{"id":738,"date":"2013-12-23T16:41:50","date_gmt":"2013-12-23T15:41:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.botanik-sw.de\/BAS\/module\/wordpress\/?p=738"},"modified":"2016-05-31T12:57:36","modified_gmt":"2016-05-31T11:57:36","slug":"wolff-p-2013-die-moor-standorte-der-pfalz-soziologie-und-oekologie-pollichia-buch-nr-47-eigenverlag-der-pollichia-259-s-42-tabellen-24-farbfotos-17-abbildungen-bad-duer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.botanik-sw.de\/BAS\/module\/wordpress\/?p=738","title":{"rendered":"Wolff P. 2013: Die Moor-Standorte der Pfalz \u2013 Soziologie und \u00d6kologie."},"content":{"rendered":"<p>von ADAM H\u00d6LZER<\/p>\n<p><strong>Wolff P. 2013: Die Moor-Standorte der Pfalz \u2013 Soziologie und \u00d6kologie. \u2013 POLLICHIA-Buch Nr. 47. Eigenverlag der Pollichia, 259 S. + 42 Tabellen, 24 Farbfotos, 17 Abbildungen; Bad D\u00fcrkheim. ISBN 978-3-925754-49-4<\/strong><\/p>\n<p>Nachdem das Werk schon seit langer Zeit angek\u00fcndigt war und schon viele auf sein Erscheinen gewartet haben, ist es endlich erschienen. Es f\u00fcllt eine gro\u00dfe L\u00fccke in vielerlei Hinsicht. Kapitel 1 (S. 13) gibt einen \u00dcberblick \u00fcber die bisherige Literatur zu den Moor-Standorten der Pfalz und beschreibt kurz das Ziel der Arbeit. Darauf folgt in Kapitel 2 (S. 15-19) ein allgemeiner \u00dcberblick \u00fcber das Untersuchungsgebiet hinsichtlich Geschichte und physischen Voraussetzungen. Die behandelten Moor-Standorte werden anhand von zwei \u00dcbersichtskarten aufgezeigt. Kapitel 3 (S. 21-62) bespricht die einzelnen Moore. Dabei werden sowohl die Geschichte der Nutzung wie auch die typischen Pflanzen in Vergangenheit und Gegenwart abgehandelt. Bei den meisten Gebieten werden auch Pflege- und Entwicklungsma\u00dfnahmen empfohlen. Kapitel 4 (S. 63-64) beschreibt die bei der Bearbeitung angewandten Methoden. Danach wird in Kapitel 5 (S. 65-213) die Vegetation anhand der Pflanzengesellschaften und ausf\u00fchrlichen pflanzensoziologischen Tabellen belegt. Dabei werden auch die \u00f6kologischen Bedingungen in der Region mit der Gef\u00e4hrdung und den Erhaltungsma\u00dfnahmen der Gesellschaften besprochen. Zudem wird mit anderen Regionen verglichen. In Kapitel 6 (S. 215-237) werden Einzelaspekte aus der Westpf\u00e4lzischen Moorniederung speziell aus dem Neuwoogmoor behandelt, das der Autor seit Beginn der 70er Jahre intensiv untersucht hat. Die Ver\u00e4nderungen werden sowohl anhand von mehrfach aufgenommenen Vegetationskarten wie auch wiederholten Pflanzensoziologischen Aufnahmen der gleichen Fl\u00e4chen dokumentiert. Weiter werden Zusammenh\u00e4nge zwischen den Vegetationseinheiten und \u00f6kologischen Parametern wie Grundwasserstand, pH-Wert, Leitf\u00e4higkeit usw. dargestellt. Am Ende werden die Ergebnisse der Messungen auch kritisch bewertet. Kapitel 7 (S. 239-240) gibt einen \u00dcberblick \u00fcber die die pH-Wertebereiche der am besten belegten Gesellschaften im gesamten Untersuchungsgebiet anhand einer Graphik. Kapitel 8 (S. 241-245) behandelt die Gef\u00e4hrdung der Moorgesellschaften und ihre Zukunft im Untersuchungsgebiet. Nach der Danksagung (Kapitel 9) folgt als Abschluss (Kapitel 10, S. 249-258) ein sehr umfangreiches Literaturverzeichnis.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nBei dem Buch handelt es sich um ein sehr umfassendes Werk \u00fcber die Moor-Standorte der Pfalz, das sicher f\u00fcr sehr lange Zeit das Standard-werk f\u00fcr diese Region bleiben wird. Beim Lesen merkt man sofort, wie intensiv sich der Autor \u00fcber nunmehr 40 Jahre mit dem Thema besch\u00e4ftigt hat. Das Buch ist stabil gebunden und auf gutem Papier gedruckt. Die zu so einem Werk geh\u00f6renden pflanzensoziologischen Tabellen sind in den Text integriert und nicht als separate Tabellen im Anhang, was den Gebrauch sehr erleichtert. Die Kombination von Landes- und Nutzungsgeschichte tr\u00e4gt sehr zum Verst\u00e4ndnis der Situation der Gebiete bei. Dies ist besonders wichtig f\u00fcr die Beurteilung der M\u00f6glichkeit der Pflege und Erhaltung der Fl\u00e4chen. Leider gehen solche Grundlagen selten in Pflegepl\u00e4ne ein, da es einfach an \u00e4hnlichen Werken fehlt.<\/p>\n<p>Leider sind aber auch ein paar Kritikpunkte zu dem Werk anzubringen: Sicher lagen die Farbbilder als Dias vor und einige h\u00e4tten damit mit besserer Farbwiedergabe und Aufl\u00f6sung gedruckt werden k\u00f6nnen. Auch st\u00f6\u00dft man sofort auf die Begriffe Zwischenmoor und \u00dcbergangsmoor, die teilweise in der Literatur f\u00fcr die gleiche Situation stehen und von verschiedenen Autoren ganz unterschiedlich verwendet werden. In der Moorkunde sind sie sehr umstritten und sollten deshalb eher gemieden werden. Leider kann man das, was der Autor sich darunter vorstellt, nur umst\u00e4ndlich aus dem Text und den Tabellen erschlie\u00dfen. Gebraucht man solche Begriffe trotz der Problematik, so h\u00e4tte man sie im Text definieren m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Manche Torfmoose werden als verschollen gemeldet, sind aber noch vorhanden. So gab es im Vogelwoog-Schmalzwoog im Jahr 2007 sowohl Sphagnum papillosum wie auch S. subnitens und S. nemoreum in reichlichen Best\u00e4nden, am Stephanshof sowohl S. molle wie auch S. subnitens, wenn auch in wenigen Exemplaren.<br \/>\nDie Vorschl\u00e4ge zur Pflege und zum Erhalt der Moor-Standorte macht der Autor zu eng mit dem Blick des heutigen Naturschutzes (= Artenschutzes), was ganz im Gegensatz zu dem ansonsten breiten Ansatz der Arbeit steht. Wenn er den Vorschlag macht, die Wurzelst\u00f6cke der Weiden aus den Moorfl\u00e4chen herauszuziehen, Fl\u00e4chen abzuschieben oder neue T\u00fcmpel in Moorfl\u00e4chen anzulegen, dann wird in diesen Bereichen auch das in den Torfen dokumentierte Archiv der Vegetations- und Siedlungsgeschichte der Region zerst\u00f6rt, \u00fcber das wir heute noch viel zu wenig wissen. Die wenigen Torfreste sollten eigentlich f\u00fcr solche Untersuchungen ungest\u00f6rt erhalten bleiben. T\u00fcmpel kann man auch an anderer Stelle anlegen.<\/p>\n<p>Beim Kapitel zu den \u00f6kologischen Messungen h\u00e4tte man sich eine Gegen\u00fcberstellung der pH-Werte und der gleichzeitig gemessenen Leitf\u00e4higkeiten in Stellen mit den tiefen pH-Werten gew\u00fcnscht, um die systemeigenen Fehler beurteilen zu k\u00f6nnen, zumal der Autor schreibt, dass er im Laufe der Zeit verschiedene pH-Elektroden verwendete. Ein Hinweis darauf sind die pH-Werte unter 3, z. B. auf Seite 239, wobei auch nicht klar ist, ob hier nicht Werte in KCl und andere in Wasser gemessene gemischt dargestellt werden. Da die Leitf\u00e4higkeiten selbst bei automa\u00actischer Korrektur mit geringerem Fehler gemessen werden k\u00f6nnen, sollte man nur den pH-Wert entsprechend der Leitf\u00e4higkeit korrigieren und nicht umgekehrt. Auch darf nicht der pH-Wert immer um den gleichen Wert korrigiert werden, wie es offensichtlich auf S. 229 durchgef\u00fchrt wurde, sondern entsprechend der zugeh\u00f6rigen Leitf\u00e4higkeit. In Wasser mit geringer Leitf\u00e4higkeit kann der Fehler bei pH-Messungen nicht nur 0.2, sondern bis zu einer pH-Einheit betragen.<\/p>\n<p>Diese Punkte schm\u00e4lern den Wert des Werkes absolut nicht. Es bleibt zu hoffen, dass die Erkenntnisse in den Naturschutz der Region eingehen. Auch ist zu w\u00fcnschen, dass die sicher weit \u00fcber das Buch hinausgehenden Aufzeichnungen des Autors sowie die Fotos sicher f\u00fcr die Nachwelt erhalten bleiben. Das Buch ist ein unbedingtes Muss nicht nur f\u00fcr denjenigen, der sich mit Mooren besch\u00e4ftigt, sondern auch f\u00fcr den Naturschutz und die Landesplanung, oder f\u00fcr jeden, der an dieser Region interessiert ist. Seine Anschaffung kann jedem nur empfohlen werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von ADAM H\u00d6LZER Wolff P. 2013: Die Moor-Standorte der Pfalz \u2013 Soziologie und \u00d6kologie. \u2013 POLLICHIA-Buch Nr. 47. Eigenverlag der Pollichia, 259 S. + 42 Tabellen, 24 Farbfotos, 17 Abbildungen; Bad D\u00fcrkheim. ISBN 978-3-925754-49-4 Nachdem das Werk schon seit langer Zeit angek\u00fcndigt war und schon viele auf sein Erscheinen gewartet haben, ist es endlich erschienen. 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