{"id":326,"date":"2010-04-01T07:03:27","date_gmt":"2010-04-01T06:03:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.botanik-sw.de\/BAS\/module\/wordpress\/?p=326"},"modified":"2016-06-16T14:25:13","modified_gmt":"2016-06-16T13:25:13","slug":"exkursion-am-17-mai-2009-bei-bargau-am-nordrand-der-schwabischen-alb-tk-72251","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.botanik-sw.de\/BAS\/module\/wordpress\/?p=326","title":{"rendered":"Exkursion am 17. Mai 2009 bei Bargau am Nordrand der Schw\u00e4bischen Alb (TK 7225\/1)"},"content":{"rendered":"<p>THOMAS BREUNIG &amp; DIETER RODI<\/p>\n<p>Naturraum Albuch und H\u00e4rtsfeld, 495-695 m \u00fc. NN; TK 7225\/1, R 3566500 \/ H 5404500, Unsch\u00e4rfe 707 m; Kartierstrecken 2,1 und 2,9 km, Kartierdauer: jeweils 4 Stunden.<br \/>\nKartierer: Thomas Breunig, Ingeborg Lenski, Annemarie Radkowitsch, Dieter Rodi, Hermann Spiess und Manfred Walderich.<br \/>\nIm Anschluss an den 19. S\u00fcdwestdeutschen Floristentag fand am 17. Mai eine Kartierexkursion s\u00fcdlich von Schw\u00e4bisch Gm\u00fcnd \u2013 Bargau statt. Exkursionsgebiet war der durch die Gau\u00df-Kr\u00fcger-Koordinaten 3566\/5404 gekennzeichnete Quadratkilometer am Albtrauf im Bereich Himmelreich. Dieses Gebiet liegt innerhalb des TK-Quadranten 7225\/1, f\u00fcr den bislang 508 Sippen nachgewiesen waren.<\/p>\n<p>Die Kartierung erfolgte in zwei Gruppen, Ausgangspunkt war das Kolping\u00achaus s\u00fcd\u00f6stlich von Bargau. Die eine Gruppe unter F\u00fchrung von Dieter Rodi w\u00e4hlte von hier aus den Aufstieg zum Hohen Fels, von diesem aus Richtung Scheuelberg, dann nach S\u00fcdwesten hinab in den Sattel bei P. 652,2 und schlie\u00dflich \u00fcber den H\u00f6henr\u00fccken \u201eHimmelreich\u201c zum Wanderheim als Exkursionsroute. Die andere Gruppe unter F\u00fchrung von Thomas Breunig w\u00e4hlte als Exkursionsroute eine Querung der Wiesen s\u00fcdlich des Kolpinghauses, dann hinab zur Bargauer Steige und auf den Talgrund des Eselbachs, diesem nach S\u00fcdosten folgend, dann wieder zur\u00fcck zur Bargauer Steige, dieser folgend bis zum S\u00fcdrand des Quadratkilometers und schlie\u00dflich von S\u00fcden hinaus zum Wanderheim und n\u00f6rdlich davon bis zum h\u00f6chsten Punkt des \u201eHimmelreich\u201c.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Beide Exkursionsrouten f\u00fchrten durch artenreiche Buchenw\u00e4lder auf basenreichen, \u00fcberwiegend m\u00e4\u00dfig frischen Standorten. An typischen Arten wurden hier unter anderem festgestellt: Christophskraut (Actaea spicata), Zwiebel-Zahnwurz (Cardamine bulbifera), Mandel-Wolfsmilch (Euphorbia amygdaloides), Wald-Schwingel (Festuca altissima), Stinken\u00acde Nieswurz (Helleborus foetidus), Waldgerste (Hordelymus europaeus), Fr\u00fchlings-Platterbse (Lathyrus vernus), T\u00fcrkenbund (Lilium martagon), Nestwurz (Neottia nidus-avis), Hasenlattich (Prenanthes purpurea) und Wunder-Veilchen (Viola mirabilis). Auf frischen bis m\u00e4\u00dfig feuchten Stand\u00acorten am Hangfu\u00df und in der Umgebung von Sickerquellen wuchsen in den W\u00e4ldern Gelbes Windr\u00f6schen (Anemone ranunculoides), Hohler Lerchensporn (Corydalis cava), R\u00fchrmichnichtan (Impatiens noli-tangere), Wald-Vergi\u00dfmeinnicht (Myosotis sylvatica), Hohe Schl\u00fcsselblume (Primu\u00acla elatior) und Gelber Eisenhut (Aconitum lycotonum subsp. vulparia). In dem schmalen Auenwald-Bestand entlang des Eselsbachs fanden wir au\u00dferdem Sumpf-Dotterblume (Caltha palustris) und Sumpf-Pippau (Crepis paludosa).<\/p>\n<p>Auf flachgr\u00fcndigen, m\u00e4\u00dfig trockenen Standorten im Bereich der Hang-oberkanten sowie auf Kuppen und in der Umgebung von Felsen traten kleinfl\u00e4chige Best\u00e4nde des Seggen-Buchen-Waldes (Carici-Fagetum) auf mit Vorkommen von Vogelfu\u00df-Segge (Carex ornithopoda), Blaurotem Steinsamen (Lithospermum purpurocaeruleum), Salomonsiegel (Polygo\u00acnatum odoratum), Kalk-Blaugras (Sesleria albicans) und Mehlbeere (Sorbus aria) sowie einem bemerkenswert hoch gelegenen Wuchsort der Elsbeere (Sorbus torminalis) in 680 m \u00fc. NN. Auch Saumarten trocken\u00acwarmer Standorte kamen hier vor, zum Beispiel \u00c4stige Graslilie (Anthericum ramosum) und Hirsch-Haarstrang (Peucedanum cervaria). Am Hohen Stein, dem einzigen Felsstandort der Exkursionsrouten, wuchs der Rasen-Steinbrech (Saxifraga rosacea), eine in Baden-W\u00fcrttemberg seltene, auf die mittlere und \u00f6stliche Schw\u00e4bische Alb beschr\u00e4nkte Art.<\/p>\n<p>Ausgepr\u00e4gt blumenbunt waren die Wiesen s\u00fcdlich des Kolpinghauses, floristische Besonderheiten gab es hier jedoch nicht. Auf m\u00e4\u00dfig trockenen bis wechselfrischen Standorten wuchsen hier sowohl Arten der Magerwiesen als auch solche m\u00e4\u00dfig ged\u00fcngter Fettwiesen, zum Beispiel Zittergras (Briza media), K\u00fcmmel (Carum carvi), Herbstzeitlose (Colchi\u00accum autumnale), Wiesen-Pippau (Crepis biennis), Wald-Storchschnabel (Geranium sylvaticum), Gro\u00dfe Pimpernell (Pimpinella major), Arznei-Schl\u00fcsselblume (Primula veris), Zottiger Klappertopf (Rhinanthus alectorolophus), Wiesen-Salbei (Salvia pratensis), Silau (Silaum silaus) und Orientalischer Wiesenbocksbart (Tragopogon orientalis).<\/p>\n<p>Floristische Besonderheiten wiesen dagegen die kleinfl\u00e4chigen Halbtrockenrasen und Wacholderheiden an der Bargauer Steige und beim Wanderheim auf dem \u201eHimmelreich\u201c auf. Hier fanden wir unter anderem Weidenbl\u00e4ttriges Ochsenauge (Buphthalmum salicifolium), Silberdistel (Carlina acaulis), St\u00e4ngellose Kratzdistel (Cirsium acaule), H\u00fcgel-Erdbeere (Fragaria viridis), F\u00e4rber-Ginster (Genista tinctoria), Echte Kugelblume (Globularia punctata), M\u00fccken-H\u00e4ndelwurz (Gymnade\u00acnia conopsea), Gelbe Spargelerbse (Lotus maritimus) Fliegen-Ragwurz (Ophrys insectifera), Sumpf-Kreuzblume (Polygala amarella) und Gew\u00f6hnliche Kuhschelle (Pulsatilla vulgaris).<br \/>\nEine Reihe von naturraumtypischen Arten fanden wir in der Saum- und Ruderalvegetation entlang der Waldwegr\u00e4nder, unter anderem Hain-Klette (Arctium nemorosum), Langbl\u00e4ttriges Hasenohr (Bupleurum longifolium), Behaarte Karde (Dipsacus pilosus), Wolligen Hahnenfu\u00df (Ranunculus lanuginosus) und Alpen-Ziest (Stachys alpina). An den Feldwegr\u00e4ndern war vor allem die Flora entlang der Bargauer Steige interessant. An einem kleinen wasserf\u00fchrenden Graben und auf dem feuchten Wegrand wuchsen hier Echte Gelbsegge (Carex flava), Hirsen-Segge (Carex panicea), Zottiges und Bach-Weidenr\u00f6schen (Epilobium hirsutum, E. parviflorum), Glanzfr\u00fcchtige und Blaugr\u00fcne Binse (Juncus articulatus, J. inflexus) sowie Ruhr-Flohkraut (Pulicaria dysenterica). In dem hohlwegartig verlaufenden, von Geh\u00f6lzen beschatteten Abschnitt der Bargauer Steige fanden wir zudem Geum \u00d7intermedium, den Bastard zwischen Geum rivale und Geum urbanum.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich konnten wir noch einige Ruderalarten und Weideunkr\u00e4uter notieren, zum Beispiel Wollkopf-Kratzdistel (Cirsium eriophorum), L\u00f6wen\u00aczahn-Pippau (Crepis polymorpha) und Wilde Karde (Dipsacus fullonum). Selbst auf der Terrasse des Wanderheims \u2013 wo wir unsere Exkursion beendeten \u2013 entdeckten wir mit St\u00e4ngelumfassender Taubnessel (Lamium amplexicaule) und Weg-Rauke (Sisymbrium officinale) noch zwei weitere Ruderalarten.<\/p>\n<p>Insgesamt erbrachte die Kartierung den Nachweis von 349 Sippen, von denen 58 Sippen neu f\u00fcr den Kartierquadrant 7225\/1 waren. F\u00fcr diesen sind somit nun 566 Sippen nachgewiesen. Insbesondere konnte bei einer Reihe von Arten, die in fast allen angrenzenden Quadranten vorkommen, eine kleine Kartierl\u00fccke geschlossen werden, zum Beispiel bei Wasserdost (Eupatorium cannabinum), Faulbaum (Frangula alnus), Glanzfr\u00fcchtiger Binse (Juncus articulatus), Wiesen-Wachtelweizen (Melampyrum pratense), Blutwurz und Fr\u00fchlings-Fingerkraut (Potentilla erecta, P. neumanniana), Hain-Ampfer (Rumex sanguineus), Trauben-Holunder (Sambucus racemosa), Vogelbeere (Sorbus aucuparia) und Gew\u00f6hnlichem Taubenkropf (Silene vulgaris).<\/p>\n<p>Nimmt man gro\u00dfz\u00fcgig einen Beobachtungsstreifen von 20 m Breite an, ergibt sich bei der insgesamt 5 km langen Exkursionsroute ein Beobach-tungsgebiet von 10 Hektar, was 10 % des untersuchten Quadrat-kilometers und lediglich knapp 0,3 % der Fl\u00e4che des Quadranten 7225\/1 entspricht. Auf dieser Fl\u00e4che wurde allein durch unsere Kartierexkursion mehr als 60 % der bislang f\u00fcr den Quadranten nachgewiesenen Sippen festgestellt. Dies zeigt zum einen den gro\u00dfen Artenreichtum unseres Kartiergebiets, zum anderen l\u00e4sst es vermuten, dass auf TK 7225\/1 weit mehr als die bisher nachgewiesenen 566 Sippen vorkommen d\u00fcrften. Es ist aber davon auszugehen, dass mit jeder weiteren Exkursion der Zeitaufwand zum Nachweis \u201eneuer\u201c Sippen steigt. Bei unserer Kartier-exkursion betrug er im Durchschnitt aber erst etwas mehr als acht Minuten (58 Neunachweise in 2 x 4 Stunden) je neu nachgewiesener Sippe.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>THOMAS BREUNIG &amp; DIETER RODI Naturraum Albuch und H\u00e4rtsfeld, 495-695 m \u00fc. NN; TK 7225\/1, R 3566500 \/ H 5404500, Unsch\u00e4rfe 707 m; Kartierstrecken 2,1 und 2,9 km, Kartierdauer: jeweils 4 Stunden. 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