Kartieraufrufe


Gesucht – erloschene Pflanzenvorkommen

ARNO WÖRZ

Für die Weiterführung der floristischen Kartierung von Baden-Württemberg ist es nicht nur wichtig, neue Funde zu dokumentieren, sondern auch das Verschwinden von Arten an ihren Wuchsorten.
Wir bitten daher alle Floristen und Naturschützer uns Mitteilung von seltenen Arten, Arten des Anhangs II der FFH-Richtlinie und Arten der Roten Liste Baden-Württemberg (v.a. RL-Status 1, 2 und R) zu machen, die an ihrem Fundort nachweislich erloschen sind. Die Angaben sollten möglichst vollständig sein: TK/Quadrant, R/H-Wert, Datum, Beobachter etc.; eventuell mit Karte). Zusätzlich bitte wir, soweit bekannt, den Grund für das Verschwinden der Art anzugeben.
Mitteilungen bitte an MARTIN ENGELHARDT oder DR. ARNO WÖRZ, Staatliches Museum für Naturkunde Stuttgart, Rosenstein 1, 70191 Stuttgart, E-Mail: woerz.smns(at)naturkundemuseum-bw.de oder engelhardt.smns(at)naturkundemusem-bw.de

Anmerkung der Redaktion: Verlustmeldungen können nach wie vor auch in unserer Zeitschrift „Berichte der Botanischen Arbeitsgemeinschaft Südwestdeutschland“ in der Rubrik „Neue Fundorte – Bestätigungen – Verluste“ veröffentlicht werden – Zusendung von Meldungen bitte an die Redaktion.


Gesucht wird die Deutsche Mispel (Mespilus germanica L.) –Wildvorkommen und alte Obstbäume

Sdravko Vesselinov Lalov

Die Deutsche Mispel kommt ursprünglich wohl nur im Schwarzmeer- und Kaukasusgebiet wild vor, wurde aber seit der Römerzeit in ganz Süd- und in Teilen Mitteleuropas als Obstbaum angebaut und bürgerte sich stellen­weise ein. Die Art kommt bevorzugt in Wäldern, in aufgelassenen Wein­bergen und Obstgärten, in Hecken und Gebüschen, an Weg- und Waldrändern sowie in Hohlwegen vor. Insgesamt ist die Mispel deutschlandweit als selten einzustufen, die Vorkommen sind vor allem durch direkte Zerstörung bei Flurbereinigungen, Baumaßnahmen sowie Randstreifenpflege gefährdet, aber auch durch die Umwandlung von Niederwäldern und landwirtschaftlichen Flächen in schattige Hochwälder.

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Aufruf zur Meldung angesalbter Vorkommen seltener Pflanzen im Raum Mosbach

Sdravko Vesselinov Lalov

Im Raum Mosbach ist seit der Publikation der „Flora von Mosbach“ von Franz Sales Meszmer (1993, 1995) eine Häufung von illegalen Anpflan­zungen (Ansalbungen) seltener und bis dahin nicht im Gebiet nachge­wiesener Orchideenarten belegt: Aceras antropophorum (L.) Aiton fil., Himantoglossum hircinum (L.) Sprengel, Orchis simia Lam. und Ophrys sphegodes Miller.

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Cardamine-Neophyt im Bodensee-Litoral – wer kennt weitere Fundorte?

Anbei eine aktualisierte Verbreitungskarte des Cardamine-Neophyten, der wahrscheinlich 2003 am Bodensee aufgetaucht ist. Wir geben ihm den deutschen Namen Japanisches Reisfeld-Schaumkraut. Wissenschaftlich wird dieser Neophyt noch als Cardamine flexuosa auct. non With. bezeichnet (Lihova et al. 2006, Klausmeyer 2006). Das „auct. non“ bedeutet, dass die Sippe in Japan, wo sie ursprünglich herstammt, fälschli­cherweise als Cardamine flexuosa Withering 1796 bezeichnet wurde, vermeintlich identisch also mit unserem Wald-Schaum­kraut.

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Kartieraufruf Dänisches Löffelkraut (Cochlearia danica)

Dänisches Löffelkraut (Cochlearia danica) und Schmalblättriges Greiskraut (Senecio inaequidens) – ein Kartieraufruf für das Frühjahr, einer für Sommer, Herbst und Winter!

Das an der Nord- und Ostseeküste heimische, salztolerante Dänische Löffelkraut und das aus Süd- und Ostafrika stammende Schmalblättrige Greiskraut sind zwei Arten, die sich in den letzten 10 Jahren in Südwestdeutschland sehr stark ausgebreitet haben.

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Prunus laurocerasus – Bitte um Fundmitteilungen

Die aktuelle Verbreitung der Art in Deutschland und in angrenzenden Gebieten wird im Rahmen eines Forschungsprojekts am Institut für Geobotanik der Universität Hannover untersucht. Es soll festgestellt werden, ob und in welchen Bereichen die Lorbeerkirsche im Zuge der Klimaänderung subspontane Bestände etablieren kann. Da bisher nur sehr wenig über die Verbreitung der Art in Deutschland bekannt ist, wird um Mithilfe bei der Erfassung aktueller Vorkommen dieser Art in Deutschland und angrenzenden Gebieten gebeten. Die Meldung von Fundorten verwilderter Prunus laurocerasus wird erbeten an:
Gunnar Söhlke, Institut für Geobotanik, Universität Hannover, Nienburger Straße 17,
30167 Hannover; lauroce.uni-hannover (at) gmx.de

Steckbrief der Art


Indische Scheinerdbeere (Duchesnea indica) – Kartieraufruf!

Dem Kartieraufruf in der Pflanzenpresse Nr. 11 sind bereits zahlreiche Mitglieder der BAS gefolgt und haben Fundorte von Duchesnea indica an die Geschäftsstelle gemeldet. Dadurch liegen inzwischen Nachweise für etwa 80 TK-Quadranten vor, vor allem aus den Räumen Stuttgart und Karlsruhe, dem Rhein-Neckar-Gebiet, dem Raum Freiburg, vom Bodenseegebiet und aus Oberschwaben.
Die bisherigen Angaben zeigen aber noch nicht, wie die Indische Scheinerdbeere in Südwestdeutschland verbreitet ist, sondern wo die Kartierinnen und Kartierer besonders aktiv sind. Wir bitten daher weiter um Fundortmeldungen dieser auch im Winter leicht kenntlichen Art, entweder auf dem mit der letzten Pflanzenpresse verschickten Meldebogen oder aber formlos unter Angabe des Fundorts (mit TK-Nummer und Quadrant), des Wuchsorts, des Beobachters und des Beobachtungsdatums.

Fundmeldungen bitte an die Geschäftsstelle der BAS. Ebenfalls willkommen sind zur Aktualisierung der Verbreitungskarte (Pflanzenpresse 11) weitere Fundmeldungen des Sommerflieders (Buddleja davidii).


Gesucht wird: Die Dicke Trespe (Bromus grossus Desf. ex DC.)

Bromus grossus Desf. ex DC., die Dicke Trespe, ist eine Art des Anhang II der FFH-Richtlinie. Für die Art sind daher besondere Schutzgebiete auszuweisen – dies ist in so fern ungewöhnlich, als es sich bei Bromus grossus um ein Ackerunkraut handelt.
Die Dicke Trespe hat, nach bisherigen Erkenntnissen, den Schwerpunkt ihrer Verbreitung in Baden-Württemberg. Die Art kommt auch in anderen Bundesländern vor, ist dort wohl bisher aber wenig beachtet worden. In Baden-Württemberg ist sie nach 2000 von der Schwäbischen Alb und ihrem Vorland (Südliche Gäulandschaften), dem Tauberland, und der Umgebung von Karlsruhe nachgewiesen. In Rheinland-Pfalz sind wohl nur wenige, eher kleine Funde bekannt.

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Aufruf zur Mitteilung von Fundorten von Urtica galeopsifolia

Urtica galeopsifolia unterscheidet sich von der bekannten Urtica dioica vor allem durch fehlende Brennhaare auf den Blättern, dichte Behaarung der Blätter und die schmale, lange Form der Blätter. Ihre Blattspitze läuft lang und spitz aus. Auffällig ist auch, dass ihre Blütezeit erst ab Ende Juli beginnt. Bisher sind Vorkommen in Auen bekannt (siehe ADLER W., OSWALD K & FISCHER R.: 1994 Exkursionsflora von Österreich. – Verlag Eugen Ulmer. 1180S.; Stuttgart.) Ihre Verbreitung ist noch weitgehend unbekannt. Fundortangaben und Herbarmaterial bitte an:

Annemarie Radkowitsch, Hohenwarterstr. 1, 75181 Pforzheim
fon 07231/788897, fax 07231/786087, a.radkowitsch (at) t-online.de