Literaturbesprechung


Starke-Ottich, I. & Zizka G. 2019: Stadtnatur in Frankfurt – vielfältig, schützenswert, notwendig. Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, 252 S.; Frankfurt [ISBN 9783510614141]

von Juliane Schalejda

Frankfurt und Natur? Frankfurt und Wildnis? Die wenigsten werden spontan zu diesen Assoziationen mit der großen Stadt am Main kommen. Das neu erschienen Buch „Stadtnatur in Frankfurt – vielfältig, schützens­wert, notwendig“ der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung befasst sich genau damit. Auf rund 190 Seiten wird der Zustand der Natur innerhalb der Frankfurter Stadtgrenzen und seine Entwicklung erläutert – teilweise reichen die verwendeten Daten über mehr als 100 Jahre zurück. Gleichzeitig werden Ideen, aber auch Grenzen für die zukünftige Entwicklung der Stadtnatur aufgezeigt. Das Buch ist in mehrere Themen­blöcke unterteilt.

In einer Einführung wird der Schwerpunkt des Buches erläutert: der Analyse des Wandels der Vielfalt der Natur in den letzten Jahrzehnten. Die Auswertung basiert auf der seit 1985 und mittlerweile in der sechsten Runde laufenden Biotopkartierung auf dem Stadtgebiet sowie auf der Sichtung von Florenwerken, Aufzeichnungen von Botanikern und Zoologen.

Im ersten Themenblock „Stadtnatur Frankfurt“ wird die Entwicklung der Stadtnatur in der Vergangenheit und in der Zukunft erörtert. Besondere Lebensräume werden in eigenen Kapiteln behandelt: Stadtbäume, Vogelschutzgehölze, Streuobstwiesen und Kalkstandorte. Den Abschluss bildet eine Übersicht über die Erfassung der Frankfurter Pilzfauna: In Frankfurt wurden bislang 1.528 Pilzarten festgestellt – mehr Arten als bei den Blütenpflanzen.

Der zweite Themenblock befasst sich mit besonderen Tieren im Stadt­gebiet: Lurchen wie Feuersalamander und Knoblauchkröte, dem Fluss­regenpfeifer und Raubtieren. Hier werden die Schwierigkeiten des Biotop- und Artenschutzes in einer wachsenden Stadt abermals deutlich sichtbar.

Im dritten Teil des Buches, mit „Frankfurt wagt Wildnis“ überschrieben, wird das Projekt „Städte wagen Wildnis – Vielfalt erleben“ vorgestellt, welches im Rahmen des Bundesprogramms „Biologische Vielfalt“ geför­dert wird. Die Frankfurter Wildnisgebiete liegen am „Monte Scherbelino“ und im „Nordpark Bonames“. In diesem Zusammenhang wird der Konflikt zwischen den Zielen Prozessschutz und maximale Artenvielfalt erläutert.

Im vierten Teil werden zwei besondere Orte im Stadtgebiet portraitiert: das Schwanheimer Feld und die Grastränke.

Der fünfte und letzte Teil gibt einen Ausblick in die Zukunft der Entwicklung der Frankfurter Stadtnatur und auf den Druck, dem die Stadtnatur von verschiedensten Seiten ausgesetzt ist.

Das Buch richtet sich sowohl an interessierte Laien als auch an vorge­bildete Leser, die sich für die Zusammenhänge, Grenzen und Möglich­keiten von Natur in der Stadt interessieren. Ein kleines Glossar erläutert die wichtigsten Fachbegriffe, Fachpersonen finden in der 11-seitigen Literaturliste einschlägige Literaturhinweise. Ein 43 Seiten umfassender Anhang enthält aktuelle Artenlisten (2015 bis 2018) ausgewählter Gebiete zu Vogelarten, Höheren Pflanzen sowie den 2015-2018 neu erfassten Pilzarten. Für Querleser gibt es am Ende jedes Kapitels ein Fazit, das die wichtigsten Erkenntnisse der Kapitel zusammenfasst. Das Buch ist reich mit hochwertigen Fotografien, Tabellen und Kartendarstellungen illustriert. Die schönen Aufnahmen und die Beschreibungen einzelner Gebiete machen Lust, sich auf einen Streifzug in die „wilden Ecken“ Frankfurts aufzumachen und die Kleinode selbst zu erleben.


Oliver Lubrich & Adrian Möhl: 2019: Botanik in Bewegung. Alexander von Humboldt und die Wissenschaft der Pflanzen. – 272 S.; Haupt-Verlag, Bern. [ISBN: 978-3-258-08107-6]

von Siegfried Demuth

Wem es nicht vergönnt ist, abenteuerliche Reisen in ferne Länder zu unternehmen, dem sei dieses Buch empfohlen. „Botanik in Bewegung“ nimmt die Lesenden mit auf die Reisen Alexander von Humboldts von den Anfängen seiner ersten botanischen Aktivitäten an der Bergakademie Freiberg in Sachsen bis zu seiner letzten großen Reise durch Zentral­asien bis an die chinesische Grenze. Im Zentrum steht natürlich die fünf­jährige Forschungsreise in die amerikanischen Tropen zusammen mit sei­nem Freund und Kollegen Aimé Bonpland. Das Buch schildert vor allem die damals neue Sicht- und Arbeitsweise Humboldts zur Erforschung der Pflanzenwelt. War die Linnésche Botanik noch fast rein katalogisierend, so war Humboldt einer der ersten, der die ökologische Feldforschung ein­geführt hat. Auf diesen Wandel spielt der Buchtitel an. Neben dem Sammeln von Pflanzen – das vor allem von Bonpland betrieben wurde – widmete er sich dem Sammeln von Umweltdaten der Orte, an denen sie forschten: geografische Koordinaten, Lufttemperatur, Luftdruck (Höhe), Luftfeuchte, ja sogar das Blau des Himmels wurde gemessen; bein­druckend die Zahl der Instrumente, die beide auf der beschwerlichen Reise mit sich schleppten (besser: schleppen ließen). Neben den sehr unterhaltsam zu lesenden Forschungsabenteuern sind thematisch pas­sende Exkurse eingeflochten, unter anderem zum Drachenbaum (Hum­boldts Lieblingspflanze) und zur Bedeutung Aimé Bonplands, dem „Schattenbotaniker“, für die botanische Erforschung des tropischen Amerika – das Gemälde von Eduard Ender auf S. 68 ist ursächlich für diesen zu Unrecht verliehenen Titel. Ein besonders interessanter Exkurs stellt die auch heute noch bedeutende Rolle von Herbarien im Allgemeinen und das Sammeln und Herbarisieren unter tropischen Bedingungen im Besonderen dar.

Die Forschungsergebnisse der beiden Wissenschaftler spielen auch heute noch eine Rolle. Beispielsweise sind sie für das Nachvollziehen der Klimaerwärmung und der damit verbundenen Veränderung der Vege­tationszonierung in den amerikanischen Tropen eine wertvolle Quelle.

Ausgestattet ist das Buch mit zahlreichen Abbildungen, etwa mehrere der wunderschönen Kupferstiche der von Bonpland und Humboldt gesammelten Pflanzen, mit von Humboldt gezeichneten Landschaften und Vegetationsbildern und dazu vergleichende aktuelle Fotos. Nicht fehlen darf natürlich die wohl berühmteste von Humboldts Grafiken, dem Querschnitt durch die Anden mit der Zonierung der Vegetation, den jeweils typischen Pflanzenarten sowie meteorologischen Angaben zu den Höhenstufen. Die Schönheit und Präzision der Darstellungen beeindruckt, gehörte doch für Humboldt neben der wissenschaftlichen Genauigkeit auch die künstlerische Gestaltung der Abbildungen zur Wissenschaft dazu.

Ein wunderschön aufgemachtes Buch, das nicht nur durch die sehr informativen und gut geschrieben Texte überzeugt, sondern auch durch die reichliche Bebilderung.


Journal Europäischer Orchideen. Mitteilungsblatt des AHO Baden-Württemberg. – Vol. 51 Heft 1-2; Mai 2019. Jubiläumsband „50 Jahre AHO Baden-Württemberg“. [ISSN 0945-7909]

von Siegfried Demuth

Zum 50jährigen Jubiläum veröffentlichte der Arbeitskreis Heimische Orchideen Baden-Württemberg eine Sonderheft. Einleitende Artikel berichten über die Geschichte des Vereins und geben einen Überblick über die Geologie und Erdgeschichte sowie über die Biotopkartierung und die Biotoptypen Baden-Württembergs mit besonderer Berücksichtigung orchideenreicher Biotope. Der Hauptteil des Bandes ist natürlich den Orchideen gewidmet. Die 57 heimischen Arten und ihre Unterarten werden ausführlich porträtiert: Morphologie, Variabilität, Wuchsorte, Gesamtverbreitung, Verbreitung in Baden-Württemberg, Gefährdungs­ursachen und Gefährdungsstatus sowie weiterführende Literatur. Eine farbige Verbreitungskarte gibt die aktuellen (ab 2000) und die ehemaligen Vorkommen im TK25-Quadranten-Raster wieder. Die besiedelten Höhen­stufen sind in einer zusätzlichen Grafik dargestellt. Bereichert werden die Porträts durch zahlreiche sehr gute Fotos von Wuchsorten, Pflanzen­gruppen, Einzelpflanzen, einzelnen Blüten und Blütendetails. Den Abschluss bilden statistische Auswertungen zu den Nachweisen der einzelnen Arten, der Entwicklung der Kartierstände der landesweiten Orchideenkartierung sowie Anmerkungen zu Gefährdung und Schutz der heimischen Orchideen.


Leins P. & Erbar C. 2016: Bäume und Sträucher im Herbst und Winter erkennen. Bebilderte Steckbriefe, Wissenswertes zu Namen Mythologie und Verwendung. – Schweizerbart, 180 S.; Stuttgart

von SIEGFRIED DEMUTH

Für die bevorstehende kalte Jahreszeit ist es genau das richtige Buch, um Gehölze im Winterzustand zu erkennen. Die Bestimmung der Arten erfolgt dabei vor allem über Knospenmerkmale aber auch die Beschaffenheit der Borke, der Früchte sowie der Blätter und Blattnarben werden als Merkmale herangezogen. Durchgehend sehr gute Farbfotos geben alle notwendigen Details wieder. Dazu werden die wichtigsten Merkmale in Kurzform beschrieben. Bestimmt werden können auf diese Weise 77 überwiegend in Mitteleuropa heimische sowie einige häufig gepflanzte fremdländische Baum- und Straucharten. Der Bestimmungsschlüssel selbst ist einfach zu gebrauchen: Über die Blatt- bzw. Knospenstellung, die Form und Behaarung der Knospen und Knospenschuppen gelangt man rasch bis zur Art.

Empfehlenswert ist das Buch aber nicht nur für Einsteiger in die Bestimmung von Gehölzen. Zu jeder Art gibt es zusätzlich eine Fülle von wissenswerten Informationen und Geschichten: die Herkunft der wissenschaftlichen und deutschen Namen, Inhaltsstoffe, Verwendung in der Volksmedizin, Fruchtbiologie, besondere morphologische Merkmale u.v.m. Wer noch nicht mit den Fachbegriffen zu Morpholgie und Entwicklung von Blütenpflanzen bewandert ist, der kann darüber in der ausführlichen Einleitung des Buches alles Notwendige erfahren. Ungewöhnlich aber durchaus praktisch ist das verwendete Querformat mit einer Ringbindung aus Metall. Das Buch lässt sich so gut ins Gelände mitnehmen, um die Gehölze vor Ort zu bestimmen.


Lippert, W. & Meierott L. 2014: Kommentierte Artenliste der Farn- und Blütenpflanzen Bayerns.

von THOMAS BREUNIG

Lippert, W. & Meierott L. 2014: Kommentierte Artenliste der Farn- und Blütenpflanzen Bayerns. – Selbstverlag der Bayerischen Botanischen Gesellschaft, 407 S.; ohne ISBN-Nr.; Bezugsquelle Bayerische Botanische Gesellschaft e.V., bestellung@bbgev.de

Die bayrischen Botaniker planen – 100 Jahre nach Erscheinen der Flora von Bayern (Vollmann 1914) – eine neue Flora von Bayern. Als ein Baustein dazu verfassten Wolfgang Lippert und Lenz Meierott eine kommentierte Artenliste. Sie enthält Angaben zu 3.438 etablierten und 1.446 noch nicht etablierten Sippen, zu 740 Hybriden und zu 273 Sippen, die irrtümlich für Bayern angegeben wurden oder deren Vorkommen hier zumindest fraglich erscheint. Alles in allem ergibt sich eine für ein Bundesland unglaublich hohe Anzahl von 5.897 behandelten Sippen.

Ein einführender Teil bietet auf 16 Seiten einen kurzen Abriss zur floristischen Erforschung Bayerns und zum Projekt einer neuen Flora von Bayern, Erläuterungen zum Aufbau der Artenliste, eine Karte der Natur­räume Bayerns, sowie 29 Abbildungen zu seltenen oder in Bayern aus­gestorbenen Arten. Abgeschlossen wird das Werk mit einem 29 Seiten umfassenden Literaturverzeichnis. Die Artenliste selbst ist tabellarisch aufgebaut und enthält in fünf Spalten die folgenden Informationen: Status der Sippe, wissenschaftlicher Name mit Autoren und taxono­mischer Referenznummer, deutscher Name; Quellen der Artnachweise und Bemerkungen zu den Sippen sowie schließlich die Angabe, aus welcher der folgenden acht naturräumlichen Regionen Nachweise der Sippe vorliegen: Spessart-Rhön, Mainfränkische Platten, Keuper-Lias-Land, Schwäbisch-Fränkische Alb, Ostbayerisches Grenzgebirge, Molassehügelland, Moränengürtel (= Alpenvorland) und Alpen.

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Starke-Ottich et al.: Stadtnatur im Wandel – Artenvielfalt in Frankfurt am Main.

von SIEGRIED DEMUTH

Starke-Ottich I., Bönsel D., Gregor T., Malten A., Müller C. & Zizka G.: Stadtnatur im Wandel – Artenvielfalt in Frankfurt am Main. – Kleine Senckenberg-Reihe 55: 1-276; Frankfurt am Main.

„Stadtnatur im Wandel“ ist eine Art Fortsetzung von „Natur vor der Haustür – Stadtnatur in Frankfurt am Main. Ergebnisse der Biotop­kartierung“ von 2009 (Kleine Senckenberg-Reihe 50). Schwerpunkt der Beiträge des aktuellen Bandes der Reihe bildet der Wandel von Flora und Fauna in den letzten drei Jahrhunderten. Bezugsraum ist das Gebiet der Stadt Frankfurt am Main in den Grenzen von 1979 mit einer Fläche von rund 250 km². Die Beiträge umfassen Farn- und Samenpflanzen, Libellen, Schmetterlinge, Fische und Pilze. Ein eigenes Kapitel ist dem Feld­hamster gewidmet, da er den Wandel der Agrarlandschaft besonders gut spiegelt. Diese Beiträge beleuchten die Veränderungen von Flora und Fauna mit Verlusten und Neuzugängen (mit eigenem Kapitel über Neoendemiten unter den Pflanzen) sowie die Ursachen für diesen Wandel.

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Müller T. 2014: Blumenwiesen – Eine Handreichung für Naturfreunde und Wanderer.

von PHILIPP REMKE

Müller T. mit einem Beitrag über die Tierwelt von Lessig K. H. 2014: Blumenwiesen – Eine Handreichung für Naturfreunde und Wanderer. – Schwäbischer Albverein e.V., 322 S.; Stuttgart. ISBN 978-3-8062-2893-9

Das handliche Buch richtet sich an Wanderer und Spaziergänger, die Interesse an der Vielfältigkeit der Blumenwiesen auf der Schwäbischen Alb habe; vor allem für Neueinsteiger in dieses Thema. Aufgrund seiner geringen Abmessung von 10,5 x 17 cm und seines geringen Gewichts von 322 g ist es aber auch für fortgeschrittene Naturfreunde als kleines Taschenbuch für unterwegs interessant.

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Kirmer A. et al. (Hrsg.) 2012: Praxishandbuch zur Samengewinnung und Renaturierung von artenreichem Grünland.

von JÜRGEN VÖGTLIN

Kirmer Anita, Krautzer Bernhard, Scotton Michele & Tischew Sabine (Hrsg.) 2012: Praxishandbuch zur Samengewinnung und Renaturierung von artenreichem Grünland. – Österreichische Arbeitsgemeinschaft für Grünland und Futterbau (ÖAG) Fachgruppe Saatgutproduktion und Futterpflanzen, 219 S., Irdning. ISBN 978-3-902559-70-8

Struktur- und blütenreiche Wiesen und Weiden zählen in den Industrie-nationen Mitteleuropas zu den artenreichsten, gleichzeitig aber auch zu den am meisten gefährdeten Lebensgemeinschaften. Vor dem Hinter-grund der Artenverarmung im Dauergrünland mit langjähriger Nutzungstradition sind Fachkenntnisse nicht nur in der Bewirtschaftung, sondern auch in der Entwicklung von artenreichen Wiesen und Weiden von wachsender Bedeutung. Die Neuanlage und Erneuerung von Grünland wird in der landwirtschaftlichen Praxis aber auch im Rahmen von ingenieurbiologischen Maßnahmen oder für Kompensationsmaßnahmen täglich praktiziert. Die dabei angewandten Methoden bieten einen breiten Handlungsspielraum und haben einen mehr oder weniger zählbaren Mehrwert für den Artenschutz.

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Tison J.-M. & de Foucault B. 2014: Flora Gallica. Flore de France.

von SIEGFRIED DEMUTH

Tison J.-M. & de Foucault B. (Société botanique de France) 2014: Flora Gallica. Flore de France. – Biotope Èditions. 1.165 S. Mèze. ISBN 978-2-36662-012-2

Wer seinen nächsten Urlaub bei unserem westlichen Nachbarn verbringen möchte, dem sei die neue Flora von Frankreich wärmstens zum Mitnehmen empfohlen. Mit 1,65 kg liegt sie allerdings schon im Grenzbereich einer Taschenflora; im Rucksack sollte sie aber gerade noch tragbar sein. Der Einband ist dafür aus einem wasserabweisenden, reissfestem Kunststoff, was der Verwendung im Gelände sehr entgegenkommt. Zum Inhalt: Auf 1.165 Seiten sind rund 6.200 etablierte und häufig kultivierte Taxa der Farn- und Samenpflanzen verschlüsselt und beschrieben. Zum Vergleich: Die Liste der Gefäßpflanzen Deutschlands umfasst (ohne die auschließlich kultivierten) 4.165 Taxa (Buttler K. P. & Hand R. 2008: Liste der Gefäßpflanzen Deutschlands. – Kochia, Beiheft 1: 1-107 S.). Die Flora Gallica berücksichtigt die neueren taxonomischen Erkenntnisse vor allem in Bezug auf den Umfang der Gattungen und Familien, wie sie auch im neuesten „Rothmaler“ (Grundband, 20. Auflage 2011) Anwendung finden. Aufgeschlüsselt werden auch kritische Sippen wie Taraxacum oder Rubus. Zu jeder Sippe gibt es Angaben zu Blütezeit, Wuchsform, Verbreitung in Frankreich, Standort und Wuchsort. Für viele sind neben den wissenschaftlichen auch französische Namen genannt. Sehr hilfreich sind die zahlreichen, sehr guten Schwarz-Weiß-Zeichnungen von relevanten Bestimmungsmerkmalen jeweils am Seitenrand. Ein ausführliches Glossar erläutert die verwendeten französischen Fachbegriffe. Der Preis von 89,- € drückt allerdings etwas die Bereitschaft, sich das Buch anzuschaffen. Dafür wird man es aber oft in die Hand nehmen, zumal es derzeit keine bessere Alternative gibt die Flora Frankreichs kennenzulernen.


Wolff P. 2013: Die Moor-Standorte der Pfalz – Soziologie und Ökologie.

von ADAM HÖLZER

Wolff P. 2013: Die Moor-Standorte der Pfalz – Soziologie und Ökologie. – POLLICHIA-Buch Nr. 47. Eigenverlag der Pollichia, 259 S. + 42 Tabellen, 24 Farbfotos, 17 Abbildungen; Bad Dürkheim. ISBN 978-3-925754-49-4

Nachdem das Werk schon seit langer Zeit angekündigt war und schon viele auf sein Erscheinen gewartet haben, ist es endlich erschienen. Es füllt eine große Lücke in vielerlei Hinsicht. Kapitel 1 (S. 13) gibt einen Überblick über die bisherige Literatur zu den Moor-Standorten der Pfalz und beschreibt kurz das Ziel der Arbeit. Darauf folgt in Kapitel 2 (S. 15-19) ein allgemeiner Überblick über das Untersuchungsgebiet hinsichtlich Geschichte und physischen Voraussetzungen. Die behandelten Moor-Standorte werden anhand von zwei Übersichtskarten aufgezeigt. Kapitel 3 (S. 21-62) bespricht die einzelnen Moore. Dabei werden sowohl die Geschichte der Nutzung wie auch die typischen Pflanzen in Vergangenheit und Gegenwart abgehandelt. Bei den meisten Gebieten werden auch Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen empfohlen. Kapitel 4 (S. 63-64) beschreibt die bei der Bearbeitung angewandten Methoden. Danach wird in Kapitel 5 (S. 65-213) die Vegetation anhand der Pflanzengesellschaften und ausführlichen pflanzensoziologischen Tabellen belegt. Dabei werden auch die ökologischen Bedingungen in der Region mit der Gefährdung und den Erhaltungsmaßnahmen der Gesellschaften besprochen. Zudem wird mit anderen Regionen verglichen. In Kapitel 6 (S. 215-237) werden Einzelaspekte aus der Westpfälzischen Moorniederung speziell aus dem Neuwoogmoor behandelt, das der Autor seit Beginn der 70er Jahre intensiv untersucht hat. Die Veränderungen werden sowohl anhand von mehrfach aufgenommenen Vegetationskarten wie auch wiederholten Pflanzensoziologischen Aufnahmen der gleichen Flächen dokumentiert. Weiter werden Zusammenhänge zwischen den Vegetationseinheiten und ökologischen Parametern wie Grundwasserstand, pH-Wert, Leitfähigkeit usw. dargestellt. Am Ende werden die Ergebnisse der Messungen auch kritisch bewertet. Kapitel 7 (S. 239-240) gibt einen Überblick über die die pH-Wertebereiche der am besten belegten Gesellschaften im gesamten Untersuchungsgebiet anhand einer Graphik. Kapitel 8 (S. 241-245) behandelt die Gefährdung der Moorgesellschaften und ihre Zukunft im Untersuchungsgebiet. Nach der Danksagung (Kapitel 9) folgt als Abschluss (Kapitel 10, S. 249-258) ein sehr umfangreiches Literaturverzeichnis.
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