{"id":94,"date":"2007-03-29T18:26:06","date_gmt":"2007-03-29T17:26:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.botanik-sw.de\/BAS\/module\/wordpress\/?p=94"},"modified":"2013-08-04T18:45:04","modified_gmt":"2013-08-04T17:45:04","slug":"das-danische-loffelkraut-cochlearia-danica-%e2%80%93-eine-kustenpflanze-erobert-das-binnenland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.botanik-sw.de\/BAS\/module\/wordpress\/?p=94","title":{"rendered":"Das D\u00e4nische L\u00f6ffelkraut (Cochlearia danica) \u2013 eine K\u00fcstenpflanze erobert das Binnenland"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-variant: small-caps;\">Thomas Breunig<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">Beheimatet ist das D\u00e4nische L\u00f6ffelkraut an den K\u00fcsten von Nord- und Ostsee. Vor etwa zwei Jahrzehnten machte es sich auf den Weg ins Binnenland und folgte dabei dem Lauf der Autobahnen. Als salztolerante Art profitiert <em>Cochlearia danica<\/em> hier von dem winterlichen Streusalz\u00adeinsatz, der zu einer Versalzung der B\u00f6den an den Fahrbahnr\u00e4ndern f\u00fchrt. Genau auf diesen von Schmelzwasser getr\u00e4nkten, oft nur wenige Dezimeter breiten Randstreifen w\u00e4chst <em>Cochlearia danica<\/em>, und nur auf diesen Sonderstandorten kann die Art mit der heimischen Flora konkurrieren.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><a title=\"verbrcochdan.jpg\" href=\"http:\/\/www.botanik-sw.de\/BAS\/module\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2007\/03\/verbrcochdan.jpg\"><img decoding=\"async\" alt=\"verbrcochdan.jpg\" src=\"http:\/\/www.botanik-sw.de\/BAS\/module\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2007\/03\/verbrcochdan.thumbnail.jpg\" \/><\/a><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><!--more--><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">Bereits in Nr. 1 der Pflanzenpresse wird auf die erste konkret lokalisierte Beobachtung des D\u00e4nischen L\u00f6ffelkrauts in Baden-W\u00fcrttemberg hinge\u00adwiesen (<span style=\"font-variant: small-caps;\">Breunig<\/span> 2000): Annemarie Radkowitsch, Ingrid Hackert und Thomas Breunig fanden die Art 1999 im Mittelstreifen der A 5 bei Riegel am Kaiserstuhl, von wo auch der erste Herbarbeleg der Art aus Baden-W\u00fcrttemberg stammt. Doch schon im April 1995 fiel Uwe Raabe, einem Botaniker aus Nordrhein-Westfalen, die Art auf der A 5 zwischen Karls\u00adruhe und Basel auf. Ihm waren solche Autobahnvorkommen bereits aus Norddeutschland bekannt, weshalb er ihnen keine besondere Bedeutung zuma\u00df und deshalb den genauen Wuchsort nicht notierte.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">Inzwischen ist das D\u00e4nische L\u00f6ffelkraut nicht mehr auf Autobahnen beschr\u00e4nkt, sondern w\u00e4chst auch an vielen anderen Stra\u00dfenr\u00e4ndern. Bevorzugte Wuchsorte sind aber nach wie vor h\u00e4ufig befahrene Stra\u00dfen\u00adabschnitte, an denen h\u00e4ufig Salz gestreut wird. Bei floristischen Kartie\u00adrungen im Karlsruher Raum wurde die Art mit geringem Aufwand an zahlreichen Wuchsorten nachgewiesen. Meist bildet sie gro\u00dfe Best\u00e4nde, die zur Bl\u00fctezeit (M\u00e4rz bis Anfang Mai) schon von dem fahrenden Auto aus erkennbar sind. Doch gibt es auch Wuchsorte, an denen <em>Cochlearia danica<\/em> in kleinen, nur wenige Zentimeter gro\u00dfen K\u00fcmmerformen auftritt. Hier ist dann ein genauer Blick notwendig, um die Art zwischen anderen wei\u00dfbl\u00fchenden Therophyten zu entdecken.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">Dem Aufruf in der Pflanzenpresse Nr. 13, Fundorte von <em>Cochlearia danica<\/em> zu melden, sind zwar nur f\u00fcnf Personen gefolgt (Thomas Breunig, Helmut Herwanger, Annette Hombach, Gunter M\u00fcller, Annemarie Radkowitsch), doch ergaben sich dadurch immerhin Nachweise zu 39 TK-Quadranten. Mit diesen Fundortmeldungen, erg\u00e4nzt um f\u00fcnf weitere Nachweise einer digitalen Verbreitungskarte der beiden Staatlichen Museen f\u00fcr Natur\u00adkunde, wurde eine Raster-Verbreitungskarte auf Basis der Quadranten der Topographischen Karte 1:25.000 erstellt. Sie zeigt den derzeitigen Kenntnisstand zur Verbreitung von <em>Cochlearia danica<\/em> in Baden-W\u00fcrttemberg.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">Um ein der tats\u00e4chlichen Verbreitung des D\u00e4nischen L\u00f6ffelkrauts besser entsprechendes Kartenbild zu bekommen, sind weitere Fundmeldungen dieser leicht zu erkennenden Art an die BAS-Gesch\u00e4ftsstelle mittels des der \u201ePflanzenpresse\u201c beiliegenden Meldebogens f\u00fcr Fundorte sehr erw\u00fcnscht! Erfolgversprechend f\u00fcr eine Suche sind vor allem die n\u00e4chsten Wochen, in denen die Art bl\u00fcht. Dank des sehr milden Winters bl\u00fcht <em>Cochlearia danica<\/em> in der Rheinebene bereits seit Anfang M\u00e4rz (erste Beobachtung am 4.3.2007), die Hauptbl\u00fctezeit d\u00fcrfte in diesem Jahr Mitte April sein.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">Thomas Breunig<br \/>\nInstitut f\u00fcr Botanik und Landschaftskunde<br \/>\nBahnhofstra\u00dfe 38<br \/>\n76137 Karlsruhe<br \/>\nTel.: 0721\/9379386, E-Mail: info@botanik-plus.de<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><!--[if !supportEmptyParas]--> <!--[endif]--><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"text-decoration: underline;\">Literatur und Quellen<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-left: 1cm; text-indent: -1cm;\"><span style=\"font-variant: small-caps;\">Breunig, Th.<\/span> 2000: Eine weitere Art erobert die Autobahn-Mittelstreifen \u2013 auf das D\u00e4nische L\u00f6ffelkruat ist zu achten. \u2013 Pflanzenpresse 1: 12; Karlsruhe.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-left: 1cm; text-indent: -1cm;\"><a href=\"http:\/\/www.flora.naturkundemuseum-bw.de\"><span style=\"color: windowtext; text-decoration: none;\">http:\/\/www.flora.naturkundemuseum-bw.de<\/span><\/a><br \/>\n(Stand 4.3.2007)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Thomas Breunig Beheimatet ist das D\u00e4nische L\u00f6ffelkraut an den K\u00fcsten von Nord- und Ostsee. 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