{"id":98,"date":"2007-03-29T19:15:06","date_gmt":"2007-03-29T18:15:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.botanik-sw.de\/BAS\/module\/wordpress\/?p=98"},"modified":"2016-05-31T11:35:05","modified_gmt":"2016-05-31T10:35:05","slug":"kartierung-der-torfmoose-in-sudwestdeutschland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.botanik-sw.de\/BAS\/module\/wordpress\/?p=98","title":{"rendered":"Kartierung der Torfmoose in S\u00fcdwestdeutschland"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"font-variant: small-caps;\">Adam H\u00f6lzer<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">Torfmoose werden oft auch von Bryologen als schwierige Gruppe eingestuft, was aber haupts\u00e4chlich daran liegt, dass man zu ihrer sicheren Bestimmung meist zum Mikroskop greifen muss und die Variabilit\u00e4t der Arten entsprechend den \u00f6kologischen Bedingungen sehr gro\u00df ist. Allerdings ist auch gerade diese Eigenschaft das besonders reizende Element an ihnen. Hat man sich eingearbeitet und die Anfangsschwierigkeiten \u00fcberwunden, dann l\u00e4sst sich an wenigen Pflanzen sehr viel \u00fcber den Standort ablesen. Dies gilt selbst noch f\u00fcr ihre Reste in Jahrtausende alten Torfen.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">Im Rahmen der Arbeiten an den &#8222;Moosen Baden-W\u00fcrttembergs&#8220; wurden die Kartierungsarbeiten an den Torfmoosen stark intensiviert. Allerdings gibt es immer noch L\u00fccken in den Verbreitungskarten. Auch war das MTB-Raster f\u00fcr weitergehende Aussagen zu grob. Deshalb wurden die Arbeiten fortgesetzt und auch \u00fcber die Grenzen von Baden-W\u00fcrttemberg hinaus ausgedehnt.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><!--more-->Anhand eines Beispieles soll die derzeitige Situation dargestellt werden:<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">Das h\u00e4ufigste Torfmoos bei uns ist das Kahnbl\u00e4ttrige Torfmoos (<em>Sphagnum palustre<\/em>). Es werden hier drei Karten (Abb. 1-3) einander gegen\u00fcbergestellt. (MTB, Quadranten und Punktkartierung). Nicht bei jedem \u00e4lteren Beleg war es m\u00f6glich, einen genauen Fundpunkt anzugeben. Deshalb finden sich auf den Quadrantenkarten mehr Angaben als in den Punktkarten.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">Die MTB-Karte (Abb.1) gibt ein sehr grobes Raster wieder. Es fallen aber die Verbreitungsl\u00fccken in den Kalkgebieten wie dem Kraichgau, dem Bauland oder der mittleren Schw\u00e4bischen Alb auf. Sehr viel deutlicher werden die L\u00fccken und Zusammenh\u00e4nge mit der Geologie in der Quadrantenkarte (Abb. 2). Auf der Punktkarte (Abb. 3) erkennt man sogar die H\u00f6henz\u00fcge im Odenwald oder Nordschwarzwald. Allerdings sieht man auf der Punktkarte auch die Hauptarbeitsgebiete der Kartierung durch die H\u00e4ufung der Fundpunkte.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">\n<p><a title=\"sphagumpal2.jpg\" href=\"http:\/\/www.botanik-sw.de\/BAS\/module\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2007\/03\/sphagumpal2.jpg\"><img decoding=\"async\" alt=\"sphagumpal2.jpg\" src=\"http:\/\/www.botanik-sw.de\/BAS\/module\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2007\/03\/sphagumpal2.thumbnail.jpg\" \/><\/a><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span>Abb. 1: Verbreitungskarte von S<em>phagnum palustre<\/em> mit MTB-Raster<\/span><\/p>\n<p><a title=\"sphagumpal1.jpg\" href=\"http:\/\/www.botanik-sw.de\/BAS\/module\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2007\/03\/sphagumpal1.jpg\"><img decoding=\"async\" alt=\"sphagumpal1.jpg\" src=\"http:\/\/www.botanik-sw.de\/BAS\/module\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2007\/03\/sphagumpal1.thumbnail.jpg\" \/><\/a><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">\n<p class=\"MsoNormal\"><span>Abb. 2: Verbreitungskarte von <em>Sphagnum palustre<\/em> mit Quadranten-Raster<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><a title=\"sphagumpal3.jpg\" href=\"http:\/\/www.botanik-sw.de\/BAS\/module\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2007\/03\/sphagumpal3.jpg\"><img decoding=\"async\" alt=\"sphagumpal3.jpg\" src=\"http:\/\/www.botanik-sw.de\/BAS\/module\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2007\/03\/sphagumpal3.thumbnail.jpg\" \/><\/a><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span>Abb. 3: Punkt-Verbreitungskarte von <em>Sphagnum palustre<\/em><\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">\n<p><a title=\"sphagumpal4.jpg\" href=\"http:\/\/www.botanik-sw.de\/BAS\/module\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2007\/03\/sphagumpal4.jpg\"><img decoding=\"async\" alt=\"sphagumpal4.jpg\" src=\"http:\/\/www.botanik-sw.de\/BAS\/module\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2007\/03\/sphagumpal4.thumbnail.jpg\" \/><\/a><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span>Abb. 4: Anzahl der Herbarbelege pro MTB<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">\n<p class=\"MsoNormal\"><span>Auf der Karte der Herbarbelege pro MTB (Abb. 4) fallen vor allem die Hauptarbeitsgebiete der Kartierer oder ihre Vorlieben auf. Das Feldberggebiet bildete f\u00fcr alle Sammler den Hauptanziehungs\u00adpunkt in S\u00fcdwestdeutschland. So stammen von dort auch die meisten Belege. Weiter fallen auf dieser Karte das Gebiet um Schonach, um die Hornisgrinde und im Bienwald auf, wo von Karlsruhe aus gearbeitet wurde. Der Nordschwarzwald war Sammelgebiet von Th. Wolf, ebenso der Odenwald, wo in j\u00fcngster Zeit auch M. Sonnberger zur Mehrung der Punkte beitrug. Der \u00f6stliche Landesteil war vor allem Stuttgarter Sammelgebiet.<\/span><\/p>\n<p><a title=\"sphagumpal5.jpg\" href=\"http:\/\/www.botanik-sw.de\/BAS\/module\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2007\/03\/sphagumpal5.jpg\"><img decoding=\"async\" alt=\"sphagumpal5.jpg\" src=\"http:\/\/www.botanik-sw.de\/BAS\/module\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2007\/03\/sphagumpal5.thumbnail.jpg\" \/><\/a><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span><br \/>\nAbb. 5: Anzahl der Arten pro MTB<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">In S\u00fcdwestdeutschland finden sich 31 Torfmoosarten, die aber auf keinem MTB alle zugleich vorkommen. Die Karte (Abb. 5) gibt einerseits die Vielfalt der Standorte auf einer Kartierungseinheit wieder. Auf einem Blatt mit Buntsandsteinfl\u00e4chen fehlen die Arten reicherer Standorte wie <em>S. warnstorfii<\/em> oder <em>S. subnitens. <\/em>Andererseits h\u00e4ngt die Artenzahl aber auch wieder von der Durchforstung ab und damit auch von der Aktivit\u00e4t der Kartierer.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">Selbst nach vielen Jahren der Kartierung und Sichtung von Herbar\u00adbelegen bestehen immer noch L\u00fccken in der Kenntnis der Verbreitung. Diese k\u00f6nnen von Karlsruhe aus nur schwierig aufgef\u00fcllt werden. Aber bei anderen Kartierungsarbeiten werden aber sicher immer wieder Torfmoosvorkommen entdeckt. Ich bitte deshalb darum, diese uns nach Karlsruhe mit genauen Angaben und einem Herbarbeleg zu melden.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">\n<p><span style=\"font-size: 14pt; font-family: Univers;\">Dr. Adam H\u00f6lzer<br \/>\nNaturkundemuseum Karlsruhe<br \/>\nErbprinzenstra\u00dfe 13<br \/>\n76133 Karlsruhe<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Adam H\u00f6lzer Torfmoose werden oft auch von Bryologen als schwierige Gruppe eingestuft, was aber haupts\u00e4chlich daran liegt, dass man zu ihrer sicheren Bestimmung meist zum Mikroskop greifen muss und die Variabilit\u00e4t der Arten entsprechend den \u00f6kologischen Bedingungen sehr gro\u00df ist. Allerdings ist auch gerade diese Eigenschaft das besonders reizende Element an ihnen. 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