derartige Erg\u00e4nzungen betreffen zum Beispiel Arum italicum (S. 20\/21), Hyoscyamus niger (S. 32\/33), Orobanche reticulata (S. 38\/39) und Verbascum blattaria (S. 40\/41), f\u00fcr die auch auf der rechten Rheinseite Standorte bekannt sind. Gleiches gilt f\u00fcr Leonurus cardiaca subsp. villosus, der nach Mazomeit \u201eim Raum Mannheim\/Lud-wigshafen aktuell noch nicht beobachtet wurde\u201c (S. 44\/45). Auch das Vorkommen von Cucubalus baccifer in Mannheim bleibt unerw\u00e4hnt (S. 80\/81).<br \/>\n\u00dcberhaupt f\u00e4llt auf, dass der Schwerpunkt der Betrachtung offensichtlich auf Pf\u00e4lzer Seite liegt, da hier z.B. die f\u00fcr die floristische Forschung der letzten Jahre ma\u00dfgeblichen Personen mehrfach namentlich genannt werden. F\u00fcr Nordbaden w\u00fcrde man sich dies durchaus auch w\u00fcnschen, so k\u00f6nnte man \u2013 zum Beispiel im Zusammenhang mit dem Erstfund von Chenopodium pumilio f\u00fcr Baden-W\u00fcrttemberg (Rheinauhafen Mannheim, 1976) mit der Nennung von Friedrich Sch\u00f6lch auch dessen Verdienste um die floristische Kartierung im Raum Mannheim-Heidelberg angemessen w\u00fcrdigen. Zudem sollte bei Arten, die ausdr\u00fccklich erw\u00e4hnt werden und nicht vom Autor entdeckt wurden, auch der Finder genannt werden, zum Beispiel Uwe Amarell im Falle des Vorkommens von Solanum carolinense im Mannheimer Industriehafen (S. 133).<br \/>\nAbschlie\u00dfend sei dem Rezensenten noch eine Bemerkung zu den Folgen Biologischer Invasionsprozesse gestattet. Mazomeit schreibt hierzu: \u201eAngesichts der starken Ausbreitungskraft und der Neigung, andere Pflanzen zu verdr\u00e4ngen, ist das Schmalbl\u00e4ttrige Greiskraut nicht unprob\u00aclematisch\u201c (S. 146\/147). Ob man Senecio inaequidens auf urban-industriellen Fl\u00e4chen nun als Bereicherung empfindet oder nicht, ist Geschmacksache. Zur Gef\u00e4hrdung f\u00fcr andere Arten wird die Sippe hier jedoch kaum. Dies ist nach eigenen Beobachtungen auch auf natur-n\u00e4heren Standorten (zum Beispiel ruderale Sandmagerrasen) zumeist nicht der Fall, da die Sippe auf derartigen Fl\u00e4chen seit vielen Jahren in gro\u00dfen Best\u00e4nden auftritt, ohne sich jedoch negativ auf das Vorkommen seltener oder gef\u00e4hrdeter Arten wie z.B. Myosotis stricta auszuwirken. Insofern sollte man derartige Bewertungen am besten nur auf der Grundlage entsprechender Daten vornehmen, vor allem wenn man sich haupts\u00e4chlich an fachfremde Laien wendet, da hier vorschnell der Bildung bzw. Best\u00e4tigung von Vorurteilen Vorschub geleistet werden k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Bestellbar im Buchhandel oder bei Pollichia \u2013 Verein f\u00fcr Naturforschung und Landespflege e. V., Bismarckstr. 33, D-67433 Neustadt an der Weinstra\u00dfe.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besprechung von THOMAS JUNGHANS Um es gleich zu sagen: Der Autor hat mit dieser Buchver\u00f6ffentlichung sein Ziel \u2013 den an Natur interessierten B\u00fcrgern im Raum Ludwigshafen\/ Mannheim einen Einblick in die bemerkenswerte Pflanzenwelt der Region zu geben \u2013 voll erreicht. 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