{"id":31,"date":"2005-07-10T22:59:58","date_gmt":"2005-07-10T21:59:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.botanik-sw.de\/BAS\/module\/wordpress\/?p=31"},"modified":"2005-07-10T22:59:58","modified_gmt":"2005-07-10T21:59:58","slug":"kartierwochenende-im-nordschwarzwald-bei-moosbronn-am-910-juli-2005","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.botanik-sw.de\/BAS\/module\/wordpress\/?p=31","title":{"rendered":"Kartierwochenende im Nordschwarzwald bei Moosbronn am 9.\/10. Juli 2005"},"content":{"rendered":"<p>Thomas Breunig<\/p>\n<p>Die Erfassung der Farn- und Samenpflanzen im Quadranten 7116\/3 war Ziel des Kartierwochenendes am 9. und 10. Juli 2005. Dieser zwischen den Orten Bad Herrenalb, Gaggenau und Malsch gelegene Quadrant hat Anteil an den beiden Naturr\u00e4umen Schwarzwald-Randplatten und N\u00f6rdlicher Talschwarzwald. Nachgewiesen waren bislang f\u00fcr das Gebiet 335 Sippen (Datenbank des Staatl. Museums f\u00fcr Naturkunde, Stand 2003).<br \/>\nDie erste der vier zwischen 2,2 und 2,7 km langen Exkursionsrouten f\u00fchrte am 9. Juli vom Naturfreundehaus Moosbronn in den Ort Moos\u00adbronn, von dort nach Norden zur Moosbronner M\u00fchle und durchs Moosalbtal zur\u00fcck zum Naturfreundehaus (435-458 m \u00fc. NN).<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\nBemerkenswert unter den 286 nachgewiesenen Sippen sind die Vorkommen folgender Arten:<br \/>\nAcorus calamus und Elodea nuttallii in einem von Weiden beschatteten T\u00fcmpel zwischen Lindenbrunnen und Moosalb. Acorus calamus wurde an dem k\u00fcnstlich angelegten T\u00fcmpel mit hoher Wahrscheinlichkeit ange\u00adsalbt;<br \/>\nCystopteris fragilis in den Fugen der Buntsandsteinmauer am Linden\u00adbrunnen;<br \/>\ndie h\u00e4ufig \u00fcbersehenen Arten Aphanes inexpectata und Sagina apetala in Pflasterfugen des Parkplatzes bei der Moosbronner Kirche;<br \/>\nauf einer Ruderalfl\u00e4che westlich der Kirche zwei Exemplare der seltenen, nur in der Rheinebene um Rastatt etwas h\u00e4ufigeren Verbascum pulverulentum;<br \/>\nSenecio aquaticus und Viola palustris in den Feuchtwiesen des Moosalbtals sowie einige Exemplare von Veronica scutellata in einem seit langem aufgegebenen, weitgehend von Wiesenvegetation zugewach\u00adsenen W\u00e4sserwiesengraben;<br \/>\nDanthonia decumbens und Festuca ovina s.str. in kleinen Mager\u00adrasenresten zwischen Waldrand und Moosalbtalstra\u00dfe sowie schlie\u00dflich Spergularia rubra und das f\u00fcr Buntsandsteingebiete untypische Linum catharticum direkt am Rand dieser Stra\u00dfe.<br \/>\nZiel der Nachmittagsexkursion war am 9. Juli der zwischen Freiolsheim und Michelbach gelegene, aus Rotliegend-Sedimenten aufgebaute K\u00fcbel\u00adberg. Entlang der Exkursionsroute (370-450 m \u00fc.NN) von der L 613 zur Kreuzwegh\u00fctte und \u00fcber den West- und S\u00fcdhang des K\u00fcbelbergs zur\u00fcck zur Landstra\u00dfe wurden 211 Sippen nachgewiesen, unter anderem:<br \/>\nentlang des Waldwegs zur Kreuzwegh\u00fctte Inula conyzae, Polystichum aculeatum, Sambucus ebulus und die bisher wenig beachtete, im Nordschwarzwald aber wohl nicht seltene Stellaria montana (= Stellaria nemorum subsp. glochidisperma);<br \/>\nauf dem Waldweg selbst Vulpia myurus und auf der Waldwegb\u00f6schung bis 3 m hohe Exemplare der verwilderten Pseudotsuga menziesii;<br \/>\n\u00f6stlich der Kreuzwegh\u00fctte auf Wald-Kiefer die hier an ihrer Arealgrenze wachsende Viscum album subsp. laxum;<br \/>\nam S\u00fcdhang des K\u00fcbelbergs auf m\u00e4\u00dfig trockenen, flachgr\u00fcndigen Standorten Campanula persicifolia, Hieracium glaucinum, Hypericum montanum und Sanicula europaea;<br \/>\nam Rand der Landstra\u00dfe 613 auf grusigem Standort in etwa 390 m \u00fc. NN Leontodon saxatilis und Phleum bertolonii sowie in zahlreichen Exemplaren die in den letzten Jahrzehnten nur sehr selten aufgetretene mediterrane Adventivart Cynosurus echinatus.<br \/>\nAm Vormittag des 10. Juli stand die Feldflur nordwestlich Bernbach, der Friedhof des Ortes und der nordwestliche Teil der Ortslage auf dem Programm. Die Exkursion (482-522 m \u00fc. NN) erbrachte den Nachweis von 223 Sippen, darunter waren:<br \/>\nin den m\u00e4\u00dfig artenreichen \u00c4ckern auf bodensauren, sandig-lehmigen Standorten Anchusa arvensis, Aphanes inexpectata, Centaurea cyanus, Papaver rhoeas, Scleranthus annuus und Spergula arvensis;<br \/>\nentlang der Stra\u00dfe von Bernbach nach Moosbronn ein kleiner Bestand der im Nordschwarzwald auff\u00e4llig seltenen Puccinellia distans;<br \/>\nam Rand des Tannenschachwaldes Sorbus aria, die den W\u00e4ldern weiter n\u00f6rdlich fehlt;<br \/>\nauf Splittwegen des Friedhofs zahlreiche Exemplare der verwilderten Sedum hispanicum und ein Exemplar der auf den \u00c4ckern vergeblich gesuchten Gypsophila muralis.<br \/>\nAm Nachmittag f\u00fchrte die abschlie\u00dfende Exkursion von der Wasenh\u00fctte s\u00fcdlich Althof in das bewaldete, schluchtartige obere Michelbachtal (Rot\u00adliegend) und \u00fcber den von aufgelassenen Buntsandstein-Steinbr\u00fcchen durchsetzten Westhang des Tannenschachbergs zur\u00fcck zur Wasenh\u00fctte (330-520 m \u00fc. NN). Nachgewiesen wurden 170 Sippen, darunter:<br \/>\nim Buchen-Wald auf dem S\u00fcdhang westlich der Wasenh\u00fctte Calamagrostis arundinacea sowie entlang der Waldwege Stellaria montanum, auf den Waldwegb\u00f6schungne Rosa arvensis und Pseudotsuga menziesii (verwildert), auf einem sandigen Waldweg au\u00dferdem ein Exemplar von Isolepis setacea;<br \/>\nIn den Waldbest\u00e4nden entlang des Michelbachs Lunaria rediviva, Polystichum aculeatum, Mercurialis perennis und Ulmus glabra;<br \/>\nauf einem teils sandigen, teils mit Kalkschotter befestigten Waldweg ober\u00adhalb der Steinbr\u00fcche am Tannenschachberg Hypericum humifusum und viele Hundert Exemplare der im Schwarzwald nicht heimischen, wohl mit dem Kalkschotter eingeschleppten Minuartia hybrida.<br \/>\nZusammen ergaben die vier Exkursionen Nachweise f\u00fcr 429 Sippen. Von diesen waren 156 Arten bisher nicht f\u00fcr den Quadrant nachgewiesen, darunter 74 Arten der \u00c4cker und Ruderalbiotope, 25 Arten der W\u00e4lder, 25 verwilderte und synantrophe Arten, 19 Arten des Gr\u00fcnlands und 6 Arten der Gew\u00e4sser und Feuchtbiotope.<br \/>\nDurch die 156 neu f\u00fcr den Quadranten nachgewiesenen Sippen erh\u00f6ht sich die Artenzahl des Quadranten 7116\/3 auf 491. Zahlreiche weitere Artnachweise d\u00fcrften Exkursionen in den S\u00fcdwesten des Quadranten erbringen, da dieser Bereich stark abweichende Standortverh\u00e4ltnisse und Nutzungen sowie eine deutlich geringere H\u00f6henlage aufweist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Thomas Breunig Die Erfassung der Farn- und Samenpflanzen im Quadranten 7116\/3 war Ziel des Kartierwochenendes am 9. und 10. Juli 2005. 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