{"id":657,"date":"2013-04-13T08:25:33","date_gmt":"2013-04-13T07:25:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.botanik-sw.de\/BAS\/module\/wordpress\/?p=657"},"modified":"2016-06-28T14:19:54","modified_gmt":"2016-06-28T13:19:54","slug":"botanische-exkursionen-in-der-kurpfalz-2012-bericht-der-regionalgruppe-kurpfalz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.botanik-sw.de\/BAS\/module\/wordpress\/?p=657","title":{"rendered":"Botanische Exkursionen in der Kurpfalz 2012 \u2013 Bericht der Regionalgruppe Kurpfalz"},"content":{"rendered":"<p>MARKUS SONNBERGER<br \/>\nNachdem sich in den Vorjahren ein recht fester Exkursionskreis gebildet hatte, beschlossen die Mitglieder der BAS aus dem Rhein-Neckar-Gebiet eine eigene \u201eRegionalgruppe\u201c mit regelm\u00e4\u00dfigen Treffen, regionalem Exkursions- und Fortbildungsangebot zu schaffen. Das war 2011. F\u00fcr 2012 wurde ein ambitioniertes Exkursionsprogramm entworfen, dessen Ziel es war, die mutma\u00dflichen wei\u00dfen Flecken der Region nach und nach aufzuarbeiten. Der Schwerpunkt des Exkursionstreibens sollen dabei der Rhein-Neckar-Kreis mit Mannheim und Heidelberg, aber auch die angrenzenden Landkreise sein.<\/p>\n<p>In 2012 kam der Fr\u00fchling nach dem wochenlangen, starken Kahlfr\u00f6sten im Februar sp\u00e4t und langsam in die G\u00e4nge. Die erste Exkursion war naturgem\u00e4\u00df den Fr\u00fchlingsgeophyten und \u2013annuellen gewidmet.<!--more--><br \/>\nAm 20. M\u00e4rz untersuchten wir die von sandigem Untergrund gepr\u00e4gten Gebiete im Norden von Mannheim-K\u00e4fertal. Die Begehung des K\u00e4fertaler Friedhofes brachte die erwarteten Gelbsterne, die hier, wie anderenorts noch am ehesten in Strukturrelikten der Altlandschaft, wie eben Friedh\u00f6fe, zu finden sind. Zwei Arten waren h\u00e4ufig und auch bl\u00fchend nebeneinander anzutreffen, n\u00e4mlich Gagea pratensis und Gagea villosa. N\u00f6rdlich des Friedhofes fanden wir in Sandackerbrachen und an Wegr\u00e4ndern auch den enzianblauen Veronica triphyllos und Hypochaeris glabra. Ein einj\u00e4hriges Ferkelkraut, das zumindest bei uns entgegen seines Namens aber meistens behaart ist und daher wohl oft \u00fcbersehen wurde. Bemerkenswert war auch eine Brache direkt an der Landstra\u00dfe mit einem gro\u00dfen Bestand des Wald-Ruhrkautes (Gnaphalium sylvaticum), das dort neben Artemisia absinthium dem starken Kaninchenverbiss trotzte.<\/p>\n<p>Die Exkursion am 14. April war \u00e4hnlicher Ausrichtung, f\u00fchrte jedoch in den Nordwesten von Schwetzingen, wo ebenfalls wieder der Friedhof als Ausgangspunkt gew\u00e4hlt wurde. Letzterer erwies sich allerdings als intensiv gepflegt und damit als uninteressant, so dass der Fokus schnell auf das \u201eStra\u00dfenbegleitgr\u00fcn\u201c gelenkt wurde. Entlang der alten B36 gab es immer wieder +\/- konsolidierte Sandrasenfragmente mit interessanten Arten, wie Veronica triphyllos, Myosotis stricta, Carex praecox, Anthemis ruthenica, Holosteum umbellatum, Poa bulbosa und seltenen Pilzen, wie Stielboviste (Tulostoma spec.) und Scheibenboviste (Disciseda bovista). Der Besuch der ehemals als Pflanzenstandort bedeutenderen \u201eWingerts\u00acbuckel\u201c, einer mittlerweile von Verkehrstrassen arg verst\u00fcmmelten D\u00fcne, verlief dagegen eher entt\u00e4uschend. Verwildertes und verbuschtes Kleingartengel\u00e4nde und nitrophytische Saumvegetation beherrschten das Bild. Immerhin lassen die neu geschaffenen B\u00f6schungen an der B36 im Norden der D\u00fcne mit einer initial bereits von Artemisia campestris dominierten Sandflora auf eine gewisse Erholung der Sandbiotope hoffen.<br \/>\nIm Mai besuchten wir die L\u00f6ss-Buchenw\u00e4lder im S\u00fcden von Gaiberg. Ausgangspunkt war der Bammentaler Waldfriedhof, von wo aus die Exkursion nach Westen und Norden gef\u00fchrt wurde. Erwartungsgem\u00e4\u00df brachte die Tour wenig H\u00f6hepunkte. Es dominiert die f\u00fcr diesen Standort typische Waldflora mit mehr oder weniger allen Kennarten des Waldmeister- und Hainsimsen-Buchen-Waldes, angereichert durch die Flora der mal mehr mal weniger n\u00e4hrstoffreichen Wegs\u00e4ume. Bemerkenswert ist, dass die Ruderalisierung sich nicht mehr auf die Wegs\u00e4ume beschr\u00e4nkt, sondern durch den mehr oder weniger ungehemmten Einsatz von Waldmaschinen auch zunehmend die gesamte Waldfl\u00e4che erfasst. Das l\u00e4sst sich leider auch anderenorts beobachten und f\u00fchrt einerseits zwar zu einer Steigerung der Artenanzahl, wenn wie hier in den Fahrspuren Juncus effusus und Cytisus scoparius hochkommen. Auf konsolidiertere Verh\u00e4ltnisse angewiesene Arten, wie Neottia nidus-avis fallen jedoch auf der Fl\u00e4che zunehmend aus. Wir haben diese Art nur in unbefahrenen Bereichen gesehen. Bemerkenswert ist auch der Fund von Gelbbauchunken in Fahrspuren am Waldrand (\u201eR\u00fcckgrund\u201c).<br \/>\nDie erste Juni-Exkursion f\u00fchrte uns nach Neckarkatzenbach an den Rand einer Altneckar-Schlinge. Richtung Neunkirchen fanden wir an einem Hang eine sehr sch\u00f6n ausgepr\u00e4gte Magerwiese mit reichem Vorkommen von Dianthus carthusianorum. Weitere Arten wie Anemone nemorosa, Primula veris, Festuca rubra, Bromus erectus, Ranunculus bulbosus, Salvia pratensis, Briza media, Rumex acetosella, Carex caryophyllacea und viele andere bildeten hier ein f\u00fcr Pflanzensoziologen erfreulich schwer zu interpretierendes Nebeneinander, wie man es aber auch anderenorts im Main- und Neckartal findet. Ein angrenzender Acker brachte als Auff\u00e4lligkeit lediglich Bromus secalinus, der Gang und R\u00fcckweg durch einen Mischwald und entlang der Stra\u00dfenb\u00f6schung neben \u00fcblichen Generalisten immerhin Dianthus armeria.<br \/>\nDie zweite Juni-Exkursion f\u00fchrte anl\u00e4sslich des Mannheimer \u201eTag der Artenvielfalt\u201c wieder in die Sandgebiete, diesmal im S\u00fcdosten von Mannheim. Ausgehend von der Rotlochh\u00fctte f\u00fchrte der D\u00fcnenwanderweg durch ehemals artenreiche Sand-Kiefernw\u00e4lder nach Osten. Sandflora war hier nur noch relikthaft, etwa in Form von Hieracium pilosella, Ajuga genevensis und Schafschwingel am Wegrand zu finden. Die Forst\u00acwirtschaft hat hier insbesondere durch die Einbringung standortfremder Baumarten ganze Arbeit geleistet. Die ungez\u00fcgelte Ausbreitung der Sp\u00e4tbl\u00fchenden Traubenkirsche (Prunus serotina) tut ihr \u00fcbriges. Gut in Schuss zeigte sich dagegen das NSG auf der Brunnenfeldd\u00fcne. Hier kam es durch Pflegema\u00dfnahmen insbesondere am westlichen Fu\u00df der D\u00fcne zur Revitalisierung von Populationen des seltenen Kegel-Leimkrautes (Silene conica) und des Blau-Schillergrases (Koeleria glauca). Der zweite Teil der Exkursion f\u00fchrte in den noch bis zur Jahrtausendwende artenreichen \u201eUnteren Dossenwald\u201c. Auch dort sind die \u201ebesseren\u201c Standorte zu kleinfl\u00e4chigen Relikten zusammengeschrumpft, immerhin aber noch mit besserem Artenrepertoir als die erw\u00e4hnte Rotlochd\u00fcne. Im Dossenwald hat man in die lichtreichen Sand-Kiefernw\u00e4lder mit ihren noch Anfang der 1990er-Jahren gro\u00dfen Populationen von Gentiana cruciata, Peucedanum oreoselinum, Viola rupestris, Carex ericetorum und Epipactis atrorubens zuletzt Laubgeh\u00f6lze, darunter Buche, Linde und Eschen-Ahorn, als Unterbau eingef\u00fchrt. Wir haben die Besonderheiten nur noch in wenigen Exemplaren gefunden. Das Gr\u00fcnbl\u00fctige Wintergr\u00fcn (Pyrola chlorantha) scheint ganz verschwunden zu sein. Best\u00e4tigt wurde aber das Vorkommen von Teufelsabbiss (Succisa pratensis), der hier an durchaus trockenen Standorten w\u00e4chst.<br \/>\nAm 17. Juli ging es in das grenzreiche Hinterland von Eberbach und zwar in das Fahrbachtal im Nordosten von Friedrichsdorf, ein kleines Seitental der Itter, das sich gleich drei Gemeinden zweier Bundesl\u00e4nder teilen. Dominant ist die \u00fcbliche Flora des Buntsandstein-Odenwaldes. Intere\u00acssant war das \u00fcppige Auftreten von Potentilla anglica auf feucht-n\u00e4hrstoffarmen Waldwegen, an sonnigeren Stellen in Begleitung des recht h\u00e4ufigen Augentrosts Euphrasia nemorosa und dem selten gewordenen Echten Tausendg\u00fcldenkraut (Centaurium erythraea). Das Offenland war \u00fcberwiegend beweidet und in einem der Jahreszeit entsprechenden Zustand, aber insgesamt vielversprechend. Ein Besuch im Fr\u00fchjahr d\u00fcrfte hier sicher mehr bringen. An S\u00e4umen war der regional etwas h\u00e4ufigere Goldklee (Trifolium aureum) auffallend.<br \/>\nAm 7. August f\u00fchrte die Exkursion in den Kraichgau bei Schatthausen. Ausgehend vom Friedhof ging es nach Osten durch die Feldflur Richtung \u201eEichwald\u201c. Entlang von B\u00f6schungen mit noch relativ artenreichen Gr\u00fcnlandrelikten zogen Stoppel\u00e4cker unsere Aufmerksamkeit auf sich. Die Segetalflora war vergleichsweise artenreich. Hervorzuheben sind Consolida regalis, Silene noctiflora, Erucastrum gallicum, Valerianella dentata, Kicksia elatine und K. spuria sowie die auch im Sandstein-Odenwald weiter verbreitete gro\u00dfbl\u00fctige Form des Acker-Stiefm\u00fctter\u00acchens (Viola arvensis ssp. megalantha). Im Wald begegnete uns die typische Flora des Waldmeister-Buchen-Waldes.<br \/>\nAm 21. Juli nutzten wir die Gelegenheit eine der aktuellen Gro\u00dfbaustellen der Region n\u00e4her zu untersuchen. Im S\u00fcdwesten von Heidelberg entsteht zur Zeit auf dem ehemaligen Areal des G\u00fcterbahnhofs ein neuer Stadtteil, die sogenannte Bahnstadt. Tiefbauarbeiten haben hier auf mehreren Hektar Fl\u00e4che n\u00e4hrstoffarmes Sediment des Neckar-Schwemmf\u00e4chers freigelegt und mancherorts riesige Erdh\u00fcgel aufgeworfen. Die vorgefun\u00acdene Flora war mit knapp 200 Arten recht artenreich und bestand weitgehend aus heimischen Generalisten. Interessant war das Auftreten lokaler Seltenheiten wie Erysimum cheiranthoides, Leontodon saxatilis, Nepeta cataria und Astragalus glycyphyllos. In Einzelexemplaren wurden auch Arten wie Cannabis sativa (ob spontan?), Potentilla collina und Scrophularia canina gefunden, von denen in der n\u00e4heren Umgebung keine aktuellen Vorkommen bekannt sind. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Flora im Verlauf der Jahre weiterentwickeln wird.<br \/>\nIm September stand zun\u00e4chst unsere traditionelle Mannheim-Exkursion an. Jeweils am dritten Wochenende im September untersuchen wir \u2013 und das mittlerweile im f\u00fcnften Jahr \u2013 einen \u201eQuadranten\u201c der Innenstadt und begeben uns anschlie\u00dfend zur Neophytenpirsch in die einschl\u00e4gigen Reviere der Mannheimer Umschlagspl\u00e4tze. 2012 war wieder der s\u00fcdwestliche Teil der Innenstadt dran. Wuchsorte f\u00fcr die Spontanflora bieten hier vor allem Pflasterfugen, Parkpl\u00e4tze und Baumscheiben. Die schon vor vier Jahren gefundenen Rarit\u00e4ten Erigeron karwinskianus und Petrorhagia saxifraga konnten an selber Stelle wieder best\u00e4tigt werden. Weitere Auff\u00e4lligkeiten waren z.B. Euphorbia maculata, Juncus compres\u00acsus, Potentilla supina, Sisymbrium loeselii, Polycarpon tetraphyllum, Erigeron sumatrensis, E. bonariensis und erstmals ein Bestand von Chenopodium opulifolium. Sp\u00e4ter f\u00fchrte uns die Exkursion \u00fcber die B44-Br\u00fccke nach Ludwigshafen, wo im Umfeld des Br\u00fcckenkopfes eine sch\u00f6ne Kolonie von Chenopodium foliosum und Gaillardia grandiflora besichtigt werden konnte. Der Weg nach S\u00fcden entlang des Rheinufers f\u00fchrte entlang bewachsener Uferfassungen, wo insbesondere der hohe Anteil offensichtlich spontaner, neophytischer Geh\u00f6lze auffiel. Notiert wurden u.a. Acer ginnala, Pyracantha spec., Platanus x acerifolia und Cercis siliquastrum. Eine eigene Exkursion im Sommer 2013 soll sich der Verh\u00e4ltnisse auch auf der badischen Rheinseite annehmen.<br \/>\nSchon am 18. September stand die n\u00e4chste Exkursion auf den Pro-gramm, diesmal in den \u00dcbergangsbereich vom Odenwald zum Bauland im Nordosten von Limbach-Waldhausen. Ziel war vorrangig die \u00dcberpr\u00fc\u00acfung \u00e4lterer Angaben zum Vorkommen von Gentianella germanica (Meszmer 1998: \u201eFlora des Neckar-Odenwald-Kreises\u201c), einer auch am ehemals gut besetzten s\u00fcd\u00f6stlichen Rand des Odenwaldes anscheinend weitgehend verschwundenen Art. Ausgangspunkt war wieder der Friedhof von wo aus ein Gebiet mit Extensivgr\u00fcnland im \u201eRod\u201c angesteuert wurde. Leider trafen wir in der ansonsten weitgehend ver\u00f6deten Flur nur Halb\u00actrockenrasen im Zustand fortgeschrittener Verbuschung an. Pflegema\u00df\u00acnahmen w\u00e4ren hier unbedingt anzuraten, bevor als n\u00e4chstes vielleicht auch noch der hier etwas zahlreichere Fransenenzian (Gentianopsis ciliata) verschwindet. Erfreulicher war die Situation in den s\u00fcdwest\u00acexponierten Kalk-Buchenw\u00e4ldern des \u201eHammelsbusch\u201c mit ihrem orchi\u00acdeenreichem Unterwuchs. Insbesondere die Fruchtst\u00e4nde der regional etwas h\u00e4ufigeren Orchis purpurea lassen einen ansprechenden Fr\u00fchlingsaspekt erwarten.<br \/>\nIm Oktober wurden zwei Exkursionen im Umfeld von Heidelberg durch-gef\u00fchrt. Die erste f\u00fchrte am 2. Oktober in die felsreichen Nordosth\u00e4nge am Auerhahnenkopf mit der Hoffnung den in der Umgebung sonst nicht seltenen D\u00fcnnfarn-Gametophyten Vandenboschia (=Trichomanes) speciosa zu finden. Eine Hoffnung die jedoch nicht erf\u00fcllt wurde. Entlang historischer Wanderwege ging es schr\u00e4g nach oben durch Nadel-Mischw\u00e4lder mit z.T. m\u00e4chtigen Douglasien an steilsten Standorten direkt oberhalb der Bahnlinie. An die Holzernte hat man hier wohl nicht gedacht! Leider machen sich auch andere Neophyten breit, wie die Sp\u00e4tbl\u00fchende Traubenkirsche (Prunus serotina) und an Wegr\u00e4ndern Fallopia japonica. Eher kurios als be\u00e4ngstigend ist dagegen der Fund von Kiwi (Actinidia spec.) entlang eines Fu\u00dfpfades.<br \/>\nAm 7. Oktober fand eine mit \u00fcber 30 Teilnehmern herausragend besuchte Exkursion im Rahmen des S\u00fcdwestdeutschen Floristentages in Heidelberg statt. Die Fr\u00fchaufsteher konnten unter F\u00fchrung von Prof. Marcus Koch (COS), der als Gastgeber den Floristentag nach Heidelberg geholt hatte, einen Blick in die herausragenden Sammlungen des Heidelberger Botanischen Gartens werfen. Neben den Aufgaben f\u00fcr Forschung und Lehre stehen dabei die Erhaltungskulturen mit wertvollem Originalmaterial madegassischer Sukkulenten und tropischer Orchideen im Schwerpunkt fortw\u00e4hrender Bem\u00fchungen zur weiteren Verbesserung der Sammlungsqualit\u00e4t. Gegen Mittag f\u00fchrte die Exkursion bei strahlen\u00acdem Sonnenschein entlang der Neckarwiese in Richtung Altstadt. An den Wegs\u00e4umen waren trotz der weit fortgeschrittenen Saison bemerkens\u00acwerte Arten, wie Artemisia verlotiorum, Solanum villosum und eine h\u00fcbsche Form von Amaranthus deflexus h\u00e4ufig zu beobachten. In der Altstadt selbst konnte auf Polycarpon tetraphyllon und Erigeron sumatrensis hingewiesen werden. Von dort ging es entlang interessanter Mauern, mit den \u00fcblichen Kleinfarnen, aber auch Gymnocarpium robertianum und Pseudofumaria lutea hinauf zum Schloss. Die Mauer\u00acsanierer haben dort \u00fcberwiegend schon ganze Arbeit geleistet und den l\u00e4stigen \u201eSteinbrech\u201c weitgehend entfernt. Hie und da fand sich aber trotzdem noch etwas Goldlack (Cheiranthus cheiri) und das Ausdauernde Glaskraut (Parietaria officinalis). Mit der Bergbahn ging es dann hoch zum K\u00f6nigstuhl von wo der Weg dann durch die Odenwald-typischen Mischw\u00e4lder \u00fcber das NSG \u201eFelsenmeer\u201c, Wolfsbrunnenhang und Valerieweg wieder in die Stadt zur\u00fcck f\u00fchren sollte. Oberhalb des Felsenmeeres konnte ein sch\u00f6ner Bestand von Dryopteris cambrensis demonstriert werden, ein eher seltener Vertreter der Spreuschuppigen Wurmfarne. Im Felsenmeer selbst fand sich dann in Felsl\u00f6chern direkt am Weg das Leuchtmoos Schistostega pennata und eine kleine Gameto\u00acphyten-Kolonie des D\u00fcnnfarnes Vandenboschia speciosa. Auf H\u00f6he des Schloss-Wolfsbrunnenweges f\u00fchrte der Weg aus dem Buntsandstein heraus auf den Granitsockel des Neckardurchbruchs und entlang des felsreichen Valerieweges steil hinunter zum Karlstorbahnhof. Der Heidelberger Granit ist hier besonders mineralreich und \u00fcberall waren Handst\u00fccke mit Turmalinkristallen aufzusammeln. Die Flora ist vor allem wegen ihrer Kleinfarne hervorzuheben. Es wurden Polypodium interjec\u00actum und P. vulgare, verschiedene Unterarten von Asplenium trichomanes, Asplenium septentrionale und reichlich A. adiantum-nigrum gefunden. Hervorzuheben ist auch das gro\u00dfe Vorkommen der Felsen-Fetthenne (Hylotelephium vulgare), das Lanzettbl\u00e4ttrige Weidenr\u00f6schen (Epilobium lanceolatum) und als dendronologische Kostbarkeit die hier wildwachsen\u00acde kleinfr\u00fcchtige Wildform der Mispel (Mespilus germanica).<br \/>\nWir bedanken uns bei allen Teilnehmern der Exkursionen und verweisen auf die Planung f\u00fcr 2013.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>MARKUS SONNBERGER Nachdem sich in den Vorjahren ein recht fester Exkursionskreis gebildet hatte, beschlossen die Mitglieder der BAS aus dem Rhein-Neckar-Gebiet eine eigene \u201eRegionalgruppe\u201c mit regelm\u00e4\u00dfigen Treffen, regionalem Exkursions- und Fortbildungsangebot zu schaffen. Das war 2011. 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