{"id":597,"date":"2012-12-22T10:54:42","date_gmt":"2012-12-22T09:54:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.botanik-sw.de\/BAS\/module\/wordpress\/?p=597"},"modified":"2016-05-31T13:02:55","modified_gmt":"2016-05-31T12:02:55","slug":"hodvina-s-2012-letzte-nachweise-der-in-hessen-ausgestorbenen-oder-verschollenen-pflanzenarten-%e2%80%93-botanik-und-naturschutz-in-hessen-beih-11-341-s-frankfurt-am-main-issn-1867-6804","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.botanik-sw.de\/BAS\/module\/wordpress\/?p=597","title":{"rendered":"Hodvina, S. 2012: Letzte Nachweise der in Hessen ausgestorbenen oder verschollenen Pflanzenarten."},"content":{"rendered":"<p>von THOMAS BREUNIG<\/p>\n<p><strong>Hodvina, S. 2012: Letzte Nachweise der in Hessen ausgestorbenen oder verschollenen Pflanzenarten. \u2013 Botanik und Naturschutz in Hessen, Beih. 11, 341 S.; Frankfurt am Main. ISSN 1867-6804.<\/strong><\/p>\n<p>In Hessen gelten 143 Gef\u00e4\u00dfpflanzenarten als ausgestorben oder verschollen. Wann diese Arten das letzte Mal nachgewiesen wurden, war Thema einer umfangreichen Literaturrecherche und Herbarauswertung, die Sylvain Hodvina \u00fcber einen Zeitraum von vier Jahren durchf\u00fchrte. Publiziert sind die Ergebnisse dieser Studie nun in Beiheft 11 der Schriftenreihe Botanik und Naturschutz in Hessen, welche von der Botanischen Vereinigung f\u00fcr Naturschutz in Hessen (BVNH) herausgegeben wird.<\/p>\n<p>Hauptteil des Werkes ist die Darstellung der artbezogenen Auswertungsergebnisse zu den behandelten 143 Sippen \u2013 von Adonis flammea bis Wolffia arrhiza. Sie machen fast 90 % des Seitenumfangs aus.Hierf\u00fcr wurden 524 Publikationen ausgewertet und 14 Herbarien aufgesucht, darunter als einziges aus Baden-W\u00fcrttemberg das Herbarium des Staatlichen Museums f\u00fcr Naturkunde in Stuttgart (STU).<\/p>\n<p>Vorangestellt ist eine kurze Einf\u00fchrung, in welcher die Methodik der Erhebungen und die Systematik der artbezogenen Angaben erl\u00e4utert werden. Au\u00dferdem enth\u00e4lt sie eine umfangreiche Tabelle, aus der ersichtlich wird, wie viele Belege von jeder Sippe in den einzelnen Herbarien gefunden wurden. So stammen zum Beispiel aus Stuttgart 50 der insgesamt 2.119 relevanten Belege. Abgeschlossen wird die Studie mit einer Zusammenstellung, welche \u00c4nderungen sich f\u00fcr die Rote Liste ergeben: Immerhin 46 Arten wurden f\u00fcr eine oder mehrere naturr\u00e4umliche Regionen Hessens neu als ehemals vorkommend nachgewiesen, w\u00e4hrend f\u00fcr 12 Arten in einzelnen Regionen und f\u00fcr zwei Arten in ganz Hessen kein konkreter Nachweis eines ehemaligen Vorkommens ermittelt werden konnte.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Die artbezogenen Auswertungen enthalten jeweils eine Tabelle mit Angaben, welches letzte Nachweisjahr sich durch die Literaturrecherche und durch die Herbarauswertung f\u00fcr die Art in Hessen und in seinen vier naturr\u00e4umlichen Regionen ergab, wie viele Nachweise in Hessen und seinen vier naturr\u00e4umlichen Regionen ermittelt wurden und wie viele ehemals besiedelte Rasterfl\u00e4chen (Quadranten der TK 25) diesen Funden zugeordnet werden konnten. Danach folgen eine Kommentierung der Befunde sowie detaillierte, nach Naturr\u00e4umen und Quadranten der TK 25 sortierte Auflistungen der Herbar- und Literaturnachweise. Schlie\u00dflich enth\u00e4lt das Werk zu jeder Sippe eine Raster-Verbreitungskarte mit Darstellung der ehemals besiedelten Quadranten.<\/p>\n<p>Um diese detailreiche Zusammenstellung kann man die hessischen Botaniker beneiden. Eine vergleichbare Auswertung w\u00e4re auch f\u00fcr die in Baden-W\u00fcrttemberg ausgestorbenen und verschollenen Arten sehr erw\u00fcnscht, doch ist zu bef\u00fcrchten, dass sich hier niemand finden wird, der eine solch aufwendige Recherche durchf\u00fchrt. Viele der behandelten Arten sind auch in Baden-W\u00fcrttemberg und den anderen angrenzenden Bundesl\u00e4ndern ausgestorben, verschollen oder vom Aussterben bedroht, so dass die Ergebnisse nicht nur f\u00fcr hessische Botaniker von Interesse sind. Erfreulich ist, dass sich Sylvain Hodvina nicht mit der akribischen Auflistung der historischen Nachweise begn\u00fcgt hat, sondern auch eine Einsch\u00e4tzung vorgenommen hat, welchen floristischen Status die ehemaligen Vorkommen besa\u00dfen. Er kommt dabei zu dem Schluss, dass 15 der behandelten Arten \u00fcberhaupt nicht ausgestorben sind, und zwar weil sie nicht eingeb\u00fcrgert waren sondern ehemals nur unbest\u00e4ndig oder h\u00f6chstens mit\u00a0 Einb\u00fcrgerungstendenz vorkamen. Logischerweise k\u00f6nnen Arten, die regional nie etabliert waren, regional auch nicht aussterben, da kann man dem Autor nur zustimmen.<\/p>\n<p>Die Einstufungen zum ehemaligen floristischen Status der behandelten Sippen erscheinen zumeist plausibel, doch h\u00e4tte man sich hier etwas mehr Transparenz gew\u00fcnscht. Entsprechende Erl\u00e4uterungen oder zumindest der Verweis auf ein Regelwerk, nachdem vorgegangen wurde, fehlen. So bleibt unklar, warum zum Beispiel der Kleefarn (Marsilea quadrifolia), nur an einer Stelle von 1798 bis 1854 nachgewiesen, als ehemals eingeb\u00fcrgert eingestuft wurde, der Schwimmfarn (Salvinia natans) dagegen nur als ehemals unbest\u00e4ndige Art. Dies gilt entspre\u00acchend auch f\u00fcr die gew\u00e4hlten Gef\u00e4hrdungsgrade: Gerne w\u00fcsste man, warum im Einzelfall eine wieder aufgetauchte Art als vom Aussterben bedroht, im anderen Fall als stark gef\u00e4hrdet eingestuft wurde.<\/p>\n<p>M\u00f6glicherweise haben die sehr umfangreichen Recherchen so viel Zeit ben\u00f6tigt, dass diese dann ein wenig bei der Aufbereitung der Ergebnisse fehlte. Ohne gro\u00dfen Aufwand h\u00e4tte man die Publikation n\u00e4mlich etwas nutzerfreundlicher gestalten k\u00f6nnen, unter anderem durch Darstellung der Grenzen der vier naturr\u00e4umlichen Regionen in den Verbreitungskarten sowie durch Definitionen der verwendeten Gef\u00e4hrdungsgrade und floristischen Statuskategorien. Zumindest h\u00e4tten aber die in Kapitel 4 verwendeten Abk\u00fcrzungen erl\u00e4utert werden sollen; \u2013 dem mit der Materie Vertrauten sind sie zwar gel\u00e4ufig, nicht unbedingt aber jedem Leser.<\/p>\n<p>Trotz dieser kleinen M\u00e4ngel kann die Publikation allen sehr empfohlen werden, die sich n\u00e4her mit der heimischen Pflanzenwelt befassen. Sie ist eine hervorragende Grundlage f\u00fcr eine Analyse, warum diese Arten ausgestorben sind, bietet sehr viele Detailinformationen zu den behan-delten Sippen und die umfangreiche Literaturliste ist eine Fundgrube. Dar\u00fcber hinaus zeigen die Auswertungen, welche wichtige Bedeutung den floristischen Statusangaben zukommt, womit zu hoffen bleibt, dass diese bei aktuellen Erhebungen in st\u00e4rkerem Ma\u00dfe dokumentiert werden als bisher. Das Beiheft kostet 17,75 Euro.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von THOMAS BREUNIG Hodvina, S. 2012: Letzte Nachweise der in Hessen ausgestorbenen oder verschollenen Pflanzenarten. \u2013 Botanik und Naturschutz in Hessen, Beih. 11, 341 S.; Frankfurt am Main. ISSN 1867-6804. In Hessen gelten 143 Gef\u00e4\u00dfpflanzenarten als ausgestorben oder verschollen. 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