{"id":51,"date":"2006-12-31T22:56:48","date_gmt":"2006-12-31T21:56:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.botanik-sw.de\/BAS\/module\/wordpress\/?p=51"},"modified":"2007-04-03T18:03:23","modified_gmt":"2007-04-03T17:03:23","slug":"die-verbreitung-der-indischen-scheinerdbeere-duchesnea-indica-in-baden-wurttemberg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.botanik-sw.de\/BAS\/module\/wordpress\/?p=51","title":{"rendered":"Die Verbreitung der Indischen Scheinerdbeere (Duchesnea indica) in Baden-W\u00fcrttemberg"},"content":{"rendered":"<p>Thomas Breunig<\/p>\n<p>(2006) Die Verbreitung der Indischen Scheinerdbeere (Duchesnea indica) in Baden-W\u00fcrttemberg Thomas Breunig<a href=\"http:\/\/www.botanik-sw.de\/BAS\/module\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2007\/04\/duchesneaindica.jpg\" title=\"duchesneaindica.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.botanik-sw.de\/BAS\/module\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2007\/04\/duchesneaindica.thumbnail.jpg\" title=\"duchesneaindica.jpg\" alt=\"duchesneaindica.jpg\" align=\"texttop\" \/><\/a><br \/>\n\u201eIn G\u00e4rten und Parks kultiviert und durch seine Ausl\u00e4ufer gelegentlich verwildert, aber noch nicht eingeb\u00fcrgert\u201c, so hei\u00dft es zur Indischen Scheinerdbeere in dem Grundlagenwerk \u201eDie Farn- und Bl\u00fctenpflanzen Baden-W\u00fcrttembergs\u201c (SEYBOLD 1992), das ganze sieben Fundorte auflistet. Was vor einigen Jahren noch gegolten hat, stimmt heute nicht mehr: Die Indische Scheinerdbeere geh\u00f6rt zu den erfolgreichsten Neophyten in S\u00fcdwestdeutschland und hat sich zumindest in den w\u00e4rmeren Tieflagen fest eingeb\u00fcrgert. Mancherorts geh\u00f6rt sie sogar zu den h\u00e4ufigen Arten, etwa im Karlsruher Raum, wo einem die Indische Scheinerdbeere im Siedlungsbereich auf Schritt und Tritt begegnet und die Wuchsorte so zahlreich sind, dass man sie nicht mehr z\u00e4hlen kann.<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\nMit ein wenig \u00dcbung kann man die Indische Scheinerdbeere auch im nichtbl\u00fchenden Zustand leicht von der Wald-Erdbeere (Fragaria vesca) und dem Erdbeer-Fingerkraut (Potentilla sterilis) unterscheiden, die \u00e4hnliche Bl\u00e4tter besitzen. Hat man sich die charakteristische Blattform eingepr\u00e4gt, ist sie zumindest in den wintermilden Gebieten fast das ganze Jahr \u00fcber nachweisbar. Noch etwas leichter gelingt der Nachweis im bl\u00fchenden Zustand, dann zeigen die gelben, manchmal bis sp\u00e4t in den November erscheinenden Bl\u00fcten sofort, dass es sich nicht um eine Wald-Erdbeere handelt. Weil bislang noch keine gedruckte Verbreitungskarte vorlag, erfolgte in der \u201ePflanzenpresse\u201c Nr. 11 ein Aufruf an die Mitglieder der BAS, Fundorte von Duchesnea indica zu melden.<br \/>\nDiesem Aufruf sind in 23 Personen gefolgt, die bis Ende 2005 Fundorte zu 77 TK-Quadranten mitteilten. Beteiligt haben sich Joachim W. Bammert, Reinhold Beck, Niels B\u00f6hling, Thomas Breunig, Siegfried Demuth, Gerold Franke, G\u00fcnter Gottschlich, Karsten Grabow, Ulrich H\u00e4ussermann, Helmut Herwanger, Karlheinz K\u00f6hler, Regine Munz, Roland Prewo, Annemarie Radkowitsch, Hans Smettan, Enno Schubert, Heinz-Werner Schwegler, Helmut Schw\u00f6bel, Hermann Spiess, Hjalmar Thiel, J\u00fcrgen V\u00f6gtlin, Peter Vogel und Stephen Ziegler.<br \/>\nMit diesen Fundortmeldungen, erg\u00e4nzt um einige weitere Nachweise einer digitalen Verbreitungskarte der beiden Staatlichen Museen f\u00fcr Naturkunde, wurde eine Raster-Verbreitungskarte auf Basis der Quadranten der Topographischen Karte 1:25.000 erstellt. Sie zeigt den derzeitigen Kenntnisstand zur Verbreitung von Duchesnea indica in Baden-W\u00fcrttemberg. Was sie aber nicht zeigt, ist das inzwischen von der Art besiedelte Areal \u2013 dies d\u00fcrfte n\u00e4mlich viel gr\u00f6\u00dfer sein. Auff\u00e4llig zeigt sich dies im Stuttgarter Raum: Hier wurde die Art auf vier gut untersuchten Kartenbl\u00e4ttern in jedem Quadranten nachgewiesen. Von den angrenzenden Kartenbl\u00e4ttern liegen dagegen kaum Nachweise vor, obwohl dort die Wuchsbedingungen f\u00fcr Duchesnea indica ebenfalls g\u00fcnstig sind und nichts daf\u00fcr spricht, dass die Art dort nicht w\u00e4chst. In diesen Gebieten d\u00fcrfte lediglich noch niemand nach der Art gesucht haben.<br \/>\nDie auf der Karte erkennbaren Gebiete, in denen sich Nachweise h\u00e4ufen \u2013 um Heidelberg, Karlsruhe, Stuttgart und Freiburg, mit Einschr\u00e4nkungen auch im Hochrheingebiet, im Bodenseeraum und im s\u00fcdlichen Oberschwaben \u2013 sind also keine Verbreitungsschwerpunkte, sondern lediglich Kartierschwerpunkte. Verbreitet sein d\u00fcrfte die Indischen Scheinerdbeere inzwischen in weiten Bereichen Baden-W\u00fcrttembergs in den tieferen und mittleren Lagen, vor allem im Westen und S\u00fcden, w\u00e4hrend im Nordosten Baden-W\u00fcrttembergs (Tauberland, Hohenlohe) unser Mitglied Martin Weckesser bislang noch vergebens nach Duchesnea indica gesucht hat.<br \/>\nNachgewiesen wurde die Indische Scheinerdbeere von folgenden Wuchsorten: in Zierrasen, Zierblumenbeeten und Ziergeh\u00f6lzanpflanzungen, in Weinbergen zwischen Rebzeilen, auf Friedh\u00f6fen und Spielpl\u00e4tzen, an Gew\u00e4sserufern, in L\u00f6\u00dfhohlwegen, auf Bahngel\u00e4nde, in Streuobstwiesen, im Saum von Hecken und Geb\u00fcschen, an Wegr\u00e4ndern und insbesondere an Waldwegen, selten auch in Mauerspalten und einmal auch in einem Winkelseggen-Erlen-Eschen-Wald. Am h\u00e4ufigsten beobachtet wurde Duchesnea indica an Waldwegr\u00e4ndern und auf beschatteten Rasenfl\u00e4chen, zum Beispiel im Saum von Str\u00e4uchern und unter der Krone von Obstb\u00e4umen. Sie ist eine anspruchsvolle Art hinsichtlich der Wasser- und N\u00e4hrstoffversorgung und besitzt eine relativ gro\u00dfe Schattentoleranz. In ihren Standortanspr\u00fcchen \u00e4hnelt sie der heimischen Gundelrebe (Glechoma hederacea), mit der sie oft vergesellschaftet ist, vor allem in nitrophytischer Saumvegetation.<br \/>\nUm ein der tats\u00e4chlichen Verbreitung der Indischen Scheinerdbeere besser entsprechendes Kartenbild zu bekommen, sind weitere Fundmeldungen an die BAS-Gesch\u00e4ftsstelle mittels des der \u201ePflanzenpresse\u201c beiliegenden Meldebogens f\u00fcr Fundorte sehr erw\u00fcnscht!<br \/>\nLiteratur und Quellen<br \/>\nSEYBOLD, S. 1992: Duchesnea indica (Andrews) Focke 1888. \u2013 In: SEBALD, O., SEYBOLD, S., PHILIPPI, G.: Die Farn- und Bl\u00fctenpflanzen Baden-W\u00fcrttembergs, Band 3, S. 157; Ulmer Verlag, Stuttgart.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.naturkundemuseum-bw.de\/stuttgart\/projekte\/flora\"> http:\/\/www.naturkundemuseum-bw.de\/stuttgart\/projekte\/flora<\/a><br \/>\n(Stand 14.11.2005)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Thomas Breunig (2006) Die Verbreitung der Indischen Scheinerdbeere (Duchesnea indica) in Baden-W\u00fcrttemberg Thomas Breunig \u201eIn G\u00e4rten und Parks kultiviert und durch seine Ausl\u00e4ufer gelegentlich verwildert, aber noch nicht eingeb\u00fcrgert\u201c, so hei\u00dft es zur Indischen Scheinerdbeere in dem Grundlagenwerk \u201eDie Farn- und Bl\u00fctenpflanzen Baden-W\u00fcrttembergs\u201c (SEYBOLD 1992), das ganze sieben Fundorte auflistet. 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