{"id":2786,"date":"2021-04-06T16:47:16","date_gmt":"2021-04-06T15:47:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.botanik-sw.de\/BAS\/module\/wordpress\/?p=2786"},"modified":"2021-04-06T17:26:09","modified_gmt":"2021-04-06T16:26:09","slug":"die-graeser-im-naturportal-des-staatlichen-museums-fuer-naturkunde-stuttgart","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.botanik-sw.de\/BAS\/module\/wordpress\/?p=2786","title":{"rendered":"Die Gr\u00e4ser im Naturportal des Staatlichen Museums f\u00fcr Naturkunde Stuttgart"},"content":{"rendered":"<p>von MARKUS SONNBERGER<\/p>\n<p>Das Naturportal des SMNS soll die Bestimmungsarbeit f\u00fcr bestimmte Tier- und Pflanzengruppen erleichtern und wendet sich dabei insbe\u00acsondere an interessierte Laien und Naturfreunde.<br \/>\nAktuell enthalten sind die S\u00fc\u00dfgr\u00e4ser, Weichtiere, Fossilien und terrestrische Gliedertiere (Insekten und Spinnen). In Bearbeitung sind die Sauergr\u00e4ser (Binsen und Zypergras-Gew\u00e4chse), deren Freischal nach den noch n\u00f6tigen Freiland- und Herbararbeiten vorgesehen ist.<br \/>\nDie klassische Bestimmungsmethode geht \u00fcber B\u00fccher, mit denen man im Idealfall \u00fcber Alternativabfragen in Bestimmungsschl\u00fcsseln zum Artnamen gelangt. Leider sind die Merkmale der Gr\u00e4ser aber etwas diffiziler als bei &#8222;normalen&#8220; Wiesenblumen. Die Sonderbildungen im Bl\u00fctenbereich sind oft schwer zu interpretieren, die Variabilit\u00e4t enorm, die Teile zudem klein und lupenbed\u00fcrftig. Wenn man dann bei hoher Irrtumswahrscheinlichkeit \u00fcber dutzende Entscheidungs-Knoten gef\u00fchrt wird, bleibt das Erfolgserlebnis oft aus und das Interesse verebbt.<br \/>\nDas Naturportal geht einen neuen Weg. Anstelle der linear, hinter-einander geschalteten Merkmalsabfragen, kann man hier \u00fcber eine multiple Auswahl diejenigen Merkmale bearbeiten, bei denen man sich sicher ist. Die Zahl der in Frage kommenden Arten schr\u00e4nkt sich dabei rasch ein, und man gelangt letztlich zu einer \u00dcbersicht (von Bildern), wo sich dann \u00fcber die jeweiligen Steckbriefe die betreffende Art oder Artengruppe ziemlich sicher bestimmen l\u00e4sst. Bei jedem Steckbrief wird zudem auf \u00e4hnliche und verwandte Arten hingewiesen, was f\u00fcr zus\u00e4tzliche Sicherheit sorgt.<\/p>\n<p><strong>Die Komponenten des Gr\u00e4ser-Portals<\/strong><br \/>\nNeben allgemeinen Benutzerhinweisen (deren Durchsicht nur w\u00e4rmsten empfohlen werden kann) und einer Literaturliste erschlie\u00dft das Portal die Arten \u00fcber die Seiten \u201eBestimmung\u201c und \u201eSystematik\u201c. Die \u201eSystematik\u201c f\u00fchrt dabei \u00fcber die Familien und Gattungen zu den Artsteckbriefen. Unter \u201eSystematik\u201c finden sich auch Steckbriefe zu den (Familien und) Gattungen, denen wertvolle Informationen zu wichtigen Merkmalen und zur Systematik, insbesondere aber auch zu Spezialliteratur, zu entnehmen sind. Die Seite \u201eBestimmung\u201c bietet dagegen \u00fcber Auswahlfilter die M\u00f6glichkeit Bilder und Steckbriefe mit eigenen Funden abzugleichen. <\/p>\n<p><strong>R\u00e4umliche Abdeckung und ber\u00fccksichtigte Taxa<\/strong><br \/>\nDer Gr\u00e4ser-Schl\u00fcssel umfasst alle in Baden-W\u00fcrttemberg nat\u00fcrlicherweise auftretenden Arten, zuz\u00fcglich der verbreitetsten und h\u00e4ufiger wildwachsend beobachteten Neophyten. \u00dcber unser Bundesland hinaus wurden auch alle Arten erfasst, die im Umkreis von etwa 50 km in den Nachbarl\u00e4ndern vorkommen, wobei die Ber\u00fccksichtigung alpiner Arten gegenw\u00e4rtig noch recht fragmentarisch ist. Au\u00dferhalb der Alpen sollten die Bestimmungsschl\u00fcssel zumindest auch f\u00fcr die Oberrheinebene, die Pfalz, Hessen und gro\u00dfe Teile Bayerns uneingeschr\u00e4nkt zu verwenden sein.<\/p>\n<p><strong>Bestimmungsarbeit mit dem Filterschl\u00fcssel<\/strong><br \/>\nDie wichtigste Komponente des Portals ist das Bestimmungsfenster (<a href=\"https:\/\/naturportal-suedwest.de\/de\/graeser\/bestimmung\/\">https:\/\/naturportal-suedwest.de\/de\/graeser\/bestimmung\/<\/a>). Das Fenster ist zweigeteilt, wobei links (oder \u2013 je nach Anzeigeformat \u2013 oben) eine Liste mit Schl\u00fcsselmerkmalen steht, und rechts Bilder derjenigen Arten zu sehen sind, die der jeweils gew\u00e4hlten Merkmalskombination entsprechen. Solange man keine Merkmalsauswahl getroffen hat, sind das alle Arten von denen Steckbriefe im Portal enthalten sind.<br \/>\nDie Merkmale in der Merkmalsliste sind nach Merkmalskomplex (Verbreitung\/generativ\/vegetativ\/\u00d6kologie\/Spezialschl\u00fcssel) und Merkmalsg\u00fcte nacheinander angeordnet. Die Merkmalsg\u00fcte wird in den \u201eAllgemeinen Hinweisen\u201c n\u00e4her beschrieben. Klickt man auf \u201ePfeil_nach_unten\u201c so \u00f6ffnet sich eine Liste von Merkmalsaus-pr\u00e4gungen; \u00fcber Kontrollk\u00e4stchen (Checkboxen) kann eine Auswahl getroffen werden. Die Merkmalsauspr\u00e4gungen werden wenn n\u00f6tig \u00fcber Text und Illustrationen n\u00e4her erl\u00e4utert. Dazu muss man auf den Info-Knopf (i) neben der Checkbox dr\u00fccken.<br \/>\nF\u00fcr der Bestimmung bietet es sich an, die Artenauswahl zun\u00e4chst auf die h\u00e4ufigeren Arten zu beschr\u00e4nken, die aus der Region, aus der man seinen Beleg bestimmen m\u00f6chte, schon bekannt sind. Die Wahrscheinlichkeit, dass man einen Neufund einer Seltenheit gemacht hat, ist n\u00e4mlich recht gering. Wendet man dies zum Beispiel auf den Odenwald an, so f\u00e4llt von den \u00fcber 250 S\u00fc\u00dfgrasarten des S\u00fcdwestens schon mal die H\u00e4lfte weg. Auch der Standortsfilter kann hier weiterhelfen. Entsprechend \u00fcbersichtlicher wird die eigentliche \u201eMerkmals\u00acarbeit\u201c. Bei dieser arbeitet man sich dann durch die am Beleg m\u00f6glichst einfach und eindeutig interpretierbaren Merkmale durch die Liste und l\u00e4sst zun\u00e4chst diejenigen Merkmale unber\u00fchrt, deren sichere Beurteilung man sich nicht zutraut. Die Zahl der relevanten Taxa, bzw. der angezeigten Bilder, wird dann rasch kleiner. Man kann dann, sofern man Material mit Bl\u00fctenst\u00e4nden hat, die Bilder vergleichen und bei einem evtl. \u201eTreffer\u201c den Steckbrief aufrufen, dort weitere Bilder auch vegetativer Merkmale anschauen und Hinweise auf \u00e4hnliche Arten finden.<br \/>\nWei\u00df man schon, welche Gattung man vor sich hat, so kann man die Bestimmung weiter abk\u00fcrzen, indem man die Gattung ausw\u00e4hlt. F\u00fcr gro\u00dfe Gattungen (z.B. Festuca) gibt es auch Spezialschl\u00fcssel.<br \/>\nWichtig ist zu verstehen, dass der Filterschl\u00fcssel letztlich nicht wie beim dichotomen B\u00fccherschl\u00fcssel immer zu einer einzigen Art f\u00fchrt, sondern zu einer mehr oder weniger gro\u00dfen Auswahl von Arten mit den festgestellten Merkmalen. Das liegt daran, dass beim Filterschl\u00fcssel der \u00dcbersichtlichkeit halber eine Beschr\u00e4nkung der Merkmalsauswahl notwendig ist, was man bei einem B\u00fccherschl\u00fcssel nicht braucht. Gerade rein vegetatives Material ist aber auch, etwa bei vielen Sauergr\u00e4sern, grunds\u00e4tzlich nicht sicher bis auf Artebene zu bestimmen \u2013 egal, was irgendwelche \u201eFlorae vegetativae\u201c nahezulegen scheinen.<\/p>\n<p><strong>Die Steckbriefe<\/strong><br \/>\nDie Steckbriefe sind das \u201eHerzst\u00fcck\u201c der Darstellung im Portal. Es gibt sie f\u00fcr alle behandelten Arten, Unterarten und Sektionen sowie f\u00fcr alle Gattungen und Familien, wobei die beiden letzteren nicht \u00fcber den Schl\u00fcssel, sondern nur \u00fcber die \u201eSystematik\u201c abrufbar sind. Sie enthalten Bilder, beschreibende Texte, Anmerkungen und in vielen F\u00e4llen auch Hinweise auf weiterf\u00fchrende Literatur.<br \/>\nDie Bilder zeigen den Habitus und Merkmalsdetails typischer Pflanzen, in der Regel auch Lupenmerkmale und eine Verbreitungskarte. Die Beschreibungen sind kurzgehalten, wobei auch auf h\u00e4ufigere Bildungsabweichungen hingewiesen wird. Unter Anmerkungen finden sich Vergleiche mit \u00e4hnlichen Arten und gegebenenfalls auch Diskussionen zu taxonomischen Problemen. Die Systematik und Taxonomie entspricht dem aktuellen wissenschaftlichen Stand. Das ist in erster Linie f\u00fcr die Poaceae die Arbeit von SORENG &#038; al (2015) und f\u00fcr die Cyperaceae MUASYA &#038; al. (2009). Gebr\u00e4uchliche Synonyme, zum Beispiel der verschiedenen \u201eStandardlisten\u201c der deutschen L\u00e4nder, werden angegeben.<\/p>\n<p><strong>Zitiervorschlag und Link<\/strong><br \/>\nSONNBERGER M., THIV M. &#038; W\u00d6RZ A. 2019 ff.: Naturportal S\u00fcdwest, S\u00fc\u00dfgr\u00e4ser (Poaceae) \u2013 Die S\u00fc\u00dfgr\u00e4ser Baden-W\u00fcrttembergs kennen\u00aclernen und bestimmen. Staatliches Museum f\u00fcr Naturkunde Stuttgart. <a href=\"https:\/\/naturportal-suedwest.de\/de\/graeser\/\">https:\/\/naturportal-suedwest.de\/de\/graeser\/<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von MARKUS SONNBERGER Das Naturportal des SMNS soll die Bestimmungsarbeit f\u00fcr bestimmte Tier- und Pflanzengruppen erleichtern und wendet sich dabei insbe\u00acsondere an interessierte Laien und Naturfreunde. Aktuell enthalten sind die S\u00fc\u00dfgr\u00e4ser, Weichtiere, Fossilien und terrestrische Gliedertiere (Insekten und Spinnen). 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