Exkursionsberichte


BAS-Jahresexkursion Balinger Alb 30. Juni 2019

von Martin Engelhardt

Die diesjährige Jahresexkursion führte auf die südlich von Balingen gelegenen Berge des Schwäbischen Alb. Am Sonntag, den 30. Juni – einem ausgesprochen heißen Tag – trafen sich die 13 hartgesottenen Teilnehmer um 10.00 Uhr am Parkplatz auf der Passhöhe am Lochen zwischen Weilstetten und Tieringen (TK 7719/3).

Die Exkursion, unter Leitung von Martin Engelhardt aus Tübingen, führt vom Parkplatz zuerst zur „Lochenkanzel“, einem gewaltigen Malmfelsen (Malm ?-Lochenfazies), der wohl 30 m senkrecht in die Tiefe stürzt. Bereits auf dem Weg dorthin wurden die ersten floristischen Beson­derheiten entdeckt, so die Crassulacee Jovibarba globulifera. Der Fund gab Anlass für rege Diskussion: Ist das Vorkommen autochton? Nach welchen Kriterien kann man sich bei einer Einschätzung richten? In der Nähe fanden sich auch Saxifraga paniculata, Sedum rupestre, Sedum album, Rosa spinosissima und Melica ciliata. Auf dem Rückweg wurde am Fuß der südlich Felsen auch die Gänsesterbe (Erysimum crepidi­folium) in einem fruchtenden Exemplar gefunden. Direkt an der Kante der Hochfläche fand sich ein größerer Bestand von Phleum phleoides. Offenbar ist der Boden an der Felskante hier oberflächlich ein wenig entkalkt. Entlang des Weges fanden sich nebeneinander sowohl die „behaarte“, als auch die “unbehaarte“ Sippe des Feld-Thymians. Je nach Auffassung (ob Unterarten oder Arten) heißen diese Thymus pulegioides subsp. carniolicus / Thymus froelichianus bzw. Thymus pulegioides subsp. pulegioides / Thymus chamaedrys. Unmittelbar neben diesen fand sich Onobrychis montana.

Am Aussichtspunkt der Lochenkanzel (962,9 m NN) konnte die typische Felsvegetation mit Festuca pallens, Sesleria albicans, Carex humilis, Allium lusitanicum, Saxifraga paniculata, Leucanthemum adustum, u.a.m.. beobachtet werden. Hier wurde als Seltenheit auch Athamanta cretensis in einigen Exemplaren gefunden. Diese Sippe kommt in Baden-Württem­berg nur auf Schwammfelsen an der Südseite des Eyachtals bei Balingen autochton vor. Ein Vorkommen bei Dettingen an der Erms geht offenbar auf eine Ansalbung um 1930 zurück. In einer Felsspalte am Fuße des Felsens fand sich Taraxacum rubicundum, die auf der Alb am weitesten verbreitete Sippe aus der Gruppe der Rotfrüchtigen Löwenzähne. Die Blattform war typisch „bügelförmig“. Leider war Taraxacum lacistophyllum nicht zu finden, dass eher typisch „pagodenartige“ Blätter besitzt. In der Umgebung des Felsens fand sich auch Seseli libanotis und Pulsatilla vulgaris. Hier war Gelegenheit bei guter Aussicht die geologische Struktur des Albtrauf zu besprechen.

Danach führt die Exkursionsroute vorbei am „Lochengründle“ (klassische Fossillienfundstelle) und dann an der Jugendherberge am Lochenpass vorbei, am Albtrauf entlang durch das Naturschutzgebiet „Hülenbuch­wiesen“ zum „Hörnle“. Auf der Balinger Alb kommt – im Gegensatz zu den meist von Rotbuchen (Fagus silvatica) dominierten Traufwäldern (Kalkbuchenwald) der Schwäbischen Alb – hauptsächlich Ahorn-Eschen-Ulmen-Wald vor, mit bemerkenswert alten, über 50 m hohen Weißtannen (Abies alba) und hier wohl einem natürlichem Auftreten der Fichte (Picea excelsa). Hier kommen Arten der Wälder, der Magerwiesen und der Saumvegetation oft kleinräumig nebeneinander vor. Folgende Arten, die beobachtet wurden, seien erwähnt: Amelanchier embergeri, Cotoneaster integerrimus, Ribes alpinum, Sorbus aria s.str., Buphthalmum salicifolium, Filipendula vulgaris, Galium boreale, Genista sagittalis, Gentiana lutea, Laserpitium latifolium, Orchis mascula, Phyteuma orbiculare, Platanthera bifolia agg., Polygonatum verticillatum, Polystichium aculeatum, Thesium bavarum, Trifolium montanum und Trifolium rubens.

Leider sind große Bereich der mageren Bergwiesen offenbar am Tag vor der Exkursion gemäht worden wohingegen einige Bereich im Kernbereich deutlich überständig waren und mitunter riesige Klappertopfbestände trugen. Die Teilnehmer hatten daher Anlass über die Ziele des Natur­schutzes, Mähzeitpunkte, die Verwertung des Mähguts und andere Themen ausführlich zu diskutieren und Erfahrungen auszutauschen.

Das „Hörnle“ ist wie die „Lochenkanzel“ eine Malm-Felsnase in 956,4 m u. NN, die hier in spitzem Winkel ins Eyachtal vorspringt. Die wenig gedüngten, großflächigen und einschürig genutzten, artenreichen Holzwiesen, über die der Weg zum „Hörnle“ führt, sind Refugien von Muscari botryoides, Gentiana verna, Centaurea montana und anderen Arten. Leider sind früher hier bzw. an den Lochen vorkommende Arten wie z.B. Anemonastrum narcissiflora, Arnica montana, Coeloglossum viride, Herminium monorchis, Traunsteinera globosa längst durch nicht angepasste Nutzung erloschen.

Am „Hörnle“ wurde im Schatten Mittagspause gemacht und die Gruppe machte sich dann wieder auf den Rückweg zum Parkplatz am Lochen­pass, wo die Exkursion pünktlich um 16 Uhr endete.


BAS-Exkursion rund um Schöntal 26. Mai 2019

von Steffen Hammel und Bernd Haynold

Die Region des westlichen Landkreises Hohenlohe ist derzeit etwas unterkartiert. Daher brachen am 26. Mai 2019 Mitglieder und Freude der BAS auf, um vor allem in Magerrasen und den randlich anschließenden Biotopen des Jagsttals neue und aktualisierte Pflanzenfundpunkte zu erbringen.

Die Exkursion startete in einem Trockenhang oberhalb des Ortsrandes von Westernhausen (TK 6623/3 – Grenzbereich mittlerer/oberer Muschelkalk). Der Biotop besteht aus einem eng miteinander verzahnten Mosaik aus Feldhecken, Feldgehölzen, Magerrasen, Gebüschen trocken­warmer Standorte, Steinriegel und Trockenmauern (ehemalige Weinberg­nutzung). Am „Oberen Berg“ waren vor allem die großen Bestände von Himantoglossum hircinum bedeutsam (z.T. bereits abgemäht). Ferner Melampyrum arvense und typische Magerrasenarten wie Ranunculus bulbosus, Rhinanthus alectorolophus, Veroncia austriaca agg. und – aus angrenzenden Ackerunkrautgesellschaften eingewandert – Fumaria vaillantii s. l. Im Gewann „Kreuzsteige“ erregten umherfliegende Libellen-Schmetterlingshafte (Libelloides coccajus) das Interesse der Exkursionsteilnehmer. Die Ackerränder waren botanisch wenig auffällig. Nachweise von Centaurea cyanus sollen erwähnt werden. An einer Böschung fand sich Hylotelephium telephium agg. Gebüschränder erbrachten Humulus lupulus und am Wegesrand ließ sich Papaver confine und in den Streuobstwiesen drei Exemplare von Orchis militaris entdecken.

Die Exkursion fand ihre Forstsetzung am Fuße des „Hohenbergs“ westlich von Bieringen (TK 6623/3 – Oberer Muschelkalk), einem steilen Südosthang mit lückiger bis geschlossener Gehölzsukzession (Ulmus glabra, Sorbus tominalis). Am Waldsaum und im angrenzenden Wald konnte u.a. Fragaria viridis, Stachys recta, Lathyrus sylvestris, Helleborus foetidus, Papaver dubium subsp. dubium, Epipactis helleborine subsp. helleborine und einige Exemplare von Cephalanthera damasonium kartiert werden. In Magerrasen des angrenzenden „Stetz“ fanden sich dann wieder viel Himantoglossum hircinum, über 20 Exemplare von Ophrys holoserica sowie Anacamptis pyramidalis, Orchis militaris, Dianthus carthusianorum subsp. carthusianorum und Carlina vulgaris. Auf freigestellten Steinriegeln ließ sich Crepis pulchra nachweisen, in einem Fall am Fuße auch mit einem größeren Bestand von Sambucus ebulus. Unter Bäumen fand sich wieder Cephalanthera damasonium.

Weiter ging es zu Trockenhängen östlich vom Kloster Schöntal (TK 6623/3 – Oberer Muschelkalk). Die Rasen des Benediktusberges sind nur z.T. mager ausgeprägt. Nachgewiesen werden konnten zwei Exemplare von Himantoglossum hircinum sowie Stachys germanica, am Wegesrand Cephalanthera damasonium und Epipactis helleborine subsp. helleborine. Der in der Offenlandbiotopkartierung von Wilfried Gerlinger für das Jahr 2000 aufgeführte Gentiana cruciata konnte nicht festgestellt werden.

Zum Abschluss der Kartierungsexkursion ging es in ein kleines Seitental der Jagst westlich Berlichingen (TK 6622/4 – Oberer Muschelkalk). In der Jagst selbst konnte Nuphar lutea gefunden werden. Das Waldgebiet „Lange Steige“ erbrachte neben Pulmonaria obscura und Epipactis helleborine subsp. helleborine den invasiven Neophyt Fallopia japonica. In Magerrasen am „Katharinenberg“ wurden u.a. Leucanthemum ircutianum und Primula veris subsp. veris entdeckt. Die im Wald (mit Sorbus torminalis und nochmals Epipactis helleborine subsp. helleborine) am südwestexponierten Steilhang eingestreuten Wacholderheidenreste erbrachten Ononis repens, Polygala comosa, Helleborus foetidus, ein paar Exemplare von Orchis militaris und drei Exemplare von Ophrys holoserica. Der Fund eines weiblichen Hirschkäfers (Lucanus cervus) wurde der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg gemeldet.

Einige Pflanzen-Erstnachweise für einzelne TK und für Quadranten konnten erbracht werden. Zahlreiche neue Funde ab dem Jahr 2000 wurden der zentralen Kartierungsstelle beim Naturkundemuseum Stuttgart (Dr. Arno Wörz) übermittelt.

Die Benennung der Pflanzen erfolgte entsprechend der Liste der Gefäß­pflanzen Deutschlands (Butler, May & Metzing 2018, BfN-Skripten 519).


Kartierexkursion Egelsee-Schmierofen-Schlangenlache 23. März 2018

Kartierexkursion BAS-Kurpfalz

Naturraum Nördliche Oberrheinebene; Baden-Württemberg; St. Leon-Rot; TK 6717/23; St.Leon, „Egelsee-Schmierofen-Schlangenlache“; Sandfluren, Sand-Äcker, Feuchtwald.

von Markus Sonnberger

Die erste Exkursion des Jahres 2018 startete im Süden von St. Leon im kleinen Sportgelände mit Park an der Mönchbergstraße. Der Park wird von relativ artenreichem Offenland, zumeist ruderalen Grasbeständen über Sand dominiert. Der Jahreszeit entsprechend musste man aber schon etwas genauer hinschauen. Immerhin fanden sich dann auf der Aschenbahn die charakteristischen Jungpflanzen von Filago (Logfia) minima und einer weiteren, größeren Art (mutmaßlich F. arvensis). Unter Bäumen waren die ersten blühenden Gelbsterne (Gagea villosa) zu finden. Hinzu kamen eine Reihe anderer, teils seltener Sandrasenarten, wie Artemisia campestris, Corynephorus canescens, Cerastium semide­candrum, Holosteum umbellatum, Hypochaeris glabra, Medicago minima, Potentilla verna, Scleranthus annuss subsp. polycarpos, Taraxacum lacisto­phyllum, Teesdalia nudicaulis, Veronica triphyllos und Veronica verna. Wollen wir hoffen, dass die Landschaftsgärtner hier noch nicht allzu bald einen Bedarf zur großflächigen Überplanung und Verschö­nerung entdecken mögen. Zunächst nach Osten über eutrophierte Offenland-Relikte am „Vorderen Buckel“ ging es dann nach Süden in den Wald. Auch hier war zunächst nicht viel zu entdecken. Spätblühende Trauben­kirsche (Prunus serotina) und Kermesbeere (Phytolacca americana) haben auch hier bereits das Regiment übernommen. Unser Ziel war ein Waldsumpf in einer Dünensenke mit dem vielversprechenden Namen „Schlangenlache“. Leider wurde hier tiefe Baggergräben fest­gestellt und zunächst auch keine Spur von Wasser oder gar nur feuchte­bedürftiger Bodenvegetation. Nur im tiefstgelegenen Teil war eine kleine Kolonie der Zwiebel-Zahnwurz (Cardamine bulbifera) zu finden. Die Erlen standen aufgrund des Torfschwundes auf hohen Wurzelpodesten. Immerhin gab es auch noch ein paar Flatterulmen (Ulmus laevis) und ein paar hundert Quadratmeter mit Gebüsch der heimischen Traubenkirsche (Prunus padus). Wieder im Offenland ging es über die Dünenkuppe des „Schmierofen“ zurück zum Ort. Hier waren am Rande sandiger Äcker und auf Brachstreifen ein paar Sandrasenrelikte zu finden. Vor allem gegen den Ortsrand liegen noch einige flächenhaftere, wenngleich stark durch Hunde und Gesträuch in Anspruch genommene Sandflächen, wo der Feld-Beifuß (Artemisia campestris) auffällig dominiert.

Auch hier sei eine Empfehlung an die Feld-Botaniker angebracht. Die Heide-Löwenzähne sind gar nicht so schwer zu bestimmen und gerade auch auf den Sandstandorten des Rhein-Neckar-Raumes auch gar nicht selten. In Frage kommen hier kaum mehr als fünf Arten, worunter Taraxacum lacistophyllum (rote Früchte), T. lacistophylloides (stroh­farbene Früchte), T. parnassicum (rote Früchte, ohne Pollen, aufrechte Hüllblätter, oft pagodenähnlich gedrängte Blattlappen), T. plumbeum (strohfarbene Früchte) und T. tortilobum (teils sehr schmale, verdreht abstehende Blattzipfel, graubraune Früchte) besonders verbreitet zu sein scheinen.


Exkursionsbericht zum Südwestdeutschen Floristentag 2018

von Georg Schepers

 

Die Exkursion 2018 führte in den Kaiserstuhl, einem kleinen, ca. 100 qkm großen Gebirge vulkanischen Ursprungs im Oberrheingraben unweit von Freiburg im Breisgau. Die 11 Teilnehmer trafen sich um 9:15 Uhr mit den beiden Exkursionsleitern Georg Schepers (Waldkirch) und Wolfgang Bammert (Gottenheim) am Vogelsangpass zwischen Bötzingen und Alt-Vogtsburg. Nach einer kurzen Einführung in die Entstehungsgeschichte von Oberrheingraben und Kaiserstuhl wurden einige für den Naturraum typische Standorte in der näheren Umgebung des Vogelsangpasses aufgesucht (z. B. Halbtrockenrasen und Lössböschungen). Aus der gro­ßen Anzahl der hierbei gezeigten Pflanzen seien hier besonders erwähnt: Anacamptis pyramidalis, Digitalis lutea, Euphorbia seguieriana, Globularia bisnagarica, Orobanche arenaria (auf Artemisia campestris), Orobanche elatior (auf Centaurea scabiosa) und Peucedanum oreoselinum.

Auf Grund der leider recht geringen Teilnehmerzahl wurden Fahrgemein­schaften gebildet; so konnten bei bestem Kaiserstuhlwetter (bis 32 °C) einige weitere Fundorte mit bemerkenswerten Pflanzenvorkommen aufge­sucht werden. Beim „Badloch“ am Südhang des Badberges wurde der dortige Karbonatit-Steinbruch besucht und nach kurzer Erläuterung zu dessen interessanter Geologie wurden zwei bemerkenswerte Pflanzen­vorkommen gezeigt: Tanacetum macrophyllum (diese Art wurde dort vor ca. 90 Jahren adventiv eingebracht und hat sich seitdem lokal etabliert) sowie Daphne laureola. Das dortige Vorkommen wurde erstmals vor sechs Jahren erwähnt, die Herkunft – vermutlich ebenfalls synanthrop? – ist leider nicht bekannt.

Weiter ging es zu einigen Fundstellen in der Umgebung von Schelingen mit dem wohl letzten Vorkommen von Iberis amara im Kaiserstuhl, auf einer Böschung mit reichlich Linum tenuifolium und zu einem Weinberg, in dem seit einigen Jahren ein großer Bestand von Calendula arvensis wächst (wohl synanthrop). In dessen Nähe wuchsen am Fuß einer Böschung wenige Exemplare von Dianthus deltoides, für die der letzte schriftlich dokumentierte Nachweis für den Kaiserstuhl aus dem Jahr 1819 stammt (von Fr. v. Ittner – leider jedoch ohne nähere Ortsangabe!).

Das Mittagsvesper wurde an einem kleinen schattigen Platz in Schelingen eingenommen, bei dem sich in den Pflasterfugen ein Massenvorkommen von Minuartia hybrida subsp. tenuifolia befand. In unmittelbarer Umge­bung konnte eine den meisten Exkursionsteilnehmern bis dahin unbe­kannte Art, Tanacetum partheniifolium, gezeigt werden.

Ein „Highlight“ der Exkursion war zweifelsohne der Lützelberg bei Sas­bach mit den Vorkommen von zahlreichen Raritäten in seinen Weinber­gen, Trockenrasen, Gebüschrändern und Trockenmauern. Gezeigt wer­den konnten hier u. a. Ajuga chamaepitys, Allium sphaerocephalum, Alyssum montanum, Amaranthus graecizans subsp. sylvestris, Cynodon dactylon, Echinops sphaerocephalus, Festuca csikhegyensis, Melica ciliata, Nepeta cataria, Orobanche amethystea (auf Eryngium campestre), Potentilla cinerea subsp. incana, Potentilla inclinata, Potentilla x subaren­aria, Rumex pulcher, Seseli hippomarathrum und Teucrium montanum.

Die Exkursionsroute führte weiter über den Büchsenberg bei Niederrot­weil mit seinem Flaumeichenwald (Quercus pubescens sowie Quercus x calvescens) und einem großen Vorkommen von Buglossoides purpuro­caerulea und Dictamnus albus, beide  leider bereits verblüht. Am Weg­rand standen u. a. die wärmeliebenden Arten Colutea arborescens, Hippocrepis emerus, Physalis alkekengi var. alkekengi  und Tanacetum corymbosum.

Nach einem kurzen Abstecher zum Böhmischberg bei Achkarren mit Leonurus cardiaca subsp. cardiaca wurde ein Vorkommern von  Equise­tum ramosissimum am Bahnhof Achkarren aufgesucht. Unklarheit herrschte bei den Exkursionsteilnehmern über morphologisch auffällige Equisetum-Pflanzen, die eine Höhe von fast einen Meter erreichten und eine extrem große Zentralhöhle (ca. 90% des Stängel-Duchmessers) aufwiesen. Es bestand der Verdacht, dass es sich hierbei womöglich um Hybriden – evtl. mit Equisetum hyemale – handeln könnte. Eine Überprü­fung von gesammelten Belegen durch Marcus Lubienski (Hagen) ergab jedoch, dass es sich auch bei diesen Pflanzen um Equisetum ramosissi­mum handelt!

Zum Abschluß der Exkursion wurde der eindrucksvolle Lösshohlweg „Eichgasse“ bei Bickensohl besichtigt (mit Prunus cerasus subsp. acida in der Lößwand), und in einem benachbarten Weinberg wurde noch Bromus catharticus gefunden, bevor es zum Ausgangspunkt am Vogelsangpass zurückging, wo die Exkursion gegen 17.20 Uhr endete.

Zwei weitere Besonderheiten konnten bei dieser Exkursion gezeigt werden: ein recht großes, wenig bekanntes Vorkommen von Limodorum abortivum und ein seit einigen Jahren bekanntes Vorkommen des  Farns Asplenium ceterach, der im Kaiserstuhl schon als „ausgestorben“ gegol­ten hatte. Aus Naturschutzgründen wird auf die Fundorte dieser beiden Arten nicht näheren eingegangen.

Die Benennung der Pflanzen erfolgte entsprechend der Nomenklatur in Rothmaler‘s Exkursionsflora von Deutschland, 20. Aufl. (2011).


Bericht von den Montagsexkursionen 2016

von DIETMAR SCHOTT

Für April bis September 2016 waren 25 Montagsexkursionen in und um Karlsruhe vorgesehen, von denen 24 stattgefunden haben. In der Regel nahmen zwischen 6 und 10 Personen teil. Neben Mitgliedern der BAS kamen gelegentlich auch Studenten der Uni Karlsruhe (KIT) dazu, um ihre Artenkenntnisse zu erweitern. Wenn wir mit einer größeren Gruppe nach Pflanzen Ausschau haltend durch eine Siedlung gingen, ernteten wir gelegentlich argwöhnische Blicke und Kopfschütteln bei Anwohnern und Passanten. Manchmal verwandelte aber ein kurzes Gespräch und das Faltblatt der BAS das Misstrauen in freundliches Interesse. Ein besonderes Erlebnis war die Begegnung mit der Wasserschutzpolizei bei der letzten Exkursion im Karlsruher Rheinhafen. Wir bewegten uns nach Pflanzen suchend entlang der Böschung des Nordbeckens westlich des Hafensperrtors. Plötzlich fuhr ein Schiff der Wasserschutzpolizei von der Beckenmitte direkt auf uns zu. Auf dem Bug stand ein Polizist. Nur wenige Meter vom Uferrand entfernt fragte er, was wir hier suchten. Alle waren aufmerksam geworden und schauten etwas verduzt drein. Schnell konnten wir den Polizisten von unserer Harmlosigkeit überzeugen. Nachdem er sich sogar entschuldigt hatte, fuhr das Boot davon. Uns musste jemand vom gegenüberliegenden Ufer aus beobachtet und die Polizei gerufen haben. Gegenüber den Exkursionen der letzten Jahre hatten wir als Neuerung in diesem Jahr fünf Nachsuchen durchgeführt. Dabei wurden die Wuchsorte von seltenen Arten aufgesucht, die aus der Literatur bekannt aber lange nicht mehr nachgewiesen waren. Nach folgende fünf Arten wurde gefahndet: Spergula pentantra (Graben), Viola rupestris (Kronach), Thymus serpyllum (Friedrichstal), Viola canina (Hardtwald) und Myosotis laxa (Ötigheim). Jeder Art waren eigene Exkursionen gewidmet. Leider haben wir keine dieser Arten wiedergefunden. Entweder existieren die Wuchsorte nicht mehr oder wir habe die Pflanzen übersehen. Möglicherweise haben wir auch nicht an den richtigen Stellen gesucht. Über die diesjährigen Funde folgender Arten haben wir uns dagegen besonders gefreut: Alyssum alyssoides (Graben), Epipactis purpurata (Wössingen), Samolus valerandi (Rheinhausen), Epilobium palustre und Veronica scutellata (Ötigheim), Silene armeria (Rheinstetten), Aristolochia clematitis (Leopoldshafen) und Azolla filiculoides (Illingen). Diese Arten sind in unserer Region selten und manche Teilnehmer unserer Montagsexkursionen haben sie dabei zum erstenmal gesehen.


Kartierexkursionen der Regionalgruppe Kurpfalz im Jahr 2015

Von MARKUS SONNBERGER

Das Jahr 2015 hat wieder eine Reihe, teils wirklich bemerkenswerter Funde erbracht. Fast alle Exkursionen konnten auch wie geplant durch­geführt werden, so dass wir wieder einen schönen Querschnitt der Flora des Odenwaldes und Rhein-Neckar-Raumes erarbeitet haben. Bemer­kenswert ist aber auch, was wir nicht gefunden haben. Viele Arten der Normalvegetation zu Oberdorfers Zeiten finden sich heute nur noch in mitunter Quadratmeter großen Relikten inmitten eines verödeten Um­feldes. Die Populationen von Großem Wiesenknopf, Blutwurz, Hügel-Klee, Schaf-Schwingel usw. sind untereinander weitgehend isoliert. Neubesiedelungen finden nicht mehr statt und „Stochastic Loss“ tut sein Übriges. Wir werden diese Entwicklung auch 2016 weiterhin dokumentie­ren.

Es folgen Kurzberichte zu den einzelnen Karierexkursionen der Regionalgruppe. (mehr …)


Bericht über den BAS Kurs „Bestimmen von Samen und Früchten“

von Dr. Andrea Jonitz und Prof. Dr. Norbert Leist

Am 15. Februar 2014 trafen sich 16 BAS Mitglieder an der Samenprüfstelle des Landwirtschaftlichen Technologiezentrums (LTZ) Augustenberg, um sich einen Tag mit der Morphologie und Bestimmung von Samen und Früchten zu befassen. Wie so oft schien der Kurs zunächst mangels Beteiligung auszufallen – in der Woche davor aber meldeten sich weit über zwanzig Interessenten. Der Kurs fand im Reinheitslabor der Saatgutprüfstelle statt, sodass jeder Teilnehmer einen Arbeitsplatz vorfand, ausgerüstet mit Binokular, Pinzetten, Schälchen und einem Bestimmungsschlüssel (Brouwer & Stählin: Handbuch der Samenkunde). Dazu stand neben zahlreicher Literatur und Bildatlanten die umfangreiche Samensammlung der Saatgutprüfstelle zur Verfügung, die es ermöglichte die zu bestimmenden Samen direkt mit der konkreten Art zu vergleichen.

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Die Rosen- und Weißdorn-Exkursion am 26. und 27.7.2014

von Andreas Kleinsteuber

Am Samstagmorgen um 9.30 Uhr trafen sich etwa ein Dutzend Roseninteressierte am Bahnhof in Remchingen im Pfinztal zur Rosen- und Weißdorn-Exkursion. Diese wurde von den Spezialisten Michael Ristow, der aus Potsdam angereist war, und Andreas Kleinsteuber aus Karlsruhe geleitet. Mit Fahrgemeinschaften fuhren wir zuerst zum Essigberg südlich von Dietlingen (7117/21). Dort erhielten wir von Michael Ristow zunächst eine theoretische Einführung über die Wildrosen mit ihrem jeweiligen Merkmalskomplex u.a. Wuchsform, Kelchstellung, Griffelweite, Blattbehaarung, Drüsen und Form der Stacheln. Zudem erhielten wir eine sehr hilfreiche Übersicht in Papierform: Darin sind die Unterschiede der Hundsrosen, der Flaum-, Wein- und Filzrosen tabellarisch aufgeführt und damit die Arten schnell zuordenbar.

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Botanische Exkursionen in der Kurpfalz 2012 – Bericht der Regionalgruppe Kurpfalz

MARKUS SONNBERGER
Nachdem sich in den Vorjahren ein recht fester Exkursionskreis gebildet hatte, beschlossen die Mitglieder der BAS aus dem Rhein-Neckar-Gebiet eine eigene „Regionalgruppe“ mit regelmäßigen Treffen, regionalem Exkursions- und Fortbildungsangebot zu schaffen. Das war 2011. Für 2012 wurde ein ambitioniertes Exkursionsprogramm entworfen, dessen Ziel es war, die mutmaßlichen weißen Flecken der Region nach und nach aufzuarbeiten. Der Schwerpunkt des Exkursionstreibens sollen dabei der Rhein-Neckar-Kreis mit Mannheim und Heidelberg, aber auch die angrenzenden Landkreise sein.

In 2012 kam der Frühling nach dem wochenlangen, starken Kahlfrösten im Februar spät und langsam in die Gänge. Die erste Exkursion war naturgemäß den Frühlingsgeophyten und –annuellen gewidmet. (mehr …)


BAS-Exkursionen im Rahmen des Kartierprojekts 7016/4 im Sommer 2012

Unterwegs im Albtal zwischen Busenbach und Neurod: BAS-Exkursionen am 7. und 8. Juli 2012 (Naturraum Schwarzwald-Randplatten, TK 7016/4, Gemeinden Ettlingen und Waldbronn).

– Bericht von THOMAS BREUNIG

7. Juli: Albtal NW, W und SW Bahnhof Busenbach, um R 3459500 / H 5421460, Unschärfe 550 m, 160-180 m ü. NN; Kartierer: Thomas Breunig, Kerstin Bach, Ingrid Brenk, Antje Danner, Uwe Fessenbecker, Norbert Höll, Isis Mogut, Siegfried Schneider, Dietmar Schott.

8. Juli: Albtal bei Neurod und untere Talhänge zwischen Neurod und Etzenrot, um R 3460370 / H 5419670, Unschärfe 400 m, 180-240 m ü. NN; Kartierer: Thomas Breunig, Dieter Kühnen, Karola Wiest.

Viele für den Nordschwarzwald typische Arten, eine bemerkenswert artenreiche Ruderal- und Neophytenflora sowie einige im Naturraum seltene Arten, das war das Ergebnis des Kartierwochenendes am 7. und 8. Juli im Albtal zwischen Waldbronn und Ettlingen. An beiden Tagen wurden zusammen 423 Arten an Farn- und Samenpflanzen festgestellt, davon 256 an beiden Tagen und 167 Taxa an nur einem der beiden Tage. Kartiergebiet war am 7. Juli der Quadratkilometer mit den Gauß-Krüger-Koordinaten R 3459 / H 5421, am 8. Juli der mit den Koordinaten R 3460 / H 5419. Zu besonders bemerkenswerten Artenvorkommen sind die genauen Koordinaten angegeben, wobei jeweils von den siebenstelligen Werten die im Satz zuvor genannten ersten vier Ziffern weggelassen werden.

Am ersten Tag (mehr …)