{"id":37,"date":"2005-12-06T14:30:23","date_gmt":"2005-12-06T13:30:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.botanik-sw.de\/BAS\/module\/wordpress\/?p=37"},"modified":"2005-12-06T14:30:23","modified_gmt":"2005-12-06T13:30:23","slug":"anfrage-wegen-galeopsis-ladanum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.botanik-sw.de\/BAS\/module\/wordpress\/?p=37","title":{"rendered":"Anfrage wegen Galeopsis ladanum"},"content":{"rendered":"<p>Angeregt durch eigene Fehlbestimmungen gehe ich der Verbreitung von <em>Galeopsis  ladanum<\/em> nach. Die bisherigen Ergebnisse zeigen, dass die Art h\u00e4ufig mit  <em>Galeopsis angustifolia<\/em> verwechselt wird. In Herbarien geh\u00f6ren oft mehr  als ein Drittel der als <em>Galeopsis ladanum<\/em> etikettierten Belege nicht zu  dieser Art. Neben der teilweise nicht ganz einfachen Trennung von <em>Galeopsis  angustifolia<\/em> und <em>G. ladanum<\/em> liegt dies daran, dass bis etwa 1950  meist beide Sippen unter <em>Galeopsis ladanum<\/em> zusammengefasst wurden.<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\nDie Trennung von <em>Galeopsis ladanum<\/em> und <em>G. angustifolia<\/em> ist im  Band 5 der \u201eFarn- und Bl\u00fctenpflanzen Baden-W\u00fcrttembergs\u201c gut dargestellt. Dort  sind allerdings die Zeichnungen der Haare der Kelchz\u00e4hne, dem wichtigsten  Trennungsmerkmal, vertauscht. Diese sind bei <em>Galeopsis angustifolia<\/em>  wei\u00dflich und vorw\u00e4rtsgerichtet anliegend, w\u00e4hrend sie bei der \u201eSchwesterart\u201c  durchsichtig und abstehend sind. Die Blattbreite kann nur als zus\u00e4tzliches  Merkmal gelten, da <em>Galeopsis angustifolia<\/em> anders als es der Name vermuten  l\u00e4sst, auch ausgesprochen breitbl\u00e4ttrige Formen bildet.<br \/>\nBestimmungsprobleme  verursachen die nicht seltenen Hybriden zwischen <em>Galeopsis angustifolia<\/em>,  <em>G. ladanum<\/em> und <em>G. segetum<\/em>. Hybride unter Beteiligung von <em>G.  segetum<\/em> sind durch st\u00e4rkere Behaarung und l\u00e4ngere Haare auf dem Kelch  erkennbar. Der Hybrid zwischen <em>G. angustifolia<\/em> und <em>G. segetum<\/em>  \u00e4hnelt in der Kelchbehaarung <em>G. ladanum<\/em>. In Zweifelsf\u00e4llen sollten die  Kelchhaare mit einer mindestens 50-fachen Vergr\u00f6\u00dferung untersucht werden.<br \/>\nDie  Verbreitung von <em>Galeopsis ladanum<\/em> ist durch die kritische Bearbeitung in  den \u201eFarn- und Bl\u00fctenpflanzen Baden-W\u00fcrttembergs\u201c gut bekannt. Eine Durchsicht  der Sammlung des Museums f\u00fcr Naturkunde Stuttgart sowie der Herbarien in M\u00fcnchen  und Z\u00fcrich best\u00e4tigte im wesentlichen das dort f\u00fcr Baden-W\u00fcrttemberg entworfene  Arealbild. Danach besitzt die Art in Baden-W\u00fcrttemberg ihren eindeutigen  Vorkommensschwerpunkt auf \u00c4ckern der Schw\u00e4bischen Alb. Ein H\u00e4ufigkeitszentrum  zeichnet sich f\u00fcr die Messtischbl\u00e4tter 7718 und 7719 ab, von wo 8 der 26 Belege  stammen. Au\u00dferhalb der Region \u201eNeckarland und Schw\u00e4bische Alb\u201c wurden nur 5  Belege ermittelt: Aus dem Schwarzwald ein Beleg aus der Gegend von Ruhstein [Auf  der Stra\u00dfe nach Achern, bei dem gro\u00dfen Schrofen. 6.8.1896. Correns. Herbarium  M\u00fcnchen], zwei Belege vom Baar [Im Ried bei Pfohren unweit Donaueschingen.  10.8.1921. Ernst Sulger B\u00fcel. Herbarium Z\u00fcrich. \/\/ S\u00fcdlich von Leipferdingen bei  P.748 der Landeskarte Stein a.Rhein &#8230; . 8.9.1963. Ernst Sulger B\u00fcel. Herbarium  Z\u00fcrich] sowie ein Beleg aus dem Alpenvorland [&#8230; Leiberdingen. 1855.  Sautermeister. STU].<br \/>\nGaleopsis ladanum geh\u00f6rt zu den sehr seltenen Pflanzen  in Baden-W\u00fcrttemberg und d\u00fcrfte als \u201estark gef\u00e4hrdet\u201c einzusch\u00e4tzen sein. Nur  drei der gepr\u00fcften Belege wurden nach 1980 gesammelt: 1982 bei Geislingen  (7718\/4. M. Ade. STU), 1984 bei B\u00f6llat (7719\/4. S. Seybold. STU) und 1986 bei  der Erddeponie Kleinsteimitz (7619\/3. S. Seybold. STU). \u00c4cker mit Vorkommen von  Galeopsis ladanum sollten Anlass f\u00fcr Artenschutzma\u00dfnahmen sein.<br \/>\nUm der  Verbreitung von <em>Galeopsis ladanum<\/em> in Baden-W\u00fcrttemberg aber auch  au\u00dferhalb davon weiter nachzugehen, w\u00fcrde ich mich um die Zusendung von  Herbarmaterial freuen. Die Belege werden nach kurzer Bearbeitungszeit  zur\u00fcckgesandt.<\/p>\n<p>Dr. Thomas Gregor, Hochschule Vechta, Driverstra\u00dfe 22,  49377 Vechta, thomas.gregor (at) uni-vechta.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Angeregt durch eigene Fehlbestimmungen gehe ich der Verbreitung von Galeopsis ladanum nach. Die bisherigen Ergebnisse zeigen, dass die Art h\u00e4ufig mit Galeopsis angustifolia verwechselt wird. In Herbarien geh\u00f6ren oft mehr als ein Drittel der als Galeopsis ladanum etikettierten Belege nicht zu dieser Art. Neben der teilweise nicht ganz einfachen Trennung von Galeopsis angustifolia und G. 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