{"id":52,"date":"2007-03-19T17:40:12","date_gmt":"2007-03-19T16:40:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.botanik-sw.de\/BAS\/module\/wordpress\/?p=52"},"modified":"2013-08-31T10:03:22","modified_gmt":"2013-08-31T09:03:22","slug":"cardamine-neophyt-im-bodensee-litoral-%e2%80%93-wer-kennt-weitere-fundorte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.botanik-sw.de\/BAS\/module\/wordpress\/?p=52","title":{"rendered":"Cardamine-Neophyt im Bodensee-Litoral \u2013 wer kennt weitere Fundorte?"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 10pt;\">Anbei eine aktualisierte Verbreitungskarte des <em>Cardamine<\/em>-Neophyten, der wahrscheinlich 2003 am Bodensee aufgetaucht ist. Wir geben ihm den deutschen Namen Japanisches Reisfeld-Schaumkraut. Wissenschaftlich wird dieser Neophyt noch als <strong><em><span style=\"color: black;\">Cardamine flexuosa<\/span><\/em><span style=\"color: black;\"> auct. non With.<\/span><\/strong><span style=\"color: black;\"> bezeichnet (<span style=\"font-variant: small-caps;\">Lihova<\/span> et al. 2006, <span style=\"font-variant: small-caps;\">Klausmeyer<\/span> 2006). Das \u201eauct. non\u201c bedeutet, dass die Sippe in Japan, wo sie urspr\u00fcnglich herstammt, f\u00e4lschli\u00adcherweise als <em>Cardamine flexuosa <\/em><span>Withering 1796<strong> <\/strong>bezeichnet wurde, vermeintlich identisch also mit unserem Wald-Schaum\u00adkraut. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><a title=\"cardjapmaerz07.jpg\" href=\"http:\/\/www.botanik-sw.de\/BAS\/module\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2007\/03\/cardjapmaerz07.jpg\"><img decoding=\"async\" alt=\"cardjapmaerz07.jpg\" src=\"http:\/\/www.botanik-sw.de\/BAS\/module\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2007\/03\/cardjapmaerz07.thumbnail.jpg\" \/><\/a><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 10pt;\">Diese Pflanze wurde erstmals im Fr\u00fchjahr 2004 von W. Osten\u00addorp, M. Dienst &amp; E. Klein am Reichenauer Damm entdeckt. Inzwischen hat sie die Universit\u00e4t Osnabr\u00fcck (AG Bleeker) genauer unter die Lupe genommen und Simone Klausmeyer dar\u00fcber eine Examensarbeit geschrieben. Durch gleichzeitige genetische Untersuchungen von <span style=\"font-variant: small-caps;\">Lihova<\/span> et al. (2006) hat sich herausgestellt, dass sie mit der Japanischen <em>Cardamine \u201aflexu\u00adosa\u2019<\/em> identisch ist. Jetzt muss Sie einen neuen Namen erhalten. Innerhalb Europa ist sie bislang nur von Oberitalien bekannt. Thomas G\u00f6tz (Konstanz) hat bei Arborio (Vercelli, Piemont) zumindest sehr \u00e4hnlich aussehende Pflanzen in Reisfeldern (!) gefunden.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">\n<p class=\"MsoNormal\"><a title=\"cardamine_flexuosa1.JPG\" href=\"\/bas\/module\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2007\/03\/cardamine_flexuosa1.JPG\"><img decoding=\"async\" alt=\"cardamine_flexuosa1.JPG\" src=\"\/bas\/module\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2007\/03\/cardamine_flexuosa1.thumbnail.JPG\" \/><\/a> <a href=\"\/bas\/module\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2007\/03\/cardamine_flexuosa2.JPG\"><img decoding=\"async\" alt=\"cardamine_flexuosa2.JPG\" src=\"\/bas\/module\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2007\/03\/cardamine_flexuosa2.thumbnail.JPG\" \/><\/a><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 10pt;\">Auffallend an der Verbreitung am Bodensee ist die Tatsache, dass dieser Neophyt offensichtlich erst seit dem Niedrigwas\u00adserjahr 2003 im Bereich der Mittelwasserlinie \u2013 und (fast) nur dort \u2013 vorkommt (von ca. 320 bis 370 cm am Pegel Konstanz). Der Untergrund kann feinsandig bis grobkiesig sein. <\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 10pt;\">Morpholo\u00adgisch f\u00e4llt auf, dass die Pflanze keine ausgepr\u00e4gte Rosette hat. Die Fiederbl\u00e4ttchen sind oft ansatzweise dreiteilig. Der St\u00e4ngel weist eine lockere Behaarung auf. Sie w\u00e4chst und bl\u00fcht zu fast jeder Jahreszeit, evtl. in den kalten Monaten sogar h\u00e4ufiger als im Sommer \u2013 wenn es nicht gerade Dauerfrost hat. Sie kann sehr kleinw\u00fcchsig sein, auf n\u00e4hrstoffreichem Schwemmgut aber auch sehr \u00fcppig und in dichtem Bestand wachsen (z.B. S\u00fcd- und Westufer der Reichenau).<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 10pt;\">Die Fundortpunkte stammen haupts\u00e4chlich von der Kartierung der Pioniervegetation im Wollmatinger Ried (Dienst u. Osten\u00addorp, AGBU; Klein, NABU), wo sie s\u00fcdlich des Reichenauer Damms und bei den Inseln teilweise h\u00e4ufig vorkommt \u2013 aber noch nicht n\u00f6rdlich des Damms! Viele Angaben stammen von den Strandrasen-Erhebungen im Kanton Thurgau und Kreis Konstanz (Dienst u. Strang) \u2013 in den Strandrasen des Bodenseekreises und des \u00f6stlichen Thurgaus wurde sie bislang nicht gefunden. Gezielt gesucht und gefunden wurde sie an der Stockacher Aachm\u00fcndung, am Reichenauer S\u00fcdufer (beides Dienst), \u00f6stlich von Friedrichshafen (Dienst, Strang) und im s\u00fcdlichen Eriskircher Ried (Kn\u00f6tzsch). Mehrere Funde von Anfang 2007 stammen von Tinner undZoller vom s\u00fcd\u00f6stlichen Ufer. Peintinger und Ostendorp haben innerhalb eines AGBU-Projekts (Kontrolle aller Renaturierungsfl\u00e4chen)weitere Wuchsdorte am \u00f6stlichen Bodensee gefunden, in zwei F\u00e4llen auch etwas oberhalb der Hochwasserlinie.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-size: 10pt;\">In der Karte sind 85 Fundpunkte angegeben (Mindestentfer\u00adnung 200 m). <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">Dieser Schaumkraut-Neophyt ist zunehmend ein Konkurrent f\u00fcr einheimische Uferpflanzen, da er verst\u00e4rkt in dichten Best\u00e4nden im Sp\u00fclsaumbereich w\u00e4chst. Dort verdr\u00e4ngt er z.B. <em>Rorippa amphibia, Barbarea vulgaris<\/em> und <em>B. stricta<\/em>. Eine Konkurrenz f\u00fcr die Strandrasenarten scheint er nicht zu sein.<\/span><strong><\/strong><\/p>\n<p>Eine Ausbreitung rheinabw\u00e4rts ist sehr wahrscheinlich, so dass zun\u00e4chst am Hochrhein mit Neuansiedlungen zu rechnen ist.<br \/>\n<strong><\/strong><\/p>\n<p><strong>Fundmeldungen<\/strong> bitte an Michael Dienst, Heros\u00e9str. 18, 78467 Konstanz, 07531-4549504 \u2013 michael.dienst@bodensee-ufer.de<\/p>\n<p><strong><\/strong><span style=\"font-size: 9pt;\"><span style=\"color: black;\"><strong>Literatur:<\/strong> Klausmeyer, S. (2006): Analyse von potenziellen Cardamine-Hybriden in der Ufervegetation des Bodensees. \u2013 Examensarbeit, Universit\u00e4t Osnabr\u00fcck, 54 S. \u2013 Lihova, J., Marhold, K, Kudoh, H. &amp; Koch, M.A. (2006): Worldwide phylogeny and biogeography of Cardamine flexuosa (Brassicaceae) and its relatives. American Journal of Botany 93: 1206-1221.<br \/>\n<\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anbei eine aktualisierte Verbreitungskarte des Cardamine-Neophyten, der wahrscheinlich 2003 am Bodensee aufgetaucht ist. Wir geben ihm den deutschen Namen Japanisches Reisfeld-Schaumkraut. Wissenschaftlich wird dieser Neophyt noch als Cardamine flexuosa auct. non With. bezeichnet (Lihova et al. 2006, Klausmeyer 2006). 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