Literaturbesprechung


Leins P. & Erbar C. 2016: Bäume und Sträucher im Herbst und Winter erkennen. Bebilderte Steckbriefe, Wissenswertes zu Namen Mythologie und Verwendung. – Schweizerbart, 180 S.; Stuttgart

von SIEGFRIED DEMUTH

Für die bevorstehende kalte Jahreszeit ist es genau das richtige Buch, um Gehölze im Winterzustand zu erkennen. Die Bestimmung der Arten erfolgt dabei vor allem über Knospenmerkmale aber auch die Beschaffenheit der Borke, der Früchte sowie der Blätter und Blattnarben werden als Merkmale herangezogen. Durchgehend sehr gute Farbfotos geben alle notwendigen Details wieder. Dazu werden die wichtigsten Merkmale in Kurzform beschrieben. Bestimmt werden können auf diese Weise 77 überwiegend in Mitteleuropa heimische sowie einige häufig gepflanzte fremdländische Baum- und Straucharten. Der Bestimmungsschlüssel selbst ist einfach zu gebrauchen: Über die Blatt- bzw. Knospenstellung, die Form und Behaarung der Knospen und Knospenschuppen gelangt man rasch bis zur Art.

Empfehlenswert ist das Buch aber nicht nur für Einsteiger in die Bestimmung von Gehölzen. Zu jeder Art gibt es zusätzlich eine Fülle von wissenswerten Informationen und Geschichten: die Herkunft der wissenschaftlichen und deutschen Namen, Inhaltsstoffe, Verwendung in der Volksmedizin, Fruchtbiologie, besondere morphologische Merkmale u.v.m. Wer noch nicht mit den Fachbegriffen zu Morpholgie und Entwicklung von Blütenpflanzen bewandert ist, der kann darüber in der ausführlichen Einleitung des Buches alles Notwendige erfahren. Ungewöhnlich aber durchaus praktisch ist das verwendete Querformat mit einer Ringbindung aus Metall. Das Buch lässt sich so gut ins Gelände mitnehmen, um die Gehölze vor Ort zu bestimmen.


Lippert, W. & Meierott L. 2014: Kommentierte Artenliste der Farn- und Blütenpflanzen Bayerns.

von THOMAS BREUNIG

Lippert, W. & Meierott L. 2014: Kommentierte Artenliste der Farn- und Blütenpflanzen Bayerns. – Selbstverlag der Bayerischen Botanischen Gesellschaft, 407 S.; ohne ISBN-Nr.; Bezugsquelle Bayerische Botanische Gesellschaft e.V., bestellung@bbgev.de

Die bayrischen Botaniker planen – 100 Jahre nach Erscheinen der Flora von Bayern (Vollmann 1914) – eine neue Flora von Bayern. Als ein Baustein dazu verfassten Wolfgang Lippert und Lenz Meierott eine kommentierte Artenliste. Sie enthält Angaben zu 3.438 etablierten und 1.446 noch nicht etablierten Sippen, zu 740 Hybriden und zu 273 Sippen, die irrtümlich für Bayern angegeben wurden oder deren Vorkommen hier zumindest fraglich erscheint. Alles in allem ergibt sich eine für ein Bundesland unglaublich hohe Anzahl von 5.897 behandelten Sippen.

Ein einführender Teil bietet auf 16 Seiten einen kurzen Abriss zur floristischen Erforschung Bayerns und zum Projekt einer neuen Flora von Bayern, Erläuterungen zum Aufbau der Artenliste, eine Karte der Natur­räume Bayerns, sowie 29 Abbildungen zu seltenen oder in Bayern aus­gestorbenen Arten. Abgeschlossen wird das Werk mit einem 29 Seiten umfassenden Literaturverzeichnis. Die Artenliste selbst ist tabellarisch aufgebaut und enthält in fünf Spalten die folgenden Informationen: Status der Sippe, wissenschaftlicher Name mit Autoren und taxono­mischer Referenznummer, deutscher Name; Quellen der Artnachweise und Bemerkungen zu den Sippen sowie schließlich die Angabe, aus welcher der folgenden acht naturräumlichen Regionen Nachweise der Sippe vorliegen: Spessart-Rhön, Mainfränkische Platten, Keuper-Lias-Land, Schwäbisch-Fränkische Alb, Ostbayerisches Grenzgebirge, Molassehügelland, Moränengürtel (= Alpenvorland) und Alpen.

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Starke-Ottich et al.: Stadtnatur im Wandel – Artenvielfalt in Frankfurt am Main.

von SIEGRIED DEMUTH

Starke-Ottich I., Bönsel D., Gregor T., Malten A., Müller C. & Zizka G.: Stadtnatur im Wandel – Artenvielfalt in Frankfurt am Main. – Kleine Senckenberg-Reihe 55: 1-276; Frankfurt am Main.

„Stadtnatur im Wandel“ ist eine Art Fortsetzung von „Natur vor der Haustür – Stadtnatur in Frankfurt am Main. Ergebnisse der Biotop­kartierung“ von 2009 (Kleine Senckenberg-Reihe 50). Schwerpunkt der Beiträge des aktuellen Bandes der Reihe bildet der Wandel von Flora und Fauna in den letzten drei Jahrhunderten. Bezugsraum ist das Gebiet der Stadt Frankfurt am Main in den Grenzen von 1979 mit einer Fläche von rund 250 km². Die Beiträge umfassen Farn- und Samenpflanzen, Libellen, Schmetterlinge, Fische und Pilze. Ein eigenes Kapitel ist dem Feld­hamster gewidmet, da er den Wandel der Agrarlandschaft besonders gut spiegelt. Diese Beiträge beleuchten die Veränderungen von Flora und Fauna mit Verlusten und Neuzugängen (mit eigenem Kapitel über Neoendemiten unter den Pflanzen) sowie die Ursachen für diesen Wandel.

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Müller T. 2014: Blumenwiesen – Eine Handreichung für Naturfreunde und Wanderer.

von PHILIPP REMKE

Müller T. mit einem Beitrag über die Tierwelt von Lessig K. H. 2014: Blumenwiesen – Eine Handreichung für Naturfreunde und Wanderer. – Schwäbischer Albverein e.V., 322 S.; Stuttgart. ISBN 978-3-8062-2893-9

Das handliche Buch richtet sich an Wanderer und Spaziergänger, die Interesse an der Vielfältigkeit der Blumenwiesen auf der Schwäbischen Alb habe; vor allem für Neueinsteiger in dieses Thema. Aufgrund seiner geringen Abmessung von 10,5 x 17 cm und seines geringen Gewichts von 322 g ist es aber auch für fortgeschrittene Naturfreunde als kleines Taschenbuch für unterwegs interessant.

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Kirmer A. et al. (Hrsg.) 2012: Praxishandbuch zur Samengewinnung und Renaturierung von artenreichem Grünland.

von JÜRGEN VÖGTLIN

Kirmer Anita, Krautzer Bernhard, Scotton Michele & Tischew Sabine (Hrsg.) 2012: Praxishandbuch zur Samengewinnung und Renaturierung von artenreichem Grünland. – Österreichische Arbeitsgemeinschaft für Grünland und Futterbau (ÖAG) Fachgruppe Saatgutproduktion und Futterpflanzen, 219 S., Irdning. ISBN 978-3-902559-70-8

Struktur- und blütenreiche Wiesen und Weiden zählen in den Industrie-nationen Mitteleuropas zu den artenreichsten, gleichzeitig aber auch zu den am meisten gefährdeten Lebensgemeinschaften. Vor dem Hinter-grund der Artenverarmung im Dauergrünland mit langjähriger Nutzungstradition sind Fachkenntnisse nicht nur in der Bewirtschaftung, sondern auch in der Entwicklung von artenreichen Wiesen und Weiden von wachsender Bedeutung. Die Neuanlage und Erneuerung von Grünland wird in der landwirtschaftlichen Praxis aber auch im Rahmen von ingenieurbiologischen Maßnahmen oder für Kompensationsmaßnahmen täglich praktiziert. Die dabei angewandten Methoden bieten einen breiten Handlungsspielraum und haben einen mehr oder weniger zählbaren Mehrwert für den Artenschutz.

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Tison J.-M. & de Foucault B. 2014: Flora Gallica. Flore de France.

von SIEGFRIED DEMUTH

Tison J.-M. & de Foucault B. (Société botanique de France) 2014: Flora Gallica. Flore de France. – Biotope Èditions. 1.165 S. Mèze. ISBN 978-2-36662-012-2

Wer seinen nächsten Urlaub bei unserem westlichen Nachbarn verbringen möchte, dem sei die neue Flora von Frankreich wärmstens zum Mitnehmen empfohlen. Mit 1,65 kg liegt sie allerdings schon im Grenzbereich einer Taschenflora; im Rucksack sollte sie aber gerade noch tragbar sein. Der Einband ist dafür aus einem wasserabweisenden, reissfestem Kunststoff, was der Verwendung im Gelände sehr entgegenkommt. Zum Inhalt: Auf 1.165 Seiten sind rund 6.200 etablierte und häufig kultivierte Taxa der Farn- und Samenpflanzen verschlüsselt und beschrieben. Zum Vergleich: Die Liste der Gefäßpflanzen Deutschlands umfasst (ohne die auschließlich kultivierten) 4.165 Taxa (Buttler K. P. & Hand R. 2008: Liste der Gefäßpflanzen Deutschlands. – Kochia, Beiheft 1: 1-107 S.). Die Flora Gallica berücksichtigt die neueren taxonomischen Erkenntnisse vor allem in Bezug auf den Umfang der Gattungen und Familien, wie sie auch im neuesten „Rothmaler“ (Grundband, 20. Auflage 2011) Anwendung finden. Aufgeschlüsselt werden auch kritische Sippen wie Taraxacum oder Rubus. Zu jeder Sippe gibt es Angaben zu Blütezeit, Wuchsform, Verbreitung in Frankreich, Standort und Wuchsort. Für viele sind neben den wissenschaftlichen auch französische Namen genannt. Sehr hilfreich sind die zahlreichen, sehr guten Schwarz-Weiß-Zeichnungen von relevanten Bestimmungsmerkmalen jeweils am Seitenrand. Ein ausführliches Glossar erläutert die verwendeten französischen Fachbegriffe. Der Preis von 89,- € drückt allerdings etwas die Bereitschaft, sich das Buch anzuschaffen. Dafür wird man es aber oft in die Hand nehmen, zumal es derzeit keine bessere Alternative gibt die Flora Frankreichs kennenzulernen.


Wolff P. 2013: Die Moor-Standorte der Pfalz – Soziologie und Ökologie.

von ADAM HÖLZER

Wolff P. 2013: Die Moor-Standorte der Pfalz – Soziologie und Ökologie. – POLLICHIA-Buch Nr. 47. Eigenverlag der Pollichia, 259 S. + 42 Tabellen, 24 Farbfotos, 17 Abbildungen; Bad Dürkheim. ISBN 978-3-925754-49-4

Nachdem das Werk schon seit langer Zeit angekündigt war und schon viele auf sein Erscheinen gewartet haben, ist es endlich erschienen. Es füllt eine große Lücke in vielerlei Hinsicht. Kapitel 1 (S. 13) gibt einen Überblick über die bisherige Literatur zu den Moor-Standorten der Pfalz und beschreibt kurz das Ziel der Arbeit. Darauf folgt in Kapitel 2 (S. 15-19) ein allgemeiner Überblick über das Untersuchungsgebiet hinsichtlich Geschichte und physischen Voraussetzungen. Die behandelten Moor-Standorte werden anhand von zwei Übersichtskarten aufgezeigt. Kapitel 3 (S. 21-62) bespricht die einzelnen Moore. Dabei werden sowohl die Geschichte der Nutzung wie auch die typischen Pflanzen in Vergangenheit und Gegenwart abgehandelt. Bei den meisten Gebieten werden auch Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen empfohlen. Kapitel 4 (S. 63-64) beschreibt die bei der Bearbeitung angewandten Methoden. Danach wird in Kapitel 5 (S. 65-213) die Vegetation anhand der Pflanzengesellschaften und ausführlichen pflanzensoziologischen Tabellen belegt. Dabei werden auch die ökologischen Bedingungen in der Region mit der Gefährdung und den Erhaltungsmaßnahmen der Gesellschaften besprochen. Zudem wird mit anderen Regionen verglichen. In Kapitel 6 (S. 215-237) werden Einzelaspekte aus der Westpfälzischen Moorniederung speziell aus dem Neuwoogmoor behandelt, das der Autor seit Beginn der 70er Jahre intensiv untersucht hat. Die Veränderungen werden sowohl anhand von mehrfach aufgenommenen Vegetationskarten wie auch wiederholten Pflanzensoziologischen Aufnahmen der gleichen Flächen dokumentiert. Weiter werden Zusammenhänge zwischen den Vegetationseinheiten und ökologischen Parametern wie Grundwasserstand, pH-Wert, Leitfähigkeit usw. dargestellt. Am Ende werden die Ergebnisse der Messungen auch kritisch bewertet. Kapitel 7 (S. 239-240) gibt einen Überblick über die die pH-Wertebereiche der am besten belegten Gesellschaften im gesamten Untersuchungsgebiet anhand einer Graphik. Kapitel 8 (S. 241-245) behandelt die Gefährdung der Moorgesellschaften und ihre Zukunft im Untersuchungsgebiet. Nach der Danksagung (Kapitel 9) folgt als Abschluss (Kapitel 10, S. 249-258) ein sehr umfangreiches Literaturverzeichnis.
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Seitz B., Ristow M., Prasse R., Machatzki B, Klemm G., Böcker R. & Sukopp H. 2012: Der Berliner Florenatlas. – Verh. Bot. Ver. Berlin Brandenburg, Beiheft 7, 533 S. ISBN 978-3-942062-08-4

von THOMAS BREUNIG

Berlin ist eine Reise wert – nicht nur wegen Kunst und Kultur! Für Freunde der Wildpflanzen zeigt dies der Berliner Florenatlas, der die große Artenvielfalt dieser Stadtlandschaft an Farn- und Samenpflanzen dokumentiert. Über einen Zeitraum von 25 Jahren durchstreiften Botani¬kerinnen und Botaniker die Stadt, um die Vorkommen wild wachsender Pflanzenarten zu erfassen. Nun haben sie das Ergebnis ihrer Kartierung in dem gewichtigen Werk (gut 2 kg) publiziert. Kartiergebiet waren alle 153, jeweils etwa 7,3 km² großen Viertelquadranten der Topographischen Karte 1:25.000, an denen die Stadt Berlin einen Flächenanteil besitzt. In diesem Gebiet erhoben sie im Gelände fast 127.000 Funddatensätze, über 50.000 weitere kamen durch die Auswertung von Literatur und Herbarien hinzu.

Als Einleitung enthält der Atlas Informationen zur Landschaft Berlins, zur Geschichte der Floristik, zum Florenschutz und zur Methodik der Datenerhebung, -verarbeitung und -auswertung. Zum Teil sind diese Informationen ausführlich, wie etwa der Überblick zur Geschichte der Floristik, zum Teil sind sie auch sehr knapp gehalten wie etwa das Kapitel zur Vegetation.
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Horn K, & Böcker R. (Hrsg.) 2013: Farne als Lebensleidenschaft. Festschrift für H.Wilfried Bennert anlässlich seines 65. Geburtstages.

von SIEGFRIED DEMUTH

Horn K, & Böcker R. (Hrsg.) 2013: Farne als Lebensleidenschaft. Festschrift für H.Wilfried Bennert anlässlich seines 65. Geburtstages. – Berichte des Instituts für Landshafts- und Pflanzenökologie der Universität Hohenheim. Verlag für Landschafts und Pflanzenökologie, 238 S.; Dormitz und Stuttgart.

Zum 65. Geburtstag von H. Wilfried Bennert ist eine Festschrift erschienen, die Leben und Werk des bekannten Botanikers und Farnforschers darstellt und sich mit mehreren Artikeln den Farnen, Schachtelhalmen und Bärlappen widmet.

Zu Beginn stellt Karsten Horn in einer kurzen Biographie und einem Schriftenverzeichnis Wilfried Bennerts Leben und Wirken vor, der von 1975 bis 2010 an der Ruhr-Universität Bochum lehrte und forschte, zuletzt als Akademischer Oberrat und Außerordentlicher Professor.
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Hodvina, S. 2012: Letzte Nachweise der in Hessen ausgestorbenen oder verschollenen Pflanzenarten.

von THOMAS BREUNIG

Hodvina, S. 2012: Letzte Nachweise der in Hessen ausgestorbenen oder verschollenen Pflanzenarten. – Botanik und Naturschutz in Hessen, Beih. 11, 341 S.; Frankfurt am Main. ISSN 1867-6804.

In Hessen gelten 143 Gefäßpflanzenarten als ausgestorben oder verschollen. Wann diese Arten das letzte Mal nachgewiesen wurden, war Thema einer umfangreichen Literaturrecherche und Herbarauswertung, die Sylvain Hodvina über einen Zeitraum von vier Jahren durchführte. Publiziert sind die Ergebnisse dieser Studie nun in Beiheft 11 der Schriftenreihe Botanik und Naturschutz in Hessen, welche von der Botanischen Vereinigung für Naturschutz in Hessen (BVNH) herausgegeben wird.

Hauptteil des Werkes ist die Darstellung der artbezogenen Auswertungsergebnisse zu den behandelten 143 Sippen – von Adonis flammea bis Wolffia arrhiza. Sie machen fast 90 % des Seitenumfangs aus.Hierfür wurden 524 Publikationen ausgewertet und 14 Herbarien aufgesucht, darunter als einziges aus Baden-Württemberg das Herbarium des Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (STU).

Vorangestellt ist eine kurze Einführung, in welcher die Methodik der Erhebungen und die Systematik der artbezogenen Angaben erläutert werden. Außerdem enthält sie eine umfangreiche Tabelle, aus der ersichtlich wird, wie viele Belege von jeder Sippe in den einzelnen Herbarien gefunden wurden. So stammen zum Beispiel aus Stuttgart 50 der insgesamt 2.119 relevanten Belege. Abgeschlossen wird die Studie mit einer Zusammenstellung, welche Änderungen sich für die Rote Liste ergeben: Immerhin 46 Arten wurden für eine oder mehrere naturräumliche Regionen Hessens neu als ehemals vorkommend nachgewiesen, während für 12 Arten in einzelnen Regionen und für zwei Arten in ganz Hessen kein konkreter Nachweis eines ehemaligen Vorkommens ermittelt werden konnte.

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