{"id":2726,"date":"2021-01-28T10:55:58","date_gmt":"2021-01-28T09:55:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.botanik-sw.de\/BAS\/module\/wordpress\/?p=2726"},"modified":"2021-04-06T16:14:54","modified_gmt":"2021-04-06T15:14:54","slug":"aufruf-zur-kartierung-der-laubholz-mistel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.botanik-sw.de\/BAS\/module\/wordpress\/?p=2726","title":{"rendered":"Aufruf zur Kartierung der Laubholz-Mistel"},"content":{"rendered":"<p><strong>Aufruf zur Kartierung der Laubholz-Mistel (<em>Viscum album subsp. album<\/em>) und ihrer Wirtsb\u00e4ume in S\u00fcdwestdeutschland<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ralf Rieks<\/p>\n<p>Seit ca. 4 Jahrzehnten kartiert der Autor die Vorkommen der Laubholz-Mistel (<em>Viscum album subsp. album<\/em>) in S\u00fcdwestdeutschland, speziell im Ulmer Raum. Im Fokus steht dabei die aktuelle Verbreitung, dokumentiert in 1km\u00b2 gro\u00dfen Quadraten der Gau\u00df-Kr\u00fcger-Koordinaten. Im Zuge des Klimawandels, speziell der milden Winter, weitet die Mistel aktuell deutlich ihr Areal aus. Somit lohnt es sich, das Augenmerk auf neu besiedelte Standorte zu richten. Auch die Ausbreitung in h\u00f6here Lagen der Mittelgebirge, z.B. der Schw\u00e4bischen Alb, kann derzeit beobachtet werden.<\/p>\n<p>Ein zweites Augenmerk richtet sich auf die Wirtsb\u00e4ume der Laubholz-Mistel. Auf \u00bbObstb\u00e4umen und Pappeln\u00ab oder \u00e4hnlich lauten die Angaben in vielen Lokalfloren, wobei sowohl die \u00bbObstb\u00e4ume\u00ab als auch die \u00bbPappeln\u00ab viel Spielraum bei der Artdiagnose lassen. Um den Kenntnisstand \u00fcber die Wirtsb\u00e4ume der Laubholz-Mistel in S\u00fcdwestdeutschland zu erweitern, wird dazu aufgerufen, entsprechende Angaben zu sammeln.<\/p>\n<p>Es wird gebeten, die Meldungen von Vorkommen der Laubholz-Mistel auf der Homepage der Botanische Arbeitsgemeinschaft S\u00fcdwestdeutschland e.V. (BAS) <a href=\"http:\/\/www.botanik-sw.de\">www.botanik-sw.de<\/a> vorzunehmen und dabei die Wirtsbaumarten im Feld \u201eAngaben zu Wuchsort und Standort\u201c anzugeben. Wenn die genaue Art des Wirtes aufgrund des unbelaubten Zustands im Winter nicht ermittelt werden kann, ist die Angaben der entsprechenden Gattung erw\u00fcnscht, z.B. \u201eauf Linde\u201c.<\/p>\n<p>In dem n\u00e4chsten Band der Berichte der Botanischen Arbeitsgemeinschaft S\u00fcdwestdeutschland wird ein Artikel des Verfassers \u00fcber die Laubholz-Mistel und ihre Wirtsb\u00e4ume in S\u00fcdwestdeutschland und speziell im Ulmer Raum erscheinen, mit Quellenverzeichnis und statistischen Auswertungen. Die auf der Homepage der BAS eingegangenen Fundmeldungen sollen zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt f\u00fcr ganz S\u00fcdwestdeutschland ausgewertet und ver\u00f6ffentlicht werden.<\/p>\n<p>Laubholz-Misteln finden sich gebietsweise h\u00e4ufig auf Garten-, Zier-, Hof- und Stra\u00dfenb\u00e4umen im st\u00e4dtischen Bereich, in Alleen, Bruch- und Auw\u00e4ldern, Uferbepflanzungen, an Waldr\u00e4ndern und in lichten W\u00e4ldern. Typische Wirtsb\u00e4ume sind Kanadische Pappel (<em>Populus x canadensis<\/em>), Feld- und Silber-Ahorn (<em>Acer campestre, A. saccharinum<\/em>), H\u00e4nge-Birke (<em>Betula pendula<\/em>), Linden (<em>Tilia spec<\/em>.) und Weiden (<em>Salix spec<\/em>.), aber auch die Robinie (<em>Robinia pseudoacacia<\/em>). Reich an exotischen, selten dokumentierten Wirtsb\u00e4umen sind Parks, Arboreten und Botanischen G\u00e4rten. In Streuobstwiesen wird vor allem der Apfelbaum (Kulturapfel, <em>Malus domestica<\/em>) befallen, hier wei\u00df man noch wenig \u00fcber Unterschiede im Mistelbefall zwischen den einzelnen Sorten. In alten Feldhecken und kargen Heidelandschaften der Schw\u00e4bischen Alb sind Wei\u00dfdorn (<em>Crataegus spec<\/em>.) und Mehlbeere (<em>Sorbus aria<\/em>) potenzielle Mistelwirte.<\/p>\n<p>Die Mistelkartierung ist etwas speziell, da die Sichtnachweise im Winterhalbjahr am ergiebigsten sind und andererseits die Artdiagnose an winterkahlen Geh\u00f6lzen deutlich erschwert ist, z.B. bei Populus, Salix, Tilia oder Crataegus.<br \/>\nEs w\u00e4re sch\u00f6n, wenn viele Fundmeldungen zusammenkommen und unser Kenntnisstand \u00fcber die Verbreitung der Mistel wie auch ihrer Wirtsb\u00e4ume abgerundet wird.<\/p>\n<p>Neben der Laubholz-Mistel (Viscum album subsp. album) kommen in S\u00fcdwestdeutschland noch die auf Wei\u00dftannen schmarotzende Tannen-Mistel (V. album subsp. abietis) sowie die auf Wald-Kiefer spezialisierte Kiefern-Mistel (V. laxum) vor. Beide zeigen in den inter\u00acaktiven Verbreitungskarten der Farn- und Bl\u00fctenpflanzen Baden-W\u00fcrttembergs eine sehr unterschiedliche Verbreitung und sind ebenfalls lohnenswerte Kartierungsobjekte mit \u00fcberraschendem Neufundpotenzial.<\/p>\n<p>Kontakt:<br \/>\nRalf Rieks<br \/>\nDolinenweg 29<br \/>\nD-89143 Blaubeuren<br \/>\nralf-rieks@outlook.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aufruf zur Kartierung der Laubholz-Mistel (Viscum album subsp. album) und ihrer Wirtsb\u00e4ume in S\u00fcdwestdeutschland &nbsp; Ralf Rieks Seit ca. 4 Jahrzehnten kartiert der Autor die Vorkommen der Laubholz-Mistel (Viscum album subsp. album) in S\u00fcdwestdeutschland, speziell im Ulmer Raum. Im Fokus steht dabei die aktuelle Verbreitung, dokumentiert in 1km\u00b2 gro\u00dfen Quadraten der Gau\u00df-Kr\u00fcger-Koordinaten. 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