{"id":32,"date":"2005-07-18T22:32:11","date_gmt":"2005-07-18T21:32:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.botanik-sw.de\/BAS\/module\/wordpress\/?p=32"},"modified":"2005-07-18T22:32:11","modified_gmt":"2005-07-18T21:32:11","slug":"2005-unterwegs-im-hegau-und-in-der-hegaualb","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.botanik-sw.de\/BAS\/module\/wordpress\/?p=32","title":{"rendered":"(2005) Unterwegs im Hegau und in der Hegaualb"},"content":{"rendered":"<p>mit Eberhard Koch<br \/>\nThomas Breunig<\/p>\n<p>Der Hegau mit seinen markanten Vulkankegeln und der n\u00f6rdlich angrenzende Teil der Schw\u00e4bischen Alb, die Hegaualb, waren Ziel des BAS-Busexkursion am 17. Juli 2005. Kaum ein Gebiet in Baden-W\u00fcrttemberg besitzt eine so gro\u00dfe landschaftliche Vielfalt und eine so reichhaltige Flora wie dieses Gebiet. Und mit Eberhard Koch hatten wir einen hervorragenden Kenner der Hegauflora, der f\u00fcr uns eine sehr abwechslungsreiche Exkursionsroute vom S\u00fcdrand der Hegaualb durch das Singener Becken \u00fcber den Vulkanschlot des M\u00e4gdebergs bis hin zum Hochrhein bei Gailingen zusammenstellte.<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\nErster Exkursionspunkt war das Trockental nordwestlich der Talm\u00fchle, und zwar westlich der Bahnunterf\u00fchrung der Kreisstra\u00dfe (TK 8118\/2). Trocken- und Magerrasen sowie Saumvegetation trockenwarmer Standorte treten hier zwar nur mit wenigen Metern Breite dem Wald vorgelagert auf, doch besitzen sie eine au\u00dfergew\u00f6hnliche Artenvielfalt. Bemerkenswerte Arten waren hier unter anderem Carduus defloratus, Carex humilis, Centaurea scabiosa subsp. alpestris, Cytisus nigricans, Epipactis atrorubens, Galium boreale, Genista tinctoria subsp. ovata, Laserpitium latifolium, Seseli libanotis, Thesium bavarum und Th. rostratum.<br \/>\nNord\u00f6stlich der Talm\u00fchle erreichten wir nach kurzer Fahrt den zweiten Exkursionspunkt im Kriegertal (TK 8118\/2). Am Waldrand wuchs hier ein kleiner Bestand der sehr seltenen Anemone narcissiflora, vergesell\u00adschaftet mit Aquilegia atrata, Astrantia major, Gentiana lutea, Knautia maxima und Rhinanthus glacialis. Weitere bemerkenswerte und f\u00fcr die Hegaualb typische Arten in der N\u00e4he waren Melittis melissophyllum, Lonicera alpigena, Polygala chamaebuxus, Rhamnus saxatilis und Viola mirabilis.<br \/>\nBeim dritten Exkursionspunkt, dem NSG Schoren (TK 8118\/4) erreichten wir die Naturraumgrenze zwischen der Schw\u00e4bischen Alb und dem Hegau, der bereits dem Alpenvorland zugerechnet wird. Die Jurakalk\u00adscholle des Schorens bildet hier eine Insel inmitten von eiszeitlichen Schotter- und Mor\u00e4nenablagerungen: Stand\u00f6rtlich geh\u00f6rt er eigentlich noch zur Schw\u00e4bischen Alb, von seiner Lage her ist er aber schon Teil des Alpenvorlands. Uns interessierten die Magerwiesen, Mager- und Trockenrasen sowie die Saumvegetation und der Trockenwald am S\u00fcdrand des Naturschutzgebiets. Hier trafen wir entlang eines schmalen Pfades auf Carlina acaulis, Cotoneaster tomentosus, Cytisus nigricans, Dictamnus albus, Galium glaucum, Gentiana cruciata, Gentianella germanica, Inula hirta, Juniperus communis, Quercus pubescens, Peucedanum cervaria, Rhamnus saxatilis, Teucrium montanum, Thesium linophyllon und Th. rostratum.<br \/>\nEtwa einen Kilometer weiter s\u00fcd\u00f6stlich erreichten wir im Gewann \u201eOb dem Weiher\u201c kurz vor dem Ort Ehingen unseren vierten Exkursionspunkt (TK 8118\/4), nun nicht mehr im Jurakalk, sondern auf Kiesablagerungen und somit auch eindeutig im Alpenvorland. Unsere Suche galt Silene otites, die wir trotz abgem\u00e4htem Bestand recht bald in einer Glatthafer-Wiese (!) fanden. Weitere bemerkenswerte Arten auf der kurzen Exkursionsroute waren Astragalus cicer, Peucedanum oreoselinum und Thalictrum simplex subsp. galioides in brachliegenden Magerrasen sowie Consolida regalis, Euphorbia exigua, Silene noctiflora, Stachys annua und Valerianella dentata an einem Ackerrand.<br \/>\nN\u00e4chster Haltepunkt war der Vulkanschlot des M\u00e4gdebergs mit seiner Burgruine s\u00fcdwestlich von M\u00fchlhausen (TK 8118\/4). Auf den trockenen, felsigen Standorten des 654 m hohen Bergs wuchsen seltene Fels- und Pionierpflanzen sowie einige Burggartenfl\u00fcchtlinge, die noch immer von einer l\u00e4ngst vergangenen Nutzung des Berges zeugen. An bemerkenswerten Arten sahen wir unter anderem Acinos arvensis, Allium senescens subsp. montanum, Aristolochia clematitis, Artemisia pontica, Erysimum crepidifolium, Hemerocallis fulva, Iris sambucina, Leonurus cardiaca s.str., Potentilla recta, Potentilla inclinata, Silene nutans und Veronica teucrium.<br \/>\nNur einen kleinen Zwischenstopp legten wir ein an unserem sechsten Exkursionspunkt, dem Nordwesthang des Heilsbergs (TK 8218\/2). Auf Deckenschotter w\u00e4chst hier \u00f6stlich des Dorfes Ebringen direkt oberhalb der Autobahn A 81 die sehr seltene Campanula cervicaria, vergesellschaftet mit Genista sagittalis.<br \/>\nDer n\u00e4chste Halt galt dem \u201eBUND-Garten\u201c am s\u00fcdlichen Ortsrand von Gottmadingen (TK 8218\/4). Er dient der lokalen Naturschutzgruppe zur Erhaltungskultur von seltenen Arten aus der Region, nebenbei lassen sich bei der Kultur auch die Standortanspr\u00fcche und das Vermehrungsverhalten der seltenen Arten studieren. Eberhard Koch zeigte uns hier einige auf der Exkursion noch nicht gesehenen Arten der Trocken- und Magerrasen des Hegaus wie Koeleria macrantha, Oxytropis pilosa, Scleranthus perennis und Veronica spicata, aber auch einige Ruderalarten, etwa Crepis foetida und das gemeinsam mit dem Autor auf dem Singener Bahnhofsgel\u00e4nde gefundene und seitdem kultivierte Polycnemum majus.<br \/>\nVon Gottmadingen waren es nur noch wenige Kilometer zu unserem letzten Exkursionspunkt, dem J\u00fcdischen Friedhof in Gailingen am Hochrhein (TK 8218\/3). Dieser wundersame Fleck Erde, Mahnmal, Ruhe- und Ged\u00e4nkst\u00e4tte, Kultur und Natur in einem, erfreute uns ein weiteres Mal mit botanischen Kostbarkeiten: Campanula persicifolia, Himantoglossum hircinum, Melittis melissophyllum, Peucedanum cervaria, Silene nutans und Tanacetum corymbosum wuchsen hier zwischen den Gr\u00e4bern. Zum Schluss blieb noch der Blick \u00fcber den Hochrhein, hin\u00fcber in den Schweizer Thurgau, dann dr\u00e4ngte die Zeit zur langen R\u00fcckfahrt.<br \/>\nEs war ein rundum gelungener Exkursionstag, den Eberhard Koch f\u00fcr uns gestaltet hat, und wof\u00fcr ihm ein herzliches Dankesch\u00f6n gesagt sei! Erfreulich war auch, dass zum ersten Mal Schweizer Kollegen aus dem nahen Schaffhausen und Z\u00fcrich zu unserer Exkursionsrunde gesto\u00dfen sind und unsere noch junge Arbeitsgemeinschaft allm\u00e4hlich auch \u00fcber die Grenzen S\u00fcdwestdeutschlands hinaus bekannt wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>mit Eberhard Koch Thomas Breunig Der Hegau mit seinen markanten Vulkankegeln und der n\u00f6rdlich angrenzende Teil der Schw\u00e4bischen Alb, die Hegaualb, waren Ziel des BAS-Busexkursion am 17. Juli 2005. Kaum ein Gebiet in Baden-W\u00fcrttemberg besitzt eine so gro\u00dfe landschaftliche Vielfalt und eine so reichhaltige Flora wie dieses Gebiet. 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