{"id":433,"date":"2011-03-16T18:40:56","date_gmt":"2011-03-16T17:40:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.botanik-sw.de\/BAS\/module\/wordpress\/?p=433"},"modified":"2011-03-16T20:43:07","modified_gmt":"2011-03-16T19:43:07","slug":"brigitte-baumann-helmut-baumann-2010-die-mainzer-krauter-buch-inkunabeln-herbarius-moguntinus-gart-der-gesundheit-hortus-sanitatis-%e2%80%93-vii444-s-31-s-mit-farbtafeln-verlag-anton-hirs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.botanik-sw.de\/BAS\/module\/wordpress\/?p=433","title":{"rendered":"Brigitte Baumann &#038; Helmut Baumann 2010: Die Mainzer Kr\u00e4uter-buch-Inkunabeln: Herbarius Moguntinus, Gart der Gesundheit, Hortus Sanitatis. \u2013 VII+444 S. + 31 S. mit Farbtafeln. Verlag Anton Hirsemann KG, Stuttgart."},"content":{"rendered":"<p>Besprechung von SIEGFRIED DEMUTH<\/p>\n<p>Als Inkunabeln werden die \u00e4ltesten mit metallenen Einzellettern gedruckten B\u00fccher und Einblattdrucke bezeichnet, die etwa zwischen 1450 und 1500 entstanden sind. Die beiden Autoren beschreiben die drei Kr\u00e4uterb\u00fccher Herbarius Moguntinus (1484), Gart der Gesundheit (1485) und Hortus sanitatis (1491) unter Ber\u00fccksichtigung von 15 Vorl\u00e4uferwerken.<br \/>\nBei diesen drei B\u00fccher handelt es sich um die bedeutendsten bebilderten Fr\u00fchdrucke \u00fcber Medizinalpflanzen. Es sind Zusammenstellungen aus Kr\u00e4uterb\u00fcchern der Antike bis zum Mittelalter. Dargestellt sind Heil- und Gew\u00fcrzkr\u00e4uter mit lateinischen Namen und Volksnamen, Beschreibungen, Anwendungsbereiche und Abbildungen in Form von Holzschnitten. \u00dcberwiegend handelt es sich um Kulturpflanzen, seltener um Wildpflanzen.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nIn der Arbeit von BAUMANN &#038; BAUMANN sind von diesen Werken etliche der Abbildungen als Farb- und Schwarzwei\u00dftafeln wiedergegeben. Die Texte sind auszugsweise zitiert. Die Kr\u00e4uterb\u00fccher selbst sind nicht abgedruckt. Kern der Arbeit ist die Synonymisierung der in diesen B\u00fcchern verwendeten lateinischen Namen und Volksnamen sowie der Abbildungen der Pflanzen mit den heute gebr\u00e4uchlichen wissenschaftlichen Namen in tabellarischer Form. Als Referenzwerke f\u00fcr die Nomenklatur werden das Handw\u00f6rterbuch der Pflanzennamen von Zander sowie die Flora Europaea herangezogen. Hauptprobleme bei der Bestimmung der in diesen alten Kr\u00e4uterb\u00fcchern genannten oder abgebildeten Pflanzen sind die vorlinneischen lateinischen Bezeichnungen, die uneinheitliche Verwendung sowohl der lateinischen wie der Volksnamen und schlie\u00dflich die oft ungenauen, zum Teil stark stilisierten Abbildungen. Etliche der beschriebenen Pflanzen lassen sich daher auch mit viel Fantasie nicht bestimmen. Jedes der drei Werke wird ausf\u00fchrlich beschrieben: Entstehungs\u00acgeschichte, bisherige Bearbeitungen, Forschungsstand zu den Verfassern, Herausgebern und Zeichnern (nicht immer eindeutig bekannt), Wirkung der Werke in ihrer Zeit sowie Korrekturen bisheriger Pflanzen\u00acbestimmungen und Synonymisierungen anderer Autoren sowie als zentraler Bestandteil jeweils eine Tabelle mit den synonymisierten Namen aller in den Werken genannten Pflanzenarten. <\/p>\n<p>Einige Beispiele aus dem \u201eGart der Gesundheit\u201c:<br \/>\ndru\u00df worz\t  Sedum telephium<br \/>\ndudelkolbe\t  Typha latifolia<br \/>\ndufels aby\u00df\t  Succisa pratensis<br \/>\neyn gummi also genant\tPistacia lentiscus<br \/>\nmaioron\t  Origanum majorana<br \/>\nmirr\t          Commiphora myrrha oder C. abyssinica<br \/>\nsant cristoffels krut\tOsmunda regalis<br \/>\nwilde klee\t    Melilotus officinalis oder M. messaniensis<\/p>\n<p>Ein weiteres Kapitel befasst sich ausf\u00fchrlich mit der Kulturgeschichte einiger Arten, die einen besonderen Stellenwert in diesen Werken besitzen: Steinbrech-Arten, Gurke, Drachenbaum, Zitronen-Arten, Alraune sowie Pflanzen mit seifen\u00e4hnlichen Eigenschaften. Abgeschlossen wird das Buch mit einer Tabelle mit allen 730 Pflanzenarten der behandelten Kr\u00e4uterb\u00fccher mit synonymisiertem wissenschaftlichen Namen, (altem) lateinischen Namen, Volksnamen und Nennung in den jeweiligen Werken. Eine weitere Tabelle listet alle Arten alphabetisch sortiert nach ihrem Volksnamen oder alten lateinischen Namen und dem wissenschaftlichen Namen auf.<br \/>\nWer sich mit alten Kr\u00e4uterb\u00fcchern eingehender besch\u00e4ftigt, f\u00fcr den wird dieses umfangreiche Werk sicher von gro\u00dfem Nutzen sein. Allerdings werden es sich angesichts des doch sehr hohen Preises nur wenige leisten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>ISBN 978-3-7772-1020-9 (399,- EUR)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besprechung von SIEGFRIED DEMUTH Als Inkunabeln werden die \u00e4ltesten mit metallenen Einzellettern gedruckten B\u00fccher und Einblattdrucke bezeichnet, die etwa zwischen 1450 und 1500 entstanden sind. 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