{"id":35,"date":"2005-12-04T23:09:46","date_gmt":"2005-12-04T22:09:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.botanik-sw.de\/BAS\/module\/wordpress\/?p=35"},"modified":"2005-12-04T23:09:46","modified_gmt":"2005-12-04T22:09:46","slug":"adventivfloristik-die-aktivitaten-im-jahr-2005","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.botanik-sw.de\/BAS\/module\/wordpress\/?p=35","title":{"rendered":"Adventivfloristik &#8211; Die Aktivit\u00e4ten im Jahr 2005"},"content":{"rendered":"<p>Der Schwerpunkt der Kartierungen des Arbeitskreises Adventivfloristik lag in diesem Jahr in Gebieten Baden-W\u00fcrttembergs \u00f6stlich des Schwarzwaldes in Singen, Tuttlingen und an den Kalihalden bei Buggingen. Mitkartiert wurde von U. Amarell, P. Bauer-Kutz, M. Hamann, M. Hermann, I. Lenski, G. M\u00fcller, S. Schlesinger, H. Streitz, M. Wander, S. Ziegler.<br \/>\nIn diesem Jahr wurden die Bahnh\u00f6fe Tuttlingen, Singen und Salzstellen wie die Kalihalden der ehemaligen Salzbergwerke um Buggingen und die Bahnverladestellen des Salzwerkes bei Stetten untersucht.<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\nIm Bahnhof bei Tuttlingen lag der ganze G\u00fcterbahnhof still und ist mittlerweile zu einer Stra\u00dfe umgebaut worden, so dass die aufgenommene Pflanzeliste die letzte Dokumentation der Flora des G\u00fcterbahnhofs Tuttlingen darstellt. Die von Bahnh\u00f6fen der Oberrheinebene bekannten w\u00e4rmebed\u00fcrftigen Geh\u00f6lze wie Ailanthus altissima, Paulownia tomentosa oder Catalpa bignoioides konnten nicht nachgewiesen werden. Auch Buddleja davidii (neu f\u00fcr die TK 8018) kam nur in wenigen Exemplaren vor. Aus der umgebenden Vegetation sind apophytische Vorkommen auf dem Bahngel\u00e4nde von Gentiana ciliata und Rumex scutatus bemerkenswert. An Adventivarten fielen auf Minuartia hybrida (sie breitet sich derzeit auf Bahnanlagen und sonstigen Schotterfl\u00e4chen in St\u00e4dten aus; wegen ihrer \u00c4hnlichkeit mit Arenaria serpyllifolia kann sie leicht \u00fcbersehen werden.), Saxifraga tridactylites (fehlt mittlerweile an kaum einem Bahnhof. Letzter Nachweis vor 1900), Bunias orientalis (letzter Nachweis vor 1944) und Anthyllis polyphylla (sie tritt in letzter Zeit h\u00e4ufiger in Ansaaten an B\u00f6schungen und wiederbegr\u00fcnten Stellen auf. In Tuttlingen fehlten Hinweise auf eine ehemalige Ansaat.). In den Pflasterfugen vor der Bahnhofsgast\u00e4tte verwilderte gro\u00dffl\u00e4chig eine als Sommerblume kultivierte Buntnessel (Perilla frutescens, det. U. Amarell).<br \/>\nDer Bahnhof Singen fiel auf durch seinen Artenreichtum. An neophytischen Geh\u00f6lzen wurden u.a. Buddleja davidii und Catalpa ovata (neu f\u00fcr die TK) kartiert. Auch hier wurde Minuartia hybrida (neu f\u00fcr TK) im Gleisschotter nachgewiesen, sowie Chamaesyce maculata und Epilobium dodonaei apophytisch im Gleisschotter, Pastinaca urens (neu in TK). Auf einer Industriebrache fanden wir Petrorhagia saxifraga und Duchesnea indica (neu f\u00fcr TK).<br \/>\nDie Bahngleise an der Salzverladung des Salzbergwerkes Stetten waren nur sehr sp\u00e4rlich bewachsen. Puccinellia distans bildete gro\u00dfe Best\u00e4nde entlang der Stra\u00dfe und neben den Schienen, wo sich genug Feinerde angesammelt hatte. Spergularia rubra konnte seit 1900 erstmals wieder nachgewiesen werden.<br \/>\nDie Kalihalden bei Buggingen unterliegen schon lange der Sukzession, da der Salzabbau seit 1973 stillgelegt wurde. Dennoch konnten noch einige typische Halophyten gefunden werden. Am Fu\u00df der Halde liegen verdichtete Stellen, an denen sich zeitweise von der Halde abflie\u00dfendes salzhaltiges Regenwasser sammeln kann. Dort wuchsen Lotus tenuis und Puccinellia distans. In Erosionsrinnen auf der Halde kamen kleine Best\u00e4nde von Salicornia europaea und Suaeda maritima vor \u2013 die einzigen Vorkommen in Baden-W\u00fcrttemberg. An bemerkenswerten Adventivpflanzen wurden dort Artemisia verlotiorum (neu f\u00fcr die TK), Solanum nitidibaccatum (neu f\u00fcr die TK. Der Verbreitungsschwerpunkt der Art liegt zwischen Mannheim und Rastatt. In der s\u00fcdlichen Oberrheinebene ist bisher nur ein Vorkommen n\u00f6rdlich von Buggingen bekannt.) und Picris echioides gefunden.<br \/>\nNeuzug\u00e4nge im Adventivpflanzenherbar<br \/>\nDas Adventivpflanzenherbar hat verschiedene Aufgaben bei der floristischen Erforschung Baden-W\u00fcrttembergs. Es kann einerseits als eine Art floristische Inventarisierung die einzelnen Florenbestandteile, ihre Einwanderung oder Ausbreitung dokumentieren, wenn ausreichend Belege einer Art von verschiedenen Fundorten gesammelt werden. Andererseits liefert es auch eine wichtige Hilfestellung bei der Bestimmung von Adventivpflanzen. Gerade neu einwandernde Arten, noch nicht in g\u00e4ngige Schl\u00fcssel aufgenommene Arten oder schwer zu unterscheidende Taxa sind oftmals ein Problem bei der Bestimmung. Ein Herbarium kann f\u00fcr solche Arten wertvolles Vergleichsmaterial liefern. Umso aussagekr\u00e4ftiger wird das Adventivpflanzenherbar, je mehr Pflanzen zusammengetragen werden k\u00f6nnen. Interessant sind daher Belege von Neophyten (unbest\u00e4ndige und eingeb\u00fcrgerte) aus Baden-W\u00fcrttemberg und auch aus Nachbargebieten. Wichtig ist das Herbaretikett, das aussagekr\u00e4ftige Informationen zu Fundort und Wuchsort beinhalten sollte, sowie Angaben zu TK, R-\/H-Wert, Funddatum, Finder bzw. ggf. Angaben, wer den Beleg bestimmt\/ revidiert hat. Herbarbelege sind interessant insbesondere von: Minuartia hybrida, Anthyllis polyphylla, Cotoneaster spec. (nur mit Bl\u00fcten oder Fr\u00fcchten).<br \/>\nDurch die rege Sammelt\u00e4tigkeit einiger Mitstreiter des Arbeitskreises wurde das Adventivpflanzenherbar 2005 um interessante Belege bereichert. Einige der neuen Belege sind hier (pdf) aufgelistet.<br \/>\nDie Belege k\u00f6nnen nach Absprache eingesehen werden. Beim kommenden S\u00fcdwestdeutschen Floristentag wird das Herbarium mitgebracht.<br \/>\nEine Gesamtartenliste des Adventivherbariums ist in Vorbereitung. Sie kann in K\u00fcrze auf der homepage der BAS als <a href=\"\/BAS\/media\/texte\/Belege_adventiv_2005a.pdf\">pdf-Datei<\/a> abgerufen werden.<\/p>\n<p>Sammelaufruf<br \/>\nAmerikanische Astern sind an unsren Flussufern im Herbst ein gewohnter Anblick. Informationen \u00fcber die vorkommenden Arten und ihre Verbreitung sind trotzdem v\u00f6llig unzureichend. Die amerikanischen Astern sind nicht einfach zu bestimmen. Fundortangaben sollten daher mit Herbarbelegen abgesichert werden.<br \/>\nBelege bitte senden an:<br \/>\nAnnemarie Radkowitsch<br \/>\nHohenwarterstr. 1<br \/>\n75181 Pforzheim<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Schwerpunkt der Kartierungen des Arbeitskreises Adventivfloristik lag in diesem Jahr in Gebieten Baden-W\u00fcrttembergs \u00f6stlich des Schwarzwaldes in Singen, Tuttlingen und an den Kalihalden bei Buggingen. Mitkartiert wurde von U. Amarell, P. Bauer-Kutz, M. Hamann, M. Hermann, I. Lenski, G. M\u00fcller, S. Schlesinger, H. Streitz, M. Wander, S. Ziegler. 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